Unter Pfarrerstöchtern – Die Heiligen #2 Carl Gustav Jung, der Herr der Schatten
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Die Heiligen #2 Carl Gustav Jung, der Herr der Schatten

Unter Pfarrerstöchtern / 03. April 2026 / 4 Medien

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Johanna Haberer erklärt, warum Carl Gustav Jung sie ein Leben lang begleitet hat: Anders als Freud erkannte Jung die spirituelle Dimension als wesentliche Kraftquelle des Menschen und entwickelte mit der analytischen Psychologie einen Ansatz, der auf Imagination, Fantasie und Kreativität setzt. Obwohl man heute Psychologie studieren kann, ohne Jungs Namen je zu hören, arbeiten Therapeuten weltweit weiter mit seinen Methoden — besonders in der Tiefenpsychologie, wo die Verbindung zum Unendlichen nicht als esoterischer Überbau gilt, sondern als Voraussetzung für echte Persönlichkeitsentwicklung.

„Die entscheidende Frage für den Menschen ist, bist du auf Unendliches bezogen oder nicht? Das ist das Kriterium seines Lebens.“
🗣 Carl Gustav Jung

Erwähnte Medien (4)

Heilige, verrückt oder entrückt

Heilige, verrückt oder entrückt

Julia Friedrichs

Reportage von Julia Friedrichs aus Die Zeit (2013): Eine Recherche über Heiligenbiografien, bei der die Autorin Psychiatern die Frage vorlegt, ob außergewöhnliche Verhaltensweisen verehrter Heiliger auf psychische Erkrankungen hindeuten könnten.

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:09:39 „Als ich noch in der Chefredaktion war und für die Titelgeschichten verantwortlich, da habe ich mal eine Titelgeschichte in Auftrag gegeben, die die wunderbare Julia Friedrichs dann tatsächlich durch Recherche erfüllt hat. Es wurde ein sehr schöner Titel, der hieß Heilige, verrückt oder entrückt. Und es war 2013 und da ist Julia Friedrichs losgelaufen für uns und ist dem Rätsel des Heiligen auf der Spur gewesen.“

Sabine Rueckert erzählt von einer ZEIT-Titelgeschichte aus dem Jahr 2013, die sie selbst als Chefredakteurin in Auftrag gegeben hat. Julia Friedrichs hat darin Heiligenbiografien recherchiert und sie Psychiatern vorgelegt, um zu prüfen, ob deren Verhaltensweisen auf psychische Erkrankungen hindeuten. Der Artikel wird im Gespräch ausführlich referiert und bildet einen zentralen Bezugspunkt der gesamten Folge.

Zum Artikel bei ZEIT Online Details
Guinness Buch der Rekorde

Guinness Buch der Rekorde

· 1998

Das Buch der Guinness World Records, auch Guinness-Buch der Rekorde, ist eine Sammlung von Rekorden, die vom Unternehmen Guinness World Records Limited herausgegeben wird. Das Buch erscheint seit 1955 jährlich und enthält sowohl menschliche Höchstleistungen und Extremwerte als auch natürliche Phänomene.

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:23:54 „Da ist auch Sebastian Murken, das ist einer der Psychiater, ratlos. Das geht doch ziemlich alles in Richtung Guinness Buch der Rekorde, sagt er.“

Sabine Rueckert zitiert den Psychiater Sebastian Murken, der angesichts des Säulenheiligen Simeon ratlos ist und dessen Leistung nur noch mit dem Guinness Buch der Rekorde vergleichen kann. Es ist eine humorvolle, beiläufige Erwähnung im Kontext der Frage, ob Heilige psychisch krank waren.

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Legenda Aurea

Legenda Aurea

Jacobus de Voragine · 1999

"Among the books which afford us an insight into the popular religious thought of the middle ages, none holds a more important place than the Legenda Aurea or Golden Legend. The book was compiled and put into form about the year 1275 by Jacobus de Voragine, Archbishop of Genoa, who laid under contribution for his purpose the Lives of the Fathers by S.

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:24:26 „Vielleicht sollen wir nochmal, weil wir bei diesen anerkannten Heiligen sind, vielleicht nochmal auf die Legenda Aurea hinweisen. Das ist ein Legendenbuch, ich glaube aus dem 12. Jahrhundert, 1100 noch was. Und da sind die heiligen Legenden zum Teil eben aufgeschrieben.“

Johanna Haberer verweist auf die Legenda Aurea als mittelalterliche Sammlung von Heiligenlegenden und lässt daraus die Geschichte des heiligen Martin vorlesen, der dem Kaiser Feuer unter dem Thron entfachte. Das Buch dient als Illustration dafür, wie Heiligengeschichten überliefert wurden.

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G Buch

Gottescourage

· 1988

Das Buch erforscht ein theologisches Verständnis von Heiligkeit, das sich von idealisierten Vorstellungen unterscheidet. Wahre Heilige sind nicht sündlos, sondern Menschen, die sich bewusst weder mit ihrer eigenen Fehlbarkeit noch mit den Missständen der Welt abfinden. Sie verkörpern eine aktive, gestörte Form der Heiligkeit, die im Widerstand gegen Ungerechtigkeit lebendig wird.

🗣 Johanna Haberer empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:26:10 „Und ich wollte dann auch noch ein Stück vorlesen aus einem Buch, das heißt Gottescourage, was eigentlich Heilige sind. Die wirklichen Heiligen sind von Ausnahmen abgesehen keine zeitentrückten, nur auf Altären thronenden Idealmenschen.“

Johanna Haberer liest eine längere Passage aus dem Buch vor, die ihre Definition von Heiligkeit zusammenfasst: Heilige seien keine sündlosen Idealwesen, sondern – wie Karl Barth formulierte – «unüberwindlich gestörte Sünder», die sich weder mit der eigenen Sünde noch mit dem Zustand der Welt abfinden. Das Zitat bildet das theologische Fazit der Folge.

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