Unter Pfarrerstöchtern – Was brauchen wir wirklich
#122

Was brauchen wir wirklich

Unter Pfarrerstöchtern / 19. April 2024 / 5 Medien

Sabine Rückert, Johanna Haberer, Erzähler

Die Bergpredigt stellt eine der radikalsten Fragen überhaupt: Gott oder Geld? Anhand der Matthäus-Passage über die falsche und die rechte Sorge diskutieren die beiden, ob Jesus tatsächlich totale Besitzlosigkeit predigte — und kommen zu einem differenzierteren Bild: Jesus pflegte durchaus Umgang mit Reichen, Zöllnern und römischen Hauptleuten, forderte aber eine innere Selbstprüfung, die das Geld seines Zaubers beraubt.

„Er macht sowas wie auch eine Selbstprüfung, die zur Entzauberung des Geldes führt.“
🗣 Johanna Haberer

Erwähnte Medien (5)

Der verletzte Mensch

Der verletzte Mensch

Bernd Ulrich, Fritz Engel

Der ZEIT-Dossier-Text von Bernd Ulrich und seinem Sohn Fritz Engel analysiert das Paradoxon zwischen umfassenderem Wissen über die Klimakrise und gleichzeitiger Untätigkeit. Der Artikel sucht nach psychologischen und kulturellen Gründen für diesen Widerspruch und führt dabei Konzepte wie Stolz, Ehre und das Festhalten an der Idylle der Normalität an. Der Text wird als zeitgenössischer Kommentar zur biblischen Bergpredigt über Sorge und Vertrauen diskutiert.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:09:02 „Ich habe mir über die falsche und die rechte Sorge Gedanken gemacht und bin auf ein Dossier gestoßen, das mein Kollege Bernd Ulrich geschrieben hat, ein politischer Journalist bei der Zeit, zusammen mit seinem Sohn. Der heißt Fritz Engel und ist ein junger Mann, irgendwo in den Zwanzigern. Und der Text heißt »Der verletzte Mensch«.“

Sabine Rückert bringt diesen ZEIT-Dossier-Text als modernen Kommentar zur biblischen Bergpredigt über die falsche und die rechte Sorge mit. Der Artikel fragt, warum wir trotz vollständigen Wissens über die Klimakrise nichts dagegen unternehmen, und erklärt dies mit Stolz, Ehre und der Idylle der Normalität. Rückert liest lange Passagen daraus vor und nennt den Text eine 'Riesenpredigt', die genau zum biblischen Thema der Lilien auf dem Felde passt.

Zum Artikel bei ZEIT Online Details
Kritik der zynischen Vernunft

Kritik der zynischen Vernunft

Peter Sloterdijk · 1983

Sloterdijks Untersuchung des Zynismus als Überlebensstrategie der Moderne. Er analysiert die kynische Tradition des Widerstands – vom antiken Diogenes bis zur zeitgenössischen Kritik – und zeigt, wie akademische Philosophie selbst zur Provokation werden kann. Ein Werk über Kritik, Widerstand und die Frage nach Sinn ohne Gott.

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:20:14 „Der Philosoph Sloterdijk hätte das die Kritik der zynischen Vernunft genannt. Also, dass es ein reiner Zynismus ist, wie wir leben, wo wir doch eigentlich wissen, dass es so nicht weitergeht.“

Johanna Haberer greift nach Sabine Rückerts Lesung des Dossiers 'Der verletzte Mensch' auf Sloterdijks philosophisches Hauptwerk zurück, um die beschriebene Haltung der Gesellschaft zu benennen: Wir wissen, dass unser Lebensstil zerstörerisch ist, handeln aber trotzdem nicht — das sei reiner Zynismus im Sloterdijkschen Sinne.

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Der Mond ist aufgegangen

Der Mond ist aufgegangen

Matthias Claudius

Das Abendlied ist ein Gedicht von Matthias Claudius, das zu den bekanntesten Werken der deutschen Literatur gehört und unter dem Titel des ersten Verses Der Mond ist aufgegangen in der Vertonung von Johann Abraham Peter Schulz als christliches Lied bekannt ist. Es wurde zum ersten Mal im Musen-Almanach für 1779 (herausgegeben von Johann Heinrich Voß) veröffentlicht und fehlt seitdem in kaum einer Anthologie. Vorlage war das Gedicht Nun ruhen alle Wälder von Paul Gerhardt aus dem Jahre 1647.

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:25:41 „Matthias Claudius ist ja weltberühmt geworden durch den Mond, der aufgegangen ist.“

Sabine erwähnt das berühmte Abendlied als Referenz, um den Dichter Matthias Claudius einzuführen, bevor sie ein anderes Gedicht von ihm vorliest

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I Buch

Ich danke Gott und freue mich

Matthias Claudius

Matthias Claudius' Gedicht „Ich danke Gott, und freue mich" ist ein Danklied, das die Dankbarkeit für einfache Segnungen des Lebens ausdrückt: das Dasein selbst, die Schönheit der Natur (Sonne, Berge, Meere, Sterne) und die menschliche Gesellschaft. Der Sprecher dankt Gott bewusst dafür, nicht zum König oder reichen Mann aufgestiegen zu sein, da Ehre und Wohlstand das Herz verderben und vielen wackereren Menschen zum Nachteil gereicht sind. Während Geld zwar viele Dinge ermöglicht, kann es die wertvollsten Güter—Gesundheit, Schlaf und innerer Frieden—nicht kaufen. Das Gedicht schließt mit dem Vertrauen, dass Gott dem lyrischen Ich täglich das Notwendigste zum Leben schenken wird, wie er es auch den Spatzen auf dem Dach gibt.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:25:41 „Aber ich habe hier ein anderes Gedicht von ihm, das mich auch hier an unsere Kleingläubigen erinnert und an die Lilien und die Vögel unter dem Himmel. Das geht so. Ich danke Gott und freue mich, wie's Kind zur Weihnachtsgabe“

Sabine trägt das vollständige Gedicht vor, das thematisch zur Bergpredigt passt – Dankbarkeit für das Einfache und die Warnung vor den Gefahren von Reichtum und Ehre

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Abendlied (Der Mond ist aufgegangen)

Abendlied (Der Mond ist aufgegangen)

Matthias Claudius

Matthias Claudius (Pseudonym Asmus, * 15. August 1740 in Reinfeld (Holstein); † 21. Januar 1815 in Hamburg) war ein deutscher Dichter und Journalist, bekannt als Lyriker mit volksliedhafter, intensiv empfundener Verskunst. Matthias Claudius wurde als viertes Kind des Reinfelder Pastors Matthias Claudius und als zweites Kind seiner zweiten Frau Maria, geborene Lorck, geboren. Er besuchte die Gelehrtenschule in Plön. Im Sommersemester 1759 begann er das Studium der Theologie in Jena, später der Rechts- und Verwaltungswissenschaft.

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:25:54 „Den kennst du natürlich auch, den kennt die ganze Welt. Matthias Claudius ist ja weltberühmt geworden durch den Mond, der aufgegangen ist. Aber ich habe hier ein anderes Gedicht von ihm, das mich auch hier an unsere Kleingläubigen erinnert und an die Lilien und die Vögel unter dem Himmel.“

Sabine Rückert erwähnt das berühmteste Werk von Matthias Claudius als Referenzpunkt, bevor sie ein anderes, weniger bekanntes Gedicht desselben Dichters vorliest. Die Erwähnung dient der Einordnung des Dichters für die Hörerschaft.

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