Unter Pfarrerstöchtern – Ein Verführungsversuch
#022

Ein Verführungsversuch

Unter Pfarrerstöchtern / 25. September 2020 / 7 Medien

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Die Geschichte Josefs in Ägypten nimmt Fahrt auf: Als Sklave an den Hofbeamten Potiphar verkauft, steigt der junge Hebräer vom Tellerwäscher zum Hausverwalter auf — alles, was er anfasst, wird zu Gold. Doch sein Glück und sein gutes Aussehen ziehen nicht nur Segen an, sondern auch die gefährliche Aufmerksamkeit von Potiphars Frau, deren Verführungsversuch Josef in eine ausweglose Lage bringt.

„Josef hat ein Händchen für alles und wie Jakob gelingt auch ihm alles. Was er anfasst, wird zu Gold und wächst und gedeiht.“
🗣 Sabine Rückert

Erwähnte Medien (7)

Sure 12 (Yusuf)

Sure 12 (Yusuf)

· 1997

Die 12. Sure des Korans erzählt die Geschichte des Propheten Josef und seiner Versuchung durch die Frau des ägyptischen Potiphar. Im Gegensatz zur biblischen Genesis wird Josef im Koran durch einen Zeugen entlastet, der durch die Rissrichtung des Hemdes Josefs Unschuld beweist — ein Detail, das die islamische Tradition zur biblischen Falschbeschuldigung hinzufügt.

🗣 Johanna Haberer zitiert daraus bei ⏱ 00:17:56 „Ich muss mal aus dem Koran. Die längste Sure im Koran handelt vom Josef. Da trachtete die Frau, in deren Haus er war, ihn zu verführen. Sie verriegelte die Türen und sprach, herbei mit dir.“

Johanna Haberer liest aus der Yusuf-Sure des Korans vor, um die unterschiedliche Darstellung der Potiphar-Episode zu zeigen. Im Koran wird Josef durch einen Zeugen entlastet, der anhand der Rissrichtung des Hemdes beweist, dass die Frau gelogen hat — ein Detail, das in der biblischen Genesis fehlt. Die islamische Tradition konnte die unkommentierte Falschbeschuldigung der Bibel nicht aushalten.

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Die Faszination des Bösen

Die Faszination des Bösen

Sabine Rückert

Sabine Rückert setzt sich in ihrer Titelgeschichte für die ZEIT mit der Faszination des Bösen auseinander. Im Gespräch mit dem Wiener Theologen Ulrich Körtner, der sich intensiv mit Apokalypse-Literatur befasst, erkundet sie grundlegende religiöse Fragen zur Theodizee und zum Vertrauen auf Gottes Welterhalt und erlösendes Wirken.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:22:53 „Ich habe im letzten Jahr eine Titelgeschichte geschrieben in der Zeit über die Faszination des Bösen. Und bei dieser Gelegenheit habe ich einen Theologen besucht, der in Wien ansässig ist, der heißt Ulrich Körtner und der hat ein Buch über die Apokalypse geschrieben.“

Sabine Rückert erwähnt ihre eigene Titelgeschichte in der ZEIT über die Faszination des Bösen als Ausgangspunkt, um den Theologen Ulrich Körtner und dessen Aussage über die zentrale Idee der Religion einzuführen: dass Gott die Welt erhält und zuletzt auch alles Böse gut ausgeht.

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Ich glaube, dass Gott auch aus dem Bösesten Gutes machen kann und will

Ich glaube, dass Gott auch aus dem Bösesten Gutes machen kann und will

Dietrich Bonhoeffer · 1964

Dietrich Bonhoeffer formuliert in diesem Zitat eine zentrale theologische Aussage: Gott vermag auch aus dem Bösen Gutes entstehen zu lassen. Johanna Haberer bezieht dies auf die Josefs-Geschichte und verdeutlicht damit eine Grundhaltung religiösen Vertrauens – dass göttliche Allmacht selbst destruktive Situationen in Gutes umzuwandeln vermag.

🗣 Johanna Haberer zitiert daraus bei ⏱ 00:24:17 „Es gibt dieses berühmte Bonhoeffer-Wort, das beschreibt genau diese Einstellung, die der Herr Körtner auch beschreibt. Ich glaube, dass Gott auch aus dem Bösesten Gutes machen kann und will.“

Johanna Haberer zitiert das berühmte Bonhoeffer-Wort, um die theologische Grundhaltung der Josefs-Geschichte zusammenzufassen: dass Gott selbst aus dem Bösen Gutes entstehen lassen kann. Sie stellt es in eine Reihe mit Körtners Aussage über die zentrale Idee der Religion.

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Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte

Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte

Georg Wilhelm Friedrich Hegel · 2013

Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie. Erster Teil Aufbauend auf seiner Phänomenologie des Geistes entwickelt Hegel in den beiden 1812 und 1816 erschienen Bänden eine ontologisch-metaphysische Logik und versucht, die Kategorien nach dem Prinzip der Dialektik systematisch herzuleiten und als ein System der Totalität zu begründen.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:26:09 „Einer der größten Verfechter dieser Theorie war ja Hegel, der die Idee vom Weltgeist hatte, der sich wie ein Gletscher durch die menschliche Geschichte schiebt und alles einem Ziel entgegenschiebt. Und auch mit vielen Irrungen und Wirrungen, Kriegen, Blutvergießen, das wird alles so mit in Kauf genommen.“

Im Gespräch über die Frage, ob es einen göttlichen Plan gibt und wie frei der Mensch ist, verweist Sabine Rückert auf Hegels Geschichtsphilosophie und seine Idee vom Weltgeist als Beispiel für die Vorstellung, dass die Geschichte einem Ziel entgegenstrebt. Johanna Haberer ergänzt, dass dieses Geschichtsbild nach der Shoah theologisch nicht mehr haltbar sei.

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Gibt es einen Zufall?

Gibt es einen Zufall?

Malte Henk

Der Artikel erforscht die philosophische Frage, ob es Zufall gibt. Malte Henk begleitet dabei ein Jahr im Leben eines uralten Baumes und verbindet Naturbeobachtung mit existenziellen Überlegungen über Sinn und Willkürlichkeit. Im Kontrast zu biblischen Deutungen, in denen Ereignisse einem göttlichen Plan folgen, zeigt er auf, wie willkürliche Ereignisse wie Krankheit die menschliche Existenz ohne erkennbaren Grund erschüttern können.

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:29:28 „Und für das Jahr 2016 habe ich für die Silvesternummer einen Titel in Auftrag gegeben bei einem wunderbaren Kollegen von mir, der heißt Malte Henk, und habe ihn gebeten, geh doch mal der Frage nach, gibt es einen Zufall? Er hat auch erst mal ein langes Gesicht gemacht und dann hat er einen super Text geschrieben.“

Sabine Rückert erzählt ausführlich von einer ZEIT-Titelgeschichte ihres Kollegen Malte Henk aus der Silvesternummer 2016, die der Frage nachgeht, ob es Zufall gibt. Die Geschichte wird zum Anlass, über das Glioblastom als reinen Zufall zu sprechen und über die menschliche Kränkung, wenn Ereignisse keinen erkennbaren Sinn haben — im Kontrast zur biblischen Josefs-Geschichte, in der alles einem göttlichen Plan folgt.

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Spiegel-Artikel über Gott und Physik

Spiegel-Artikel über Gott und Physik

Das Universum spielt seit 15 Milliarden Jahren Lotterie. War das Ergebnis unvermeidlich? Ist der Mensch nur ein Produkt des Zufalls? Der amerikanische Astrophysiker GEORGE V. COYNE, Leiter des Observatoriums im Vatikan, über das Verhältnis von Wissenschaft und Religion.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:37:48 „Ich habe in dem Artikel eines anderen Physikers, den hat er selbst geschrieben im Spiegel, hat ein anderer Physiker Folgendes geschrieben. Könnte Gott zum Beispiel nach einer Milliarde Jahre eines 15 Milliarden Jahre alten Universums vorhergesehen haben, dass menschliches Leben irgendwann entstehen würde?“

Sabine Rückert zitiert neben dem ZEIT-Artikel von Malte Henk auch einen Spiegel-Artikel eines namentlich nicht genannten Physikers, der sich mit der Frage beschäftigt, ob selbst Gott bei Kenntnis aller physikalischen Gesetze das Entstehen menschlichen Lebens hätte vorhersagen können. Der Physiker argumentiert, dass Zufallsprozesse dies unmöglich machen.

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Dialog zwischen Satan und Jesus über die Waren

Dialog zwischen Satan und Jesus über die Waren

· 1911

Eine Passage aus der arabisch-islamischen Literatur zeigt einen Dialog zwischen Satan und Jesus, in dem Satan verschiedene menschliche Laster wie Tyrannei, Hochmut und Neid als Waren anbietet und jeweils passende Käufer bestimmt. Die Stelle dient der literarischen Analyse des Motivs der weiblichen List im Kontext biblischer Narrative wie der Potiphar-Geschichte und illustriert, wie Laster und Machtstrukturen in der klassischen islamischen Literatur dargestellt wurden.

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:43:29 „Der Satan sagt, das sind Waren, für die ich Käufer suche. Was sind das für Waren, antwortet Jesus. Die erste ist die Tyrannei. Wer soll sie kaufen? Die Sultane. Die zweite ist Hochmut. Wer soll ihn kaufen? Die Adeligen. Die dritte ist Neid. Wer soll ihn kaufen? Die Gelehrten.“

Johanna Haberer liest eine Passage aus der arabisch-islamischen Literatur vor, in der Satan Jesus seine 'Waren' anbietet – Tyrannei, Hochmut, Neid, Betrug und List – und jeweils die passenden Käufer benennt. Sie nutzt den Text, um das Motiv der weiblichen List im Kontext der Potiphar-Geschichte zu illustrieren.

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