ZEIT Verbrechen – Das Kind in der Sonne
#121

Das Kind in der Sonne

ZEIT Verbrechen / 15. November 2022 / 4 Medien

Sabine Rückert, Andreas Sentker & Emilia Smechowski

Der Prozess am OLG Frankfurt ist außergewöhnlich: Ein Iraker wird in Deutschland wegen Völkermords an einer Jesidin angeklagt — verhandelt von der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Autorin Emilia Smechowski begleitete den Prozess für das Zeitmagazin und schildert, wie eine entsetzlich banale Tat in einem Hinterhof an einem heißen Sonnentag zum Gegenstand eines der schwersten Straftatbestände überhaupt wurde.

„Ich habe eigentlich nur das Schlagwort Völkermord gelesen und den Ort OLG Frankfurt und habe mich schon total gewundert. Es ist auch gar nicht so oft, dass es überhaupt Völkermordprozesse gibt und in Deutschland erst recht nicht.“
🗣 Emilia Smechowski

Erwähnte Medien (4)

Das schwerste Verbrechen der Welt

Das schwerste Verbrechen der Welt

Emilia Smechowski

Der Artikel von Emilia Smechowski aus dem Zeitmagazin (Oktober 2021) berichtet vom Völkermordprozess am Oberlandesgericht Frankfurt gegen den ISIS-Kämpfer Taha Al-Jod, der für den Tod eines fünfjährigen jesidischen Mädchens angeklagt ist. Er untersucht die juristische Verfolgung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

🗣 Andreas Sentker empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:02:03 „Das schwerste Verbrechen der Welt heißt die Überschrift über diesem Text, der im Oktober 2021 erschienen ist.“

Der Artikel von Emilia Smechowski erschien im Zeitmagazin und bildet die Grundlage für das Gespräch in dieser Podcast-Folge. Er beschreibt den Völkermordprozess am OLG Frankfurt gegen das IS-Mitglied Taha Al-Jod, der wegen des Todes eines fünfjährigen jesidischen Mädchens angeklagt ist.

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Artikel über einen Besuch in Auschwitz

Artikel über einen Besuch in Auschwitz

Emilia Smechowski

Emilia Smechowski beschreibt einen Besuch in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau und beobachtet, wie Schulklassen durch das ehemalige Vernichtungslager ziehen – Cola trinkend, Kaugummis klebend, ohne erkennbare Betroffenheit. Der Text thematisiert den Widerspruch zwischen der historischen Schwere des Ortes und dem touristisch-gleichgültigen Verhalten mancher Besucher. Smechowski, die als polnisch-deutsche Journalistin einen persönlichen Bezug zu diesem Thema hat, stellt die Frage, was Erinnerungskultur an einem solchen Ort noch leisten kann. Der Artikel erschien im Zeitmagazin und wurde von Redakteurin Sabine Rückert als Beleg für Smechowskis außergewöhnliche journalistische Qualität hervorgehoben.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:02:47 „Und ich weiß noch, dein unglaublich guter Artikel über einen Besuch in Auschwitz. Da hat sie beschrieben, wie da Schulklassen durchgehen und dann dabei einen Cola trinken und sonst was. Und ihre Kaugummis irgendwo hinkleben. Ja, also eine wahnsinnige Geschichte war das.“

Sabine Rückert stellt die Gastautorin Emilia Smechowski vor und lobt deren journalistische Qualität. Als Beleg nennt sie einen früheren Artikel Smechowskis im Zeitmagazin, der einen Besuch in der Gedenkstätte Auschwitz beschreibt und den respektlosen Umgang mancher Schulklassen dort thematisiert.

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Reportage über den Frankfurter IS-Prozess

Reportage über den Frankfurter IS-Prozess

Emilia Smechowski

Ausführliche Reportage über einen Frankfurter Gerichtsverfahren gegen einen jungen Iraker, der der Beteiligung an Völkermord-Verbrechen der IS an Jesiden vorgeworfen wird. Der Fall basiert auf dem Tod eines jesidischen Mädchens im Irak. Die Recherche zeigt, dass solche Ermittlungen in Deutschland häufiger sind als bekannt – seit 2011 gab es in Karlsruhe über 220 ähnliche Anfangsermittlungen.

🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:40:27 „Seit 2011 gab es in Karlsruhe 227 solcher Anfangsermittlungen, hast du in deinem Text geschrieben. Das ist eine ganz erstaunliche Zahl.“

Andreas Sentker bezieht sich auf Emilia Smechowskis ausführliche Reportage über den Frankfurter Völkermord-Prozess gegen Taha al-Jod, die sie über anderthalb Jahre Prozessbeobachtung hinweg verfasst hat. Der genaue Titel und das Erscheinungsmedium werden im Transkript nicht genannt, aber der Text bildet die inhaltliche Grundlage der gesamten Podcast-Folge.

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Rede vor den Vereinten Nationen (2019)

Rede vor den Vereinten Nationen (2019)

Amal Clooney

Amal Clooney appellierte 2019 vor der UN an die internationale Gemeinschaft, die systematischen Verbrechen gegen die Jesidinnen aufzuklären und zu ahnden. Mit dem Vergleich zu den Nürnberger Prozessen forderte sie die Staaten zu entschlossenem Handeln gegen Völkermord auf.

🗣 Emilia Smechowski referenziert bei ⏱ 00:46:17 „Ich hatte sie vor allem nach ihrer berühmten Rede gefragt vor der UN 2019. Denn da sprach sie von den Jesidinnen und dort hat sie Nürnberg erwähnt. Also sie hat gesagt, this is your Nürnberg Moment, um diese Verbrechen aufzuklären.“

Emilia Smechowski berichtet von ihrem Telefonat mit Amal Clooney und bezieht sich auf deren bekannte Rede vor den Vereinten Nationen 2019, in der Clooney die internationale Gemeinschaft aufforderte, die Verbrechen an den Jesidinnen aufzuklären – mit dem historischen Vergleich zu den Nürnberger Prozessen. Smechowski fragte Clooney, ob auch der Frankfurter Prozess zu diesem ‚Nürnberg-Moment' zähle.

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