ZEIT Verbrechen – Maddie und die Gespenster
#140

Maddie und die Gespenster

ZEIT Verbrechen / 16. Mai 2023 / 3 Medien

Sabine Rückert, Andreas Sentker & Anne Kunze

Eine 21-jährige Polin namens Julia W. behauptet auf Instagram, die 2007 in Portugal verschwundene Madeleine McCann zu sein — sie postet Vergleichsfotos, verweist auf angebliche Ähnlichkeiten bei Gesichtsform und einem Fleck auf der Iris. Kriminalreporterin Anne Kunze hat den Fall recherchiert, ihre Kollegin Sophie Rebmann reiste nach Polen und wurde als einzige Journalistin von Julia W. empfangen.

„Das ist eine reine Instagram-Geschichte von dieser Julia W.“
🗣 Anne Kunze

Erwähnte Medien (3)

Das Verschwinden der Madeleine McCann

Das Verschwinden der Madeleine McCann

· 2019

Das britische 3-jährige Mädchen Madelaine McCann wurde 2007, während sie mit ihrer Familie in Portugal Urlaub machte, aus ihrer Ferienwohnung entführt und wird seitdem vermisst. Immer wieder ermittelten verschiedene Behörden, die Portugiesischen und die Britischen, in ihrem Fall, doch die Suche blieb stets erfolglos. Die Netflix-Serie möchte nun einen objektiven Einblick in ihr Verschwinden und die damit einhergehenden Ermittlungen geben.

🗣 Anne Kunze referenziert bei ⏱ 00:09:49 „Da gibt es auch eine, wie ich finde, nicht besonders gute Netflix-Doku dazu mit ein paar Teilen, acht oder so. Man muss es sich nicht angucken, aber ich finde, dass es eine nicht besonders gelungene Serie ist.“

Im Gespräch über den Fall Madeleine McCann erwähnt Sabine Rückert die Netflix-Dokumentation über das Verschwinden des Mädchens. Sie bewertet die mehrteilige Doku-Serie ausdrücklich negativ und rät davon ab, sie anzuschauen.

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Hitler-Tagebücher

Hitler-Tagebücher

Konrad Kujau · 2009

Die Fälschung des Jahrhunderts Am 25. April 1983 präsentierte der STERN der staunenden Öffentlichkeit seinen Sensationsfund: die Hitler-Tagebücher. Nur kurze Zeit später entpuppten sie sich als Fälschung, und der größte Presseskandal der Bundesrepublik war geboren. Aber wie konnte es dazu kommen? Michael Seufert, damals Redakteur beim STERN, war dabei, und er kennt alle Beteiligten.

🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:38:15 „Man hat, ohne da unsachlich werden zu wollen, schon den Eindruck, dass der Fall Medi sich für die Staatsanwaltschaft zu deren Hitler-Tagebüchern auswachsen könnte.“

Verteidiger Johann Schwenn zieht im O-Ton einen drastischen Vergleich: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig könnte sich mit dem Fall Madeleine McCann ähnlich blamieren wie 1983 der Stern mit den gefälschten Hitler-Tagebüchern. Er kritisiert damit die offensive Medienpolitik der Staatsanwaltschaft bei gleichzeitig dünner Beweislage.

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Der gute Mensch von Sezuan

Der gute Mensch von Sezuan

Bertolt Brecht

Brechts Theaterstück wird als Beispiel dafür angeführt, dass demokratisches Engagement nicht aus Altruismus entspringt, sondern aus wohlverstandenem Eigeninteresse. Die Anspielung zeigt: Wenn die Demokratie funktioniert, hat der Einzelne ein gutes Leben – ein rationaler Grund für Engagement jenseits von Selbstlosigkeit.

🗣 Andreas Sentker zitiert daraus bei ⏱ 00:41:47 „Ich würde diese Folge mit einer Abwandlung eines von Marcel Reich-Ranitzky viel zitierten Satzes beenden. Diesmal sehen wir betroffen den Vorhang zu und immer noch viele Fragen offen.“

Andreas Sentker beendet die Folge mit einer abgewandelten Version des berühmten Epilog-Verses aus Brechts Theaterstück, den Marcel Reich-Ranicki häufig zitierte. Das Original lautet 'Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.' Sentker passt den Satz auf den ungelösten Fall Madeleine McCann an.

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