Madame Macron Der Rufmord aus dem Netz
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Paris-Korrespondent Matthias Krupa berichtet vom Pariser Prozess gegen die Verbreiter eines digitalen Rufmords an Brigitte Macron. Auf den Fluren des Gerichts mischen sich Gelbwesten-Veteranen und eine Rentnerin in blauer Latzhose mit Anti-Macron-Buttons — ein Milieu, in dem manche an die Verschwörung glauben, andere damit Geschäfte machen und Dritte politische Absichten verfolgen.
„Es gibt ein Milieu, ja, wo das Misstrauen regiert, wo Verschwörungstheorien verbreitet werden. Aber die Leute, die es verbreiten, haben zum Teil sehr unterschiedliche Interessen.“
Erwähnte Medien (3)
Vierstündiges Interview mit Natascha Rey (YouTube-Stream, Dezember 2021)
Amandine Roy
Esoterisches Interview, in dem Natascha Rey ihre Verschwörungstheorie präsentiert. Vierstündiger Diskurs im spirituellen Setting, viral verbreitet und später gelöscht.
🗣 Matthias Krupa referenziert bei ⏱ 00:15:57 „Das ist eine Frau, die im Netz eine Sendung hat, eher esoterischen Charakters. Sie selber nennt sich ein Medium. Jedenfalls der gibt sie ein langes, vierstündiges Interview. Das wird im Herbst 2021 gestreamt... Vier Stunden lang breitet sie also sozusagen ihre Theorie aus.“
Krupa beschreibt den entscheidenden zweiten Schritt der Verschwörungstheorie: Natascha Rey gibt der esoterischen YouTuberin Amandine Roy ein vierstündiges Interview, in dem sie die Theorie ausbreitet, Brigitte Macron sei in Wahrheit ihr Bruder Jean-Michel. Das Video wird 500.000 Mal aufgerufen und ist der virale Ursprung der globalen Kampagne. Inzwischen ist es gelöscht.
Süddeutsche Zeitung
Die Süddeutsche Zeitung wird hier als verlässliche Quelle zur Verifizierung von Nachrichten in Zeiten von Desinformation erwähnt. Der Artikel illustriert die Schwierigkeit, echte von falschen Meldungen auf Social-Media-Plattformen wie X zu unterscheiden, und unterstreicht die Rolle seriöser Journalismus als Faktenchecking-Instanz in der digitalen Informationsflut.
🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:44:13 „Ich habe zum Beispiel von der Verhaftung des Prinzen Andrew auf X erfahren. Ich habe es nicht geglaubt. [...] Und dann lese ich aber in der Süddeutschen oder ich schaue es in der Tagesschau, dass das stimmt.“
Rückert erzählt, wie sie auf X (Twitter) von der angeblichen Verhaftung Prinz Andrews las und es zunächst für Fake hielt. Erst nach Bestätigung in seriösen Medien wie der Süddeutschen Zeitung und der Tagesschau habe sie es geglaubt. Sie nutzt die Anekdote, um zu illustrieren, wie schwierig es ist, in der Flut von Falschmeldungen auf Social Media echte Nachrichten zu erkennen.
Tagesschau
· 1952
Die Tagesschau ist die älteste und populärste Nachrichtensendung Deutschlands.
🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:44:19 „Und dann lese ich aber in der Süddeutschen oder ich schaue es in der Tagesschau, dass das stimmt. Aber da sieht man mal, in welcher Kombination dieser ganze Strom an einem vorbeiläuft und 90 Prozent davon ist Müll.“
Rückert nennt die Tagesschau als seriöse Nachrichtenquelle, die ihr im Fall der angeblichen Verhaftung Prinz Andrews bestätigt habe, was zunächst auf X kursierte. Die Erwähnung dient als Kontrast zu Verschwörungstheorien und Falschmeldungen im Netz, die laut Rückert zu 90 Prozent Müll seien.