Unter Pfarrerstöchtern – Die Ehebrecherin
#129

Die Ehebrecherin

Unter Pfarrerstöchtern / 26. Juli 2024 / 6 Medien

Sabine Rückert, Johanna Haberer, Erzähler

Diese Folge widmet sich einer der berühmtesten Bibelszenen überhaupt: Jesus und der Ehebrecherin aus dem Johannesevangelium — einer Stelle, die ironischerweise gar nicht zum ursprünglichen Text gehört, aber die Erinnerung an ein Streitgespräch Jesu mit jüdischen Schriftgelehrten bewahrt. Im Rahmen ihrer Reihe über Jesus und die Frauen geht es diesmal um eine namenlose Frau, die auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen und vor Jesus gebracht wird.

„Es ist derartig abgehoben in der Sprache, aber es hat diese wunderbare eine Geschichte von Jesus und der Sünderin.“
🗣 Johanna Haberer

Erwähnte Medien (6)

Das Land, das nicht ist

Das Land, das nicht ist

Edith Södergran · 1986

Ein Gedicht, das die Sehnsucht nach einem imaginären Land symbolisiert — Ausdruck für die Summe aller ungelebten Möglichkeiten und verlorenen Träume, besonders eine aufgegebene Liebesbeziehung. Ein Werk über Melancholie und den Schmerz des Unerfüllten.

🗣 Sabine Rückert zitiert daraus „Es gibt ein Gedicht, sagt die Oma, von Edith Södergran. Das heißt Das Land, das nicht ist. Ich sehne mich nach dem Land, das nicht ist, sagt sie in dem Gedicht. Denn alles, was ist, bin ich müde zu begehren.“

Das Gedicht wird im Buch von Alex Schulmann zitiert: Die Großmutter erklärt ihrem Enkelkind am Küchentisch, was das Gedicht für sie bedeutet. 'Das Land, das nicht ist' steht für sie nicht für den Tod, sondern für die Summe aller ungelebten Möglichkeiten — vor allem die aufgegebene Liebesbeziehung. Die Briefe des Liebhabers sind ihr Zugang zu diesem Sehnsuchtsort. Es ist ein emotionaler Schlüsselmoment des Buches.

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Unorthodox

Unorthodox

· 2020

Eine junge chassidische Jüdin aus Brooklyn flieht aus einer arrangierten Ehe und kommt in Berlin bei einer Musikgruppe unter. Doch dann holt sie ihre Vergangenheit ein.

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:08:08 „das weiß man ja auch aus dem Film Unorthodox, dann nehmen sie ihre sieben Sachen und hauen ab“

Als Beispiel dafür, dass ultraorthodoxe Frauen heute die Möglichkeit haben, aus ihrer Gemeinschaft auszubrechen

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C Buch

Christus. Der Ernstfall

Jack Miles · 2001

Eine literarische Deutung der biblischen Figur Jesu mit Fokus auf dessen rätselhaften Handlungen und Worten. Miles untersucht, was hinter Jesu Taten stecken könnte, insbesondere bei der Szene, in der er in den Sand schreibt, und bietet dabei eine kunstvolle, persönliche Interpretation von Christus als Figur.

🗣 Sabine Rückert zitiert daraus bei ⏱ 00:11:30 „Jack Miles hat da seine besonderen Vorlieben. Er hat seine Vorstellung, was Jesus da reingeschrieben hat in den Sand“

Jack Miles' literarische Deutung der Szene, in der Jesus in den Sand schreibt, wird ausführlich zitiert und diskutiert

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Christ: A Crisis in the Life of God

Christ: A Crisis in the Life of God

Jack Miles · 2002

Focuses on the New Testament to present Jesus as a spiritual figure and literary character with ties that span from the creation to the end of time.

🗣 Sabine Rückert zitiert daraus bei ⏱ 00:11:36 „Ja, Jack Miles hat da seine besonderen Vorlieben. [...] Vom Schreiben auf die Erde ist es nur ein kleiner Schritt zum Schreiben an die Wand. Vielleicht will Jesus den Schriftgelehrten, die sich in der Bibel gut auskennen, jene Szene im Buch Daniel in Erinnerung rufen, in der bei einem Festmahl eines dem Untergang geweihten babylonischen Monarchen unheilverkündend eine Schrift an der Wand erscheint.“

Sabine Rückert zitiert ausführlich aus Jack Miles' Buch, um eine literarische Deutung der Szene zu liefern, in der Jesus mit dem Finger auf die Erde schreibt. Miles zieht eine Verbindung zum Menetekel im Buch Daniel und spekuliert, Jesus habe die Schriftgelehrten damit an die Geschichte der fälschlich des Ehebruchs bezichtigten Susanna erinnern wollen. Johanna Haberer ergänzt die Deutung um moderne exegetische Perspektiven.

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Verbrennen alle meine Briefe

Verbrennen alle meine Briefe

Alex Schulmann

Eine Familiengeschichte über die Großeltern des Autors: Der strenge, berühmte schwedische Großvater und seine unterdrückte Ehefrau, die eine leidenschaftliche Liebe zu einem jüngeren Schriftsteller entwickelt, sich aber nie von ihrem Mann befreien kann. Eine Meditation über weibliche Selbstbestimmung und internalisierte Unterdrückung.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:36:47 „Und dieses Buch hat mich sehr, sehr beschäftigt. Es ist von Alex Schulmann und heißt Verbrennen alle meine Briefe.“

Sabine Rückert stellt das Buch ausführlich vor und liest lange Passagen daraus vor. Alex Schulmann erzählt die Geschichte seiner Großeltern: Sein Großvater, ein berühmter schwedischer Schriftsteller und strenger Katholik, unterdrückte seine Frau ein Leben lang. Die Großmutter ging eine leidenschaftliche Liebesbeziehung mit einem jüngeren Schriftsteller ein, konnte sich aber nie von ihrem Mann lösen. Das Buch wird zum Anlass für eine Diskussion über weibliche Selbstbestimmung und internalisierte Unterdrückung.

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Morgen ist auch noch ein Tag

Morgen ist auch noch ein Tag

· 2023

Im Italien der Nachkriegszeit ist die Familie der typischen Hausfrau Delia in Aufruhr wegen der bevorstehenden Verlobung der geliebten Erstgeborenen Marcella. Der Eingang eines mysteriösen Briefes wird Delia jedoch den Mut geben, sich ihrem misshandelnden Ehemann zu stellen und sich eine bessere Zukunft vorzustellen.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:42:59 „Ich war jetzt gerade in einem Film, der heißt Morgen ist auch noch ein Tag, der spielt 1946. Da ist eine Frau, die lässt sich von ihrem Mann da schikanieren. Das ist unvorstellbar. Spielt in Italien und am Schluss befreit sie sich so ein bisschen, nicht richtig, aber so ein bisschen, was auch schon als großer Verdienst gefeiert wird.“

Sabine Rückert zieht den italienischen Film als Parallele zum Schicksal der Großmutter in Schulmanns Buch heran. Beide Geschichten handeln von Frauen in unterdrückerischen Ehen, die sich nicht oder nur minimal befreien können. Rückert nutzt den Vergleich, um ihre These zu unterstreichen, dass zur Unterdrückung immer auch ein Nicht-Ergreifen-Können von Befreiungsmöglichkeiten gehört.

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