Metaphysik der Sitten
Immanuel Kant
Immanuel Kant: 1724-1804 Grundlegung Zur Metaphysik Der Sitten was originally published in 1785
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„Und Kant hat dafür nämlich eine tolle Formulierung. Kant hat was über Sex geschrieben, ja. Und Eva Illus zitiert ihn auch. Bei Kant heißt es, wenn sie sie aus Geschlechtsneigungen lieben, so machen sie die Person zum Objekt ihres Appetits. Sobald sie nun die Person haben und ihren Appetit gestillet, so werfen sie dieselbe weg, ebenso wie man eine Zitrone wegwirft, wenn man den Saft aus ihr gezogen hat.“
Lars Weisbrod liest ein Kant-Zitat vor, das er über Eva Illouz gefunden hat. Die berühmte Zitronen-Metapher aus Kants Schriften zur Ehe und Sexualität wird als zeitlose Beschreibung instrumentalisierender Sexualität diskutiert – Nina Pauer bemerkt, man könnte es direkt als Tinder-Kritik abdrucken.
„Und auch sogar für Immanuel Kant, den großen Philosophenkönig, war Selbstbefriedigung schlimmer als Suizid. Denn anders als beim Suizid, bei dem das Individuum aus freien Stücken in echter Verzweiflung handelt, ist der Onanist ein willenloses Objekt seiner Begierde.“
Sabine Rückert schildert die kulturgeschichtliche Verteufelung der Masturbation seit dem Traktat 'Onania' von 1712. Sie zitiert Kants moralphilosophische Position, wonach Selbstbefriedigung schlimmer sei als Suizid – eine These aus seiner 'Metaphysik der Sitten', in der er sexuelle Selbstbefleckung als Verletzung der Pflicht gegen sich selbst einordnet.
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