Der Besuch der alten Dame
Friedrich Dürrenmatt
Der Artikel analysiert Dürrenmatts Klassiker "Der Besuch der alten Dame" als zeitlose Parabel über moralische Integrität und gesellschaftliche Heuchelei. Das Stück zeigt, wie eine Kleinstadt ihre Prinzipien aufgibt, wenn finanzielle Interessen auf dem Spiel stehen. Die Rezension verbindet Dürrenmatts Analyse der menschlichen Schwäche mit modernen Fragen: Was kostet es, zu seinen Überzeugungen zu stehen, wenn die Gesellschaft einen austoßen will? Ein tiefgängiger Text über die fragile Grenze zwischen Moral und Opportunismus.
Deine Stimme wird anonym via IP-Hash gespeichert.
Korrektur vorschlagen
Falsche Zuordnung, schlechte Beschreibung, fehlerhafte Erwähnung? Was sollten wir korrigieren?
Erwähnungen (1)
„Ich habe in der Oberstufe oft diese Kreativaufgabe gemacht, da konnte man ja dann statt einer Analyse dann einen Monolog von einer alten Dame oder so machen, von Dürrenmatt. Das habe ich geliebt und ich habe auch alle Texte geliebt und meine Kreativaufgabe kam immer scheiße an, immer so acht oder neun Punkte.“
Caroline Wahl erzählt von ihrer Schulzeit und wie sie in der Oberstufe bei Deutschklausuren lieber die Kreativaufgabe wählte – etwa einen Monolog zu Dürrenmatts Stück zu schreiben – statt eine klassische Analyse. Trotz ihrer Liebe zum kreativen Schreiben bekam sie dafür nie gute Noten, was ihr Selbstbewusstsein als Schreibende lange bremste.
Ähnliche Medien
Der Richter und sein Henker
Friedrich Dürrenmatt · 1952
Eng. translation: The Judge and his Hangman; murder mystery/ crime novel; 20th century Swiss-German author
Die Physiker
Friedrich Dürrenmatt
Dürrenmatts Komödie "Die Physiker" wird als Theaterstück mit zeitgeschichtlichen Anspielungen analysiert, dessen Protagonist Möbius dem Atomphysiker Oppenheimer ähnelt – beide kämpfen mit moralischen Bedenken gegenüber ihren wissenschaftlichen Erfindungen. Das Stück kritisiert sowohl die amerikanische als auch die sowjetische Großmacht, wobei Dürrenmatt beide Systeme als gleichermaßen bedrohlich für die Menschheit darstellt. Das zentrale Thema ist die Verantwortung von Wissenschaftlern für die unvorhersehbaren Folgen ihrer Erfindungen im Kontext des Kalten Krieges und des absurden Vernichtungspotentials. Möbius versucht, sich dieser Tragik durch Wahnsinn zu entziehen und zieht sich mit seiner Weltformel in eine Anstalt zurück – das Irrenhaus fungiert als Metapher für die von Wahnsinn heimgesuchte Welt. Dürrenmatts pessimistische, aber radikal ideologiefreie Weltsicht zeigt sich darin, dass er aggressive Kriegspolitik und hochmodernes Wettrüsten als Symptome einer erkrankten Menschheit begreift.
Die Panne
Friedrich Dürrenmatt
Friedrich Dürrenmatts Novelle erzählt von einem Juristen, dessen Autounfall zu einer absurden Gerichtsverhandlung führt. Der Klassiker zeigt Dürrenmatts Meisterschaft in der Darstellung von Justizabsurdität und menschlichen Konflikten. Olli Schulz hat das Werk als Wiederentdeckung beschrieben und lobt die Qualität von Dürrenmatts Schreibstil, den er früher in der Schule als zäh empfunden hatte.
Durcheinandertal
Friedrich Dürrenmatt · 2021
Durcheinandertal ist ein Roman des Schweizer Autors Friedrich Dürrenmatt. Er erschien im Jahr 1989 und ist der letzte abgeschlossene Roman des Schriftstellers. Das Werk setzt sich mit theologischen und gesellschaftlichen Fragen kritisch auseinander, tut dies jedoch ohne „erhobenen Zeigefinger“, sondern vielmehr mit Ironie und Sarkasmus. Durch groteskes Überzeichnen konfrontiert Dürrenmatt in dieser Burleske den Leser immer wieder mit den Abgründen menschlicher Existenz.