Unter Pfarrerstöchtern – Der betrogene Bruder
#015

Der betrogene Bruder

Unter Pfarrerstöchtern / 19. Juni 2020 / 2 Medien

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Isaak ist alt und blind geworden und will seinen Erstgeborenen Esau mit einem feierlichen Mahl segnen — doch Rebekka belauscht den Plan und schmiedet sofort eine Intrige zugunsten ihres Lieblingssohns Jakob. Die Folge erklärt den entscheidenden Unterschied zwischen dem bereits erschlichenen Erstgeburtsrecht und dem väterlichen Segen: das eine ist ein juristischer Anspruch auf das Erbe, das andere ein auf die Zukunft gerichteter, fast magischer Zuspruch über Wohlstand, Fruchtbarkeit und Glück.

„Das eine ist juridisch und das andere ist geistlich.“
🗣 Johanna Haberer

Erwähnte Medien (2)

Widerstand und Ergebung

Widerstand und Ergebung

Dietrich Bonhoeffer · 2019

Bonhoeffers Briefe und Aufzeichnungen sind ein privates Dokument von größter zeitgeschichtlicher Bedeutung. Das Buch enthält die an den Theologen, Freund und späteren Biografen Eberhard Bethge gerichteten Briefe. Nach der Lektüre dieses Buches ist ein Christentum nicht mehr möglich, das sich nicht zu engagieren weiß.

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:15:26 „In der christlichen Vorstellung von Segen ist damit nicht immer das Wohlergehen verbunden, sondern du kannst auch Segen im Leiden erleben. Du kannst auch aus dem, wie der Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer sagt, dass Gott auch aus dem Schlimmsten Gutes wachsen lassen kann.“

Johanna Haberer vergleicht den alttestamentlichen Segen, der materielles Wohlergehen verheißt, mit dem christlichen Segensverständnis. Sie zitiert Bonhoeffers Überzeugung, dass auch im Leiden Segen erfahren werden kann, und verweist auf seinen Märtyrertod als Beispiel.

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Wie verhext

Wie verhext

Angela Köckritz

Der Artikel behandelt Zauberei, Flüche und Aberglauben im westafrikanischen Senegal. Die Autorin Angela Kökritz, Afrika-Korrespondentin der Zeit, beschreibt, wie Flüche und Segen in Großfamilien die zwischenmenschlichen Beziehungen prägen. Sie zieht Parallelen zu biblischen Erzählungen, in denen ähnliche Dynamiken von Familie, gegenseitigem Misstrauen und familiärem Druck eine zentrale Rolle spielen.

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:17:39 „Und zwar gab es kürzlich in der Zeit einen Artikel, der hieß Wie verhext. Und da geht es um die Verfluchung in Afrika. Ich habe eine Kollegin, die war lange Jahre China-Korrespondentin. Jetzt ist sie in Afrika und ist unsere Afrika-Korrespondentin, Angela Kökritz. Und die lebt im Senegal.“

Sabine Rückert liest ausführlich aus dem ZEIT-Artikel ihrer Kollegin Angela Köckritz vor, der Zauberei, Flüche und Aberglauben im Senegal beschreibt. Sie zieht eine direkte Parallele zur biblischen Geschichte: Die Dynamik von Segen und Fluch in Großfamilien, gegenseitiges Belauern und die Lähmung durch familiären Druck finden sich sowohl im heutigen Senegal als auch in der Erzväter-Erzählung. Johanna Haberer greift den Vergleich auf und betont, dass die biblische Geschichte zeigt, wie Zukunft nur entsteht, wenn man sich aus diesem System der Belauerung entfernt.

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