ZEIT Verbrechen – Wer gecancelt wird, ist toxisch
#151

Wer gecancelt wird, ist toxisch

ZEIT Verbrechen / 22. August 2023 / 8 Medien

Sabine Rückert, Andreas Sentker & Khuê Phạm

Im zweiten Teil der Kevin-Spacey-Recherche reist Journalistin Anne Kunze nach Baltimore, um den gefallenen Hollywoodstar persönlich zu treffen — ermöglicht durch monatelangen Kontakt mit Spaceys Manager Evan Lowenstein, einem ehemaligen Popmusiker, der trotz massiven Drucks an Spaceys Seite blieb. Die Episode zeigt eindringlich, wie Cancel Culture nicht nur den Beschuldigten trifft, sondern jeden in seinem Umfeld kontaminiert: Freunde aus der Filmbranche treffen Spacey noch heimlich, stehen aber öffentlich nicht zu ihm — wer Nähe zeigt, wird selbst toxisch.

„Es wird eben einfach auch sehr viel behauptet, was nicht stimmt. Das muss man wissen, wenn man in dieser Szene unterwegs ist.“
🗣 Sabine Rückert

Erwähnte Medien (8)

Richard III.

Richard III.

William Shakespeare

Shakespeares Tragödie über die Machtergreifung des englischen Königs Richard III. während der Rosenkriege. Das Stück dient häufig als Spiegel für zeitgenössische politische Verhältnisse, wie eine israelische Inszenierung bei den Wiener Festwochen zeigte, die das Klassische nutzte, um subtil über gegenwärtige Konflikte zu reflektieren.

🗣 Khuê Phạm erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:07:49 „Und hat auch, wenn man sich die Theaterkritiken von damals durchliest, insgesamt einen sehr guten Job gemacht. Nicht jede seiner Inszenierungen war gut, es gab wohl eine fürchterlich schlechte Inszenierung mit dem Hollywood-Regisseur Sam Altman. Aber er hat wohl auch einige sehr gute Produktionen gemacht, zum Teil auch selber mitgespielt, zum Beispiel in Richard III., Shakespeare-Produktion.“

Anne Kunze schildert Kevin Spaceys Zeit als künstlerischer Leiter am Old Vic Theater in London (2003–2015). Richard III. wird als Beispiel für eine gelungene Produktion genannt, in der Spacey selbst mitspielte. Die Theaterarbeit war Spaceys 'erste Liebe' und brachte ihm sogar zwei britische Ritterorden ein.

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Kevin-Spacey-Porträt im Zeit Magazin

Kevin-Spacey-Porträt im Zeit Magazin

Anne Kunze

Das Porträt basiert auf einem Tag, den Journalistin Anne Kunze mit dem Schauspieler Kevin Spacey in Baltimore verbrachte – sein erstes großes Interview seit seinem beruflichen Rückgang. Der Artikel erschien am 15. Juni 2023, kurz vor dem Prozessauftakt gegen Spacey, und bietet Einblicke in sein Leben als sozialer Außenseiter und die Komplexität von Cancel Culture.

🗣 Khuê Phạm referenziert bei ⏱ 00:10:13 „Und wir müssen nochmal deutlich sagen, dein Text, der aus dieser Wahnsinnsrecherche und dieser Geschichte, die du jetzt gerade erzählst, entstanden ist, erschien am 15. Juni. Zum Urteil kommt es dann am 26. Juli 2023, nur um das einmal zeitlich einzuordnen.“

Andreas Sentker ordnet den Zeitartikel von Anne Kunze zeitlich ein: Er erschien am 15. Juni 2023, zwei Wochen vor Prozesseröffnung in London. Der Artikel war ein nuanciertes Porträt über Kevin Spacey, basierend auf einem ganzen Tag, den Anne Kunze mit ihm in Baltimore verbrachte – sein erstes großes Interview seit dem Sturz.

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House of Cards

House of Cards

Beau Willimon / Netflix · 2013

Nachdem er vom Weißen Haus hintergangen wurde, bahnt sich US-Kongressmitglied Underwood durch Erpressung, Skrupellosigkeit, Verführung und Ehrgeiz seinen Weg zur Macht.

🗣 Khuê Phạm referenziert bei ⏱ 00:15:08 „Er hat nicht gesagt, ich war ein Arschloch im Umgang mit den Leuten beim House of Cards, wo ich ein toxisches Klima verbreitet habe oder im Umgang mit jungen Schauspielern, die zu mir gekommen sind, weil sie Rat haben wollten.“

Anne Kunze beschreibt, wie Kevin Spacey bei ihrem Interview in Baltimore zwar einräumte, früher ein 'Arschloch' gewesen zu sein, aber nur oberflächlich. Die Netflix-Serie House of Cards wird als Beispiel genannt, wo Spacey ein toxisches Arbeitsklima verbreitet haben soll – ein Vorwurf, den er im Gespräch nicht adressierte.

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Let Me Be Frank

Let Me Be Frank

Kevin Spacey

Spacey verkörpert seinen ikonischen Frank-Underwood-Charakter in dieser direkten Kamera-Performance. Ein theatrales Statement zwischen Humor und Ernst, das zum viralen Wendepunkt seiner Karriere wurde.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:21:12 „Er hat nämlich ein YouTube-Video produziert und veröffentlicht. Let me be Frank. Lass es mich frei aussprechen, quasi übersetzt. Aber natürlich auch das Wortspiel. Let me be Frank. Lass mich Frank sein. Frank Underwood.“

Andreas Sentker beschreibt das berühmte YouTube-Video, das Kevin Spacey während seiner 'Verbannung' aus Hollywood veröffentlichte. Darin schlüpft Spacey in die Rolle von Frank Underwood aus House of Cards und spricht direkt in die Kamera. Das Video wurde 13 Millionen Mal angesehen und galt in den Medien als Zeichen seines tiefen Falls, für Fans jedoch als Lebenszeichen.

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FAZ-Prozessbericht zum Spacey-Prozess

FAZ-Prozessbericht zum Spacey-Prozess

Gina Thomas

FAZ-Prozessbericht über die Gerichtsverhandlung gegen Kevin Spacey in London. Die Korrespondentin Gina Thomas berichtete von der Verhandlung vor Gericht, bei der unter anderem der Sänger Elton John per Videoschalte aus Monaco als Zeuge aussagte und Aussagen eines Klägers in Frage stellte. Der Artikel behandelt auch die Gerichtsinstruktionen an die Geschworenen, sich von Spacys Berühmtheit nicht beeinflussen zu lassen.

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:27:12 „Jetzt lese ich dir mal vor, was die FAZ darüber geschrieben hat, die ihre Korrespondentin Gina Thomas in den Prozess geschickt hat. Die Staatsanwältin Christine Anou hatte die Geschworenen ermahnt, sich nicht von Spacys Ruhm blenden zu lassen.“

Sabine Rückert liest aus einem FAZ-Prozessbericht der Korrespondentin Gina Thomas vor, die den Spacey-Prozess in London vor Ort verfolgte. Der Artikel beschreibt unter anderem die Zeugenaussage von Elton John per Videoschalte aus Monaco, die die Behauptungen eines Klägers in Frage stellte.

Zum Artikel bei FAZ Details
Bericht über den Kevin-Spacey-Prozess

Bericht über den Kevin-Spacey-Prozess

Gina Thomas

Mehrere Männer werfen Hollywoodstar Kevin Spacey Missbrauch und sexuelle Belästigung vor. Die Vorwürfe beziehen sich unter anderem auf Spaceys Zeit als künstlerischer Leiter am Theater Old Vic in London.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:27:12 „Jetzt lese ich dir mal vor, was die FAZ darüber geschrieben hat, die ihre Korrespondentin Gina Thomas in den Prozess geschickt hat. Die Staatsanwältin Christine Anou hatte die Geschworenen ermahnt, sich nicht von Spacys Ruhm blenden zu lassen.“

Sabine Rückert liest aus einem FAZ-Prozessbericht der London-Korrespondentin Gina Thomas vor, der die Verhandlung gegen Kevin Spacey am Southwark Crown Court dokumentiert. Der Artikel beschreibt unter anderem die Zeugenaussage von Elton John per Videoschalte aus Monaco, die offenbar mitentscheidend für den Freispruch war.

Zum Artikel bei Spiegel Details
Control

Control

· 2007

Der junge Ian Curtis heiratet seine 19 jährige große Liebe, Deborah. Sie erwarten ein gemeinsames Kind und Ian jobbt beim Arbeitsamt um seiner jungen Familie ein schönes Leben zu ermöglichen. Nebenbei gründet er mit Freunden eine Band namens ‘Joy Division’. Ian wird Sänger und Kopf einer der bedeutsamsten englischen Bands, die die Entwicklung des Punk in Großbritannien in den 70ern und 80ern wesentlich mitgestalteten. Zwar läuft es mit der Band bestens, doch Ian leidet unter Epilepsie und muss z

🗣 Khuê Phạm referenziert bei ⏱ 00:43:23 „Und ansonsten gibt es ja noch den Film, dessen Entstehung ich begleitet habe, Control. Der wiederum hat ja zu Teilen Aufwind erfahren, großes mediales Interesse.“

Anne Kunze erwähnt den Low-Budget-Film 'Control', bei dem Kevin Spacey nur als Stimme des Erpressers mitwirkt. Nach dem Freispruch habe der Film neues Interesse von Filmverleihen erfahren, in den USA sei bereits ein Kinostart im Dezember geplant, und auch in Deutschland seien Streaming-Rechte verkauft worden.

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Smells Like Teen Spirit

Smells Like Teen Spirit

Nirvana

Smells Like Teen Spirit ist ein Song der US-amerikanischen Rockband Nirvana, der im September 1991 veröffentlicht wurde. Er ist die erste Singleauskopplung ihres Albums Nevermind und gilt als der Titel, der Grunge im Allgemeinen und Nirvana im Speziellen zum Durchbruch verhalf.

🗣 Andreas Sentker erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:44:15 „Euer Abend im Jazzclub endet mit einer Jazzversion von Smells Like Teen Spirit von Nirvana. Das fand ich sehr witzig.“

Andreas Sentker bezieht sich auf eine Szene aus Anne Kunzes Porträt: Der gemeinsame Tag mit Kevin Spacey endet in einem Jazzclub in Baltimore, wo eine Jazzversion von Nirvanas 'Smells Like Teen Spirit' gespielt wird – ein stimmungsvoller Schlusspunkt, an dem das Gespräch zwischen Journalistin und Spacey an seine Grenzen stößt.

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