ZEIT Verbrechen – Wie weit darf eine Frau gehen
#143

Wie weit darf eine Frau gehen

ZEIT Verbrechen / 14. Juni 2023 / 5 Medien

Andreas Sentker & Anne Kunze

Zum fünfjährigen Jubiläum blickt das Team bei einer Live-Veranstaltung an der Uni Hamburg auf die Bandbreite ihrer Fälle zurück — von prominenten Tätern wie Jörg Kachelmann bis zu unbekannten Schicksalen, von heiteren Hochstaplern bis zu Staatsverbrechen. Anne Kunze erklärt, warum Kriminalberichterstattung seit Shakespeare und Dostojewski die universellste Form des Erzählens ist, und schildert den Fall eines jungen russischen Polizisten, der ahnungslos in ein Verbrechersyndikat gerät.

„Das Verbrechen ist überall und das Verbrechen ist eben auch in uns selbst.“
🗣 Anne Kunze

Erwähnte Medien (5)

Tatort

Tatort

ARD · 1970

Unter dem Titel Tatort sind streng genommen Dutzende von Krimiserien vereint. Jede ARD-Anstalt produziert innerhalb der Tatort-Reihe 90 Minuten lange Filme mit eigenen Ermittlern, die in der Regel Mordfälle aufzuklären haben. Auch das Schweizer und das Österreichische Fernsehen schicken eigene Polizisten ins Rennen. Einige Folgen wurden vom ORF außerhalb der offiziellen Tatort-Reihe ohne die ARD produziert und in der Erstausstrahlung nur in Österreich in der Erstausstrahlung gesendet.

🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:01:04 „Sabine, als du mich gefragt hast, machen wir diesen Podcast zusammen, habe ich immer so ein bisschen gedacht, das ist wie Tatort. Also es gibt Münster und Börne und es gibt Dortmund, aber es gibt eigentlich in jedem Fall einen Mord.“

Andreas Sentker vergleicht die Vielfalt des Podcasts mit dem Tatort-Prinzip: Verschiedene Ermittlerteams, aber immer ein Mord. Der Vergleich dient ihm als Einstieg, um zu zeigen, dass ihr eigener Podcast viel breiter aufgestellt ist als das klassische Krimi-Format.

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Die Bibel

Die Bibel

Die Bibel als Klassiker der Weltliteratur und religiöses Fundament – ein Werk, das in westlichen Kulturen ständig zitiert wird, vielen Menschen aber weitgehend unbekannt bleibt. Jan Böhmermann nennt sie als eine seiner größten Wissenslücken und beschreibt das Unbehagen, nicht mitreden zu können, wenn andere Bibelreferenzen einbauen. Eine Anleitung zum Nachschlagen für alle, die ihre Kulturkompetenz erweitern möchten.

🗣 Anne Kunze referenziert bei ⏱ 00:02:17 „Es ist ja auch kein Zufall, dass die ganze Kunst und die Literatur immer wieder mit großen Kriminalfällen zu tun hat. Ob das jetzt Shakespeare ist oder Dostoevsky oder die Bibel. Also die Mutter aller Literatur. Es wird übrigens jetzt in Utah verboten, die Bibel in Schulen zu lesen, weil da so viele Verbrechen drin sind.“

Anne Kunze argumentiert, dass Verbrechen seit jeher der Stoff großer Literatur ist, und nennt die Bibel als ältestes Beispiel – die 'Mutter aller Literatur'. Sie fügt die aktuelle Pointe hinzu, dass Utah die Bibel an Schulen wegen ihrer Gewalt- und Pornografie-Darstellungen verbieten will.

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Artikel über einen jungen russischen Polizisten in Moskau

Artikel über einen jungen russischen Polizisten in Moskau

Michael Thumann

Ein junger Mann vom russischen Land bewirbt sich an der Moskauer Polizeischule und wird aufgenommen. Dort erlebt er, wie tief Korruption und Kriminalität in den Sicherheitsapparat eingebettet sind. Das System zieht ihn hinein, macht ihn selbst zum Teil des Verbrechens. Am Ende flieht er nach Georgien. Michael Thumann nutzt diese persönliche Geschichte, um zu zeigen, wie der russische Staat seine eigenen Bürger korrumpiert und wie schwer es ist, sich dem zu entziehen.

🗣 Anne Kunze referenziert bei ⏱ 00:02:49 „Wir hatten ja jetzt in der Zeit eine Seite in der Politik, in der heutigen Ausgabe der Zeit, eine Seite von Michael Thumann über einen jungen Polizisten, der irgendwo vom Lande kommt und in Moskau auf die Polizeischule will und dort aufgenommen wird und dann merkt, das sind alles Verbrecher.“

Anne Kunze verweist auf einen aktuellen ZEIT-Artikel von Michael Thumann, der das Schicksal eines jungen russischen Polizisten schildert, der in Moskau in ein korruptes System gerät und schließlich nach Georgien flieht. Sie nutzt das Beispiel, um zu zeigen, wie schnell man selbst zum Verbrecher werden kann, wenn die Umstände einen dazu drängen.

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Artikel über Samenspender mit vielen Halbgeschwistern

Artikel über Samenspender mit vielen Halbgeschwistern

Leonie ist Nachkommin eines Samenspenders, sie weiß von 20 Halbgeschwistern. Sind da noch mehr? Der Fall wirft die Frage auf, ob es eine Obergrenze geben sollte.

🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:18:45 „Wir haben gerade in der Zeit vor vier oder fünf Wochen den Fall beschrieben, dass in einer solchen Kinderwunschpraxis ein Spender besonders häufig spendet und dass darum Menschen plötzlich feststellen, sie sind von lauter Halbgeschwistern umgeben, von denen sie gar nichts wussten.“

Andreas Sentker verweist auf einen eigenen ZEIT-Artikel, der wenige Wochen zuvor erschienen ist und den Fall eines Samenspenders beschreibt, dessen Kinder sich unerwartet als Halbgeschwister entdecken. Er nutzt das Beispiel, um die fehlende rechtliche Regulierung der Fortpflanzungsmedizin in Deutschland zu illustrieren.

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Artikel über niederländischen Samenspender mit 6000 Kindern

Artikel über niederländischen Samenspender mit 6000 Kindern

Das Urteil befasst sich mit einem niederländischen Samenspender, der schätzungsweise 6000 biologische Kinder hat. Das Gericht hat entschieden, dass er weitere Spermaspenden nicht durchführen darf und sein Sperma wird vernichtet. Gleichzeitig bestätigt das Urteil das Recht der Kinder, Informationen über ihren biologischen Vater zu erhalten. Der Fall verdeutlicht die Regulierungslücken in der internationalen Fortpflanzungsmedizin.

🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:19:09 „Es gab jetzt gerade in dieser Woche, heute, bei den Kollegen vom Spiegel gelesen, ein Gerichtsurteil gegen einen Niederländer, der wahrscheinlich weltweit 6000 Kinder gezeugt hat und bei dem das Gericht jetzt entschieden hat, er soll nicht mehr und das Sperma wird vernichtet.“

Andreas Sentker ergänzt die Diskussion über die ungeregelten Bereiche der Fortpflanzungsmedizin mit einem tagesaktuellen Spiegel-Bericht über einen niederländischen Samenspender, der vermutlich 6000 Kinder gezeugt hat. Das Beispiel zeigt, dass nicht nur Deutschland, sondern auch andere Länder mit der Regulierung dieser Fälle überfordert sind.

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