Lanz & Precht – Epstein – Elite ohne Moral
#233

Epstein – Elite ohne Moral

Lanz & Precht / 20. Februar 2026 / 7 Medien

Markus Lanz, Richard David Precht

Anlass ist die Verhaftung von Prinz Andrew durch die britische Polizei – zunächst wegen Amtsmissbrauchs, doch im Hintergrund stehen Vorwürfe des Menschenhandels und sexueller Übergriffe. Der Fall Epstein wird zum Sittengemälde über den Verfall westlicher Eliten: von der norwegischen Königshaus-Krise bis zum britischen Prinzen, der als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an Epstein weitergeleitet und sich dabei selbst bereichert haben soll.

„Wie verkommen kann man denn sein, wenn man ohnehin mehr als ausgesorgt hat und darüber hinaus noch völlig ohne Not in Veruntreuung seiner Pflichten korrupt wird?“
🗣 Richard David Precht

Erwähnte Medien (7)

Hintergrundberichterstattung zum Fall Epstein

Hintergrundberichterstattung zum Fall Epstein

Die FAZ rekonstruiert Jeffrey Epsteins Aufstieg an der Wall Street und dokumentiert, wie der Investmentbanker Alan Greenberg Talente auswählte. Der Artikel zeichnet Epsteins Karrierebeginn bei der Investmentbank nach und beleuchtet Greenbergs berüchtigte Philosophie bei der Personalauswahl: Er suchte gezielt nach ehrgeizigen Menschen ohne Vermögen, die durch intensive Motivation und Ehrgeiz angetrieben würden. Die FAZ-Recherche liefert dabei wichtige Hintergrundinformationen zu Epsteins frühen Geschäftstätigkeiten und dem Umfeld, in dem er seine Macht aufbaute.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:09:20 „Es gibt so eine ganz berühmte Nachricht, die Kollegen aus der FAZ, die ich finde wirklich sehr, sehr gute Hintergrundberichterstattung geliefert haben zu diesem Fall, viel darüber gelesen, die beschreiben eine berühmt gewordene interne Nachricht, in der dieser Greenberg sagt, ich will eigentlich Investmentbänke haben, die Zitat arm sind, die gescheit sind und die den dringenden Wunsch verspüren, reich zu werden.“

Markus Lanz zeichnet die Biografie von Jeffrey Epstein nach und erklärt, wie er an der Wall Street Karriere machte. Er verweist dabei lobend auf die Recherche der FAZ-Redaktion, die Details über Epsteins Einstieg bei der Investmentbank und die Einstellungsphilosophie von Alan Greenberg zusammengetragen hat.

Zum Artikel bei FAZ Details
Bericht über Epsteins Fehltritte bei der Investmentbank

Bericht über Epsteins Fehltritte bei der Investmentbank

Die New York Times deckt auf, wie Epstein in seiner frühen Karriere durch Spesenbetrug auffiel. Während einer Geschäftsreise in die Karibik kaufte er einer Freundin Schmuck und Kleidung für über 10.000 Dollar und rechnete die Kosten über die Firma ab. Diese Malversationen führten zu seinem Ausscheiden aus der Investmentbank.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:10:20 „Fällt aber auch in dieser Zeit, das hat die New York Times berichtet, durch Fehltritte auf. Soll einer damaligen Freundin bei einer Geschäftsreise in die Karibik auf Firmenkosten Schmuck und Klamotten für mehr als 10.000 Dollar gekauft haben, die er dann über die Firma abgerechnet hat.“

Im Rahmen der Epstein-Biografie verweist Lanz auf eine Recherche der New York Times, die aufdeckte, wie Epstein bereits früh in seiner Karriere durch Spesenbetrug und die Verschaffung privilegierter Aktienzugänge für eine Freundin auffiel und deshalb die Investmentbank verlassen musste.

Zum Artikel bei New York Times Details
Recherche über Peter Mendelssohn und Epstein

Recherche über Peter Mendelssohn und Epstein

Die britische Polizei untersucht eine E-Mail des Politikers Peter Mandelson an den Investor Epstein. Laut einer BBC-Recherche soll Mandelson darin vertrauliche Regierungsinformationen, einschließlich Details zu EU-Rettungspaketen für Griechenland, weitergegeben haben. Die Behörden prüfen, ob diese Weitergabe von Staatsgeheimen eine Straftat darstellt.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:21:56 „Mendelssohn hat ihm umgekehrt interna durchgesteckt, hat in 2010, damals war der Minister, offensichtlich Informationen über ein milliardenschweres EU-Rettungspaket für Griechenland durchgesteckt. Das muss es zudem mal geben. Das ist eine BBC-Recherche.“

Lanz beschreibt die Verbindung zwischen dem britischen Politiker Peter Mendelssohn und Epstein. Er stützt sich dabei auf eine BBC-Recherche, die enthüllte, dass Mendelssohn vertrauliche Regierungsinformationen – darunter Details über EU-Rettungspakete und Steuerpolitik – an den Investor Epstein weitergab.

Zum Artikel bei BBC Details
Kommentar über die populistische Ära und die Epstein-Files

Kommentar über die populistische Ära und die Epstein-Files

Majid Sattar

Der Artikel bespricht die politischen Reaktionen auf die Teilveröffentlichung der Epstein-Files. FAZ-Korrespondent Majid Sattar kommentiert, wie in der heutigen populistischen Ära offensichtliche Lügen von Politikern – wie die des designierten Handelsministers Howard Lutnick über seine Verbindungen zu Epstein – folgenlos bleiben. Der Kommentar diagnostiziert einen Verfall politischer Verantwortlichkeit und Glaubwürdigkeit.

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:25:01 „Und Majid Sattar, das ist ein Kollege der FAZ-Redaktion in Washington, der hat einen sehr klugen Kommentar darüber geschrieben. Er sagt, wir sind angekommen in einer populistischen Ära, jede Lüge ist erlaubt und nichts hat irgendwelche Folgen.“

Lanz zitiert einen FAZ-Kommentar des Washington-Korrespondenten Majid Sattar, um seine These zu untermauern, dass in der aktuellen politischen Ära offensichtliche Lügen – wie die von Howard Lutnick über seinen Kontakt zu Epstein – keinerlei Konsequenzen mehr haben. Der Kommentar dient als analytischer Rahmen für die Diskussion über den Verfall politischer Verantwortlichkeit.

Zum Artikel bei FAZ Details
Artikel über die Epstein-Files und US-Politik

Artikel über die Epstein-Files und US-Politik

Majid Sattar

FAZ-Korrespondent Majid Sattar analysiert aus Washington die politische Reaktion auf die Veröffentlichung der Epstein-Akten. Im Mittelpunkt steht Handelsminister Howard Lutnick, dem Sattar nachweisbare Lügen im Zusammenhang mit Epstein vorwirft. Sattar kritisiert, dass beide Parteien die Akten instrumentalisieren: Republikaner richten sie gegen Clinton, Demokraten nutzen sie für eigene Angriffe. Echte politische Konsequenzen bleiben aus – der Skandal dient vor allem als Munition im Parteienkampf.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:30:19 „Nochmal Majid Sattah, der Kollege von der FAZ in Washington. Ich meine, er schreibt zu Recht, ja, wie kann es sein, dass ein Handelsminister wie Lattnig, dass der offensichtlich gelogen hat. Es ist vollkommen klar, dass der gelogen hat.“

Lanz zitiert ausführlich aus einem Artikel des FAZ-Korrespondenten Majid Sattar in Washington, der die fehlende politische Konsequenzen im Epstein-Skandal analysiert. Sattar kritisiert, dass sowohl Republikaner als auch Demokraten die Epstein-Files instrumentalisieren – die einen gegen Clinton, die anderen gegen Trump – und dabei die eigentlichen Opfer und die Aufklärung auf der Strecke bleiben.

Zum Artikel bei FAZ Details
De la démocratie en Amérique (Über die Demokratie in Amerika)

De la démocratie en Amérique (Über die Demokratie in Amerika)

Alexis de Tocqueville

Politikwissenschaftliche Analyse der amerikanischen Demokratie basierend auf einer Amerikareise von 1831-1832. Das Werk untersucht die Widersprüche zwischen Freiheitsanspruch und faktischer Abhängigkeit durch Kommerz und Konformitätsdruck. Ein Gründungswerk der modernen Politikwissenschaft.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:41:36 „Und ich denke mal, dass ziemlich klar war, schon in den Zeiten, als Alexei Detokvil Anfang des 19. Jahrhunderts die USA bereiste, dass dieses Land vor allen Dingen an eins glaubt, ja, und das ist an das Geld.“

Precht verweist auf Tocquevilles berühmte Amerikareise Anfang des 19. Jahrhunderts, um seine These zu untermauern, dass die US-amerikanische Gesellschaft schon immer vom Geld dominiert wurde. Die implizite Referenz auf Tocquevilles Hauptwerk dient als historischer Beleg dafür, dass die moralische Doppelmoral der amerikanischen Eliten kein neues Phänomen ist.

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Interview mit Michael Butter über Verschwörungstheorien und die Epstein-Files

Interview mit Michael Butter über Verschwörungstheorien und die Epstein-Files

Verschwörungstheorien scheinen dieser Tage allgegenwärtig. Der Literaturwissenschaftler Michael Butter erläutert im Gespräch, warum sie in der Vergangenheit jedoch viel verbreiteter waren, weshalb sie gerade in der Aufklärung Konjunktur hatten und wie man im persönlichen Umfeld auf sie reagieren sollte.

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:51:41 „Ich habe ein interessantes Interview gelesen mit Michael Butter, sein Amerikanist, ein Experte für Verschwörungstheorien, der sagt, vielleicht werden Verschwörungstheorien künftig nicht mehr sofort das Hirngespinst dir abgetan und ich persönlich wäre nicht wirklich unglücklich darüber.“

Lanz zitiert zum Abschluss der Episode aus einem Interview mit dem Amerikanisten und Verschwörungstheorie-Experten Michael Butter. Dessen zentrale These: Verschwörungstheorien sind zwar oft falsch, aber sie funktionieren als Seismograph für tiefes kulturelles Unbehagen – insbesondere seit der Finanzkrise 2008 und der Narrenfreiheit der Finanzelite. Precht würdigt den Gedanken als gutes Schlusswort.

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