Chez Krömer
Kurt Krömer · 2019
Kurt Krömer, im abgewetzten Amtstubenambiente, ist ein Gast für 30 Minuten Intensivgespräch zugeführt. Krömer traktiert die Gäste mit Kettenraucherei, Unhöflichkeit, mit absurden, mutmasslich naiven Fragen, mit unvermuteten Einspielfilmen – es gilt, den Gast bis zur Kenntlichkeit in die Ecke zu treiben. Blossstellen und Ausgeliefert-Sein als Unterhaltungskonzept.
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„Kurt Krömers Sendung Chez Krömer und das abrupte Ende jetzt, wo er gesagt hat, er hat genug Arschlöcher gesehen, war ja irgendwie seine Formulierung, ist, glaube ich, schon ein tolles Gegenwartsthema. Ich habe die lange nicht richtig verfolgt. Dann gab es ja in den letzten Wochen so zwei, drei besondere Folgen, unter anderem mit Julian Reichelt, dem ehemaligen Chef der Bild-Zeitung.“
Lars Weisbrod bringt das Ende von Kurt Krömers RBB-Talkshow als Gegenwartscheck-Thema ein, vorgeschlagen von einem Mastodon-User. Er beschreibt das Sendungskonzept – ein inszeniertes Stasi-Verhörzimmer, in dem Krömer unliebsame Gäste vorführt – und fragt sich, ob das abrupte Serienende ein Zeichen dafür ist, dass diese Art der konfrontativen Feindbeobachtung ihren Zenit überschritten hat. Mangold stimmt dem tendenziell zu und kritisiert, dass das Format zuletzt keinen analytischen Mehrwert mehr hatte.
„Kurt Krümer hat das gesagt, dass er deswegen mit seiner Show aufgehört hat und so. Und ich glaube, das... Ich kann dir sagen, aus eigener Erfahrung, das ist einer der wenigen kleinen befreienden Teile daran, dass man sagt, okay, das ist jetzt kein Teil mehr meines Lebens.“
Fynn Kliemann erzählt, wie befreiend es sein kann, keine öffentliche Stellungnahme mehr zu allem abgeben zu müssen. Als Beleg verweist er auf Kurt Krömer, der seine TV-Show beendete, weil er die überhöhte Position nicht mehr wollte und nicht zu allem eine Meinung haben konnte. Kliemann identifiziert sich mit dieser Haltung und sieht darin eine Parallele zu seiner eigenen Situation nach dem Skandal.
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