Gesellschaftskritik
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Medien (418)
100 Zeilen Hass
Maxim Biller
»Hass, damit das endlich klar ist, bedeutet Wahrheit – und etwas mehr Ehrlichkeit.« Niemand in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur hasst virtuoser, fundierter und zugleich liebevoller als der Schriftsteller Maxim Biller. Mit der Kolumne »100 Zeilen Hass« begann er seine Karriere als Journalist beim Magazin TEMPO, bevor er sich dann auch als Erzähler und Dramatiker einen Namen machte.
100 Zeilen Hass
Maxim Biller
Maxim Billers legendäre Kolumnenreihe aus dem Magazin Tempo, in der der Autor pointierte Polemiken und gesellschaftskritische Beobachtungen in prägnanter Kurzform präsentiert. Die „100 Zeilen Hass" gelten als Primärliteratur für zeitgenössische Journalisten und begründeten eine neue, direkte Form des Meinungsjournalismus, die über klassisches Reporting hinausgeht und Billers künstlerisches Vermächtnis für die Medienlandschaft darstellt.
1984
George Orwell · 1949
George Orwells dystopischer Roman von 1949 schildert eine totalitäre Gesellschaft, in der der Staat jeden Aspekt des Lebens kontrolliert. Winston Smith versucht, sich gegen die allgegenwärtige Überwachung und Gedankenkontrolle aufzulehnen. Ein zeitloses Werk über Macht, Wahrheit und Freiheit.
37 Grad: Tradwives-Dokumentation
Die ZDF-Dokumentation porträtiert deutsche Influencerinnen, die das sogenannte Tradwife-Phänomen verkörpern – Frauen, die sich bewusst für traditionelle Geschlechterrollen entscheiden und diese online inszenieren. Die Doku zeigt unter anderem eine Germanistin auf Mallorca und eine junge Frau, die diesen Lebensstil prägen. Das Werk bietet einen aufschlussreichen Einblick in einen gesellschaftlichen Trend, der traditionelle Werte mit moderner Social-Media-Kultur verbindet und kritische Fragen zur Authentizität und Rollenerwartungen aufwirft.
5 vor 33
Philipp Ruch · 2024
Das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) ist ein Zusammenschluss von über 100 Aktionskünstlern und Kreativen (Stand: November 2023) unter der Leitung des Aktionskünstlers Philipp Ruch.
A Clockwork Orange
Anthony Burgess · 2011
A Clockwork Orange is a dystopian satirical black comedy novel by English writer Anthony Burgess, published in 1962. It is set in a near-future society that has a youth subculture of extreme violence. The teenage protagonist, Alex, narrates his violent exploits and his experiences with state authorities intent on reforming him. The book is partially written in a Russian-influenced argot called "Nadsat", which takes its name from the Russian suffix that is equivalent to '-teen' in English.
A Letter on Justice and Open Debate
Der Appell für freie Debattenräume wurde am 1. September 2020 im Internet auf der Seite Intellectual Deep Web Europe veröffentlicht. Bei dem Appell handelt es sich um die deutsche Adaption des zuvor in den Vereinigten Staaten lancierten Projekts „A Letter on Justice and Open Debate“ des US-Amerikaners Thomas Chatterton Williams. Unter dem Hashtag #CancelCancelCulture wurde der Aufruf ab Herbst 2020 auf Twitter beworben.
A Seventh Man
John Berger · 2025
Why does the Western world look to migrant laborers to perform the most menial tasks? What compels people to leave their homes and accept this humiliating situation? In A Seventh Man, John Berger and Jean Mohr come to grips with what it is to be a migrant worker—the material circumstances and the inner experience—and, in doing so, reveal how the migrant is not so much on the margins of modern life, but absolutely central to it.
Abschaffe (Roman, nicht namentlich genannt)
Reinhard Goetz
Der Roman von Reinhard Götz wurde von Nick Biller in einem öffentlichen Vortrag als Beispiel für moralisch desorientierte Literatur kritisiert und als Negativbeispiel für das Scheitern von Werken ohne ethische Grundlagen genannt. Biller bemängelte die fehlende moralische Orientierung des Buches in einem Kontext seiner Überlegungen zu literarischer Verantwortung. Die öffentliche Reaktion des Autors auf diese Kritik führte zu einer literarischen Debatte über ethische Standards in der Gegenwartsliteratur.
Abschied von den Boomern
Heinz Bude · 2024
Bye, bye, Boomer! Das Portrait einer Generation und ihrer inneren Widersprüche von Heinz Bude Die Boomer nehmen Abschied. Wer zwischen 1955 und 1970 in der Zeit der geburtenstarken Jahrgänge zur Welt gekommen ist, hat den Ruhestand erreicht oder zählt zu den Älteren, die nach und nach ihre Posten freimachen. Die Boomer verbindet das Gefühl, dass es zu viele von ihnen gibt, das spürten sie schon in überfüllten Klassenzimmern und später auf dem Arbeitsmarkt.
Aggressive Mimosen
Thea Dorn · 2022
Der Büchner-Preisträger Friedrich Christian Delius, verstorben im vergangenen Frühjahr, wäre im Februar 2023 achtzig Jahre alt geworden. Bis zuletzt schrieb er und näherte sich seinem Leben in einer Autobiographie, wie man sie noch nicht kennt: in gut dreihundert Stichworten, die mit A beginnen, spielerisch, gedankenscharf und poetisch.
Alle verschwiegenen Wahrheiten werden giftig
Friedrich Nietzsche
Das Buch behandelt die verschwiegene Diskriminierung des Ostens und deren gesellschaftliche Folgen. Die zentrale These: Verdrängte Wahrheiten gefährden die Demokratie und wirken in der Gesellschaft giftig.
Alles klar
Peter Licht
Peter Lichts Album "Alles klar" ist eine Neuveröffentlichung des Künstlers aus dem Vorjahr, die in einem populären Podcast erwähnt wurde. Das Album steht für Lichts charakteristisches künstlerisches Schaffen zwischen Musik, Lyrik und gesellschaftlicher Reflexion und erreichte durch die Podcast-Erwähnung zusätzliche Aufmerksamkeit in der deutschsprachigen Kulturszene.
Alles und nichts sagen. Vom Zustand der Debatte in der Digitalmoderne
Eva Menasse · 2023
Zieht sich eine liberale Gesellschaft gerade den Boden weg, auf dem sie fest stehen sollte? Ein Essay darüber, was die digitale Massenkommunikation zwischenmenschlich anrichtet. Nichts hat das Zusammenleben so umfassend verändert wie die Digitalisierung – wir denken, fühlen und streiten anders, seit wir dauervernetzt und überinformiert sind. Die Auswirkungen betreffen alle, egal, wie sehr sie die neuen Medien überhaupt nutzen.
Als wir das nächste Dorf noch erfinden mussten, war dort mehr los
Reinhard Lettau · 1988
Das Zitat des Schriftstellers Reinhard Lettau beschreibt, wie Langeweile früher Kreativität und Fantasie förderte. Precht nutzt es, um die reizarme Jugend seiner Generation mit der heutigen Reizüberflutung durch digitale Medien zu kontrastieren. Der Text illustriert die These, dass äußere Knappheit innere Kreativität stärker fordert als grenzenlose Stimulation.
Alte Weiße Männer
Sophie Passmann · 2019
»Beweis erbracht: Unbestechlichen Feminismus gibt es auch in lustig. Sogar in sehr lustig! Großartig!« Anne Will. Sophie Passmann ist Feministin und so gar nicht einverstanden mit der Plattitüde, der alte weiße Mann sei an allem schuld. Sie will wissen, was hinter diesem Klischeebild steckt und fragt nach: Ab wann ist man ein alter weißer Mann? Und kann man vielleicht verhindern, einer zu werden? Sophie Passmann gehört zu einer neuen Generation junger Feministinnen; das sind Frauen, die stolz, l...
Altenheim-Doku
Olli Schulz
Dokumentation über das Leben in einem Altenheim. Olli Schulz setzt sich mit dieser Arbeit für eine wichtigere Stimme alter Menschen in der Öffentlichkeit ein und kritisiert, dass ihre Perspektiven oft zu kurz kommen. Die Doku ist Ausdruck seines langjährigen Engagements für dieses Thema.
An Essay Upon Projects
Daniel Defoe · 1887
In Defoes Essay untersucht der Klassiker die Figur des „Projektemachres" – jene ambivalenten Gestalten zwischen Künstler und Geschäftemacher, die innovative Ideen vorantreiben, aber auch zweifelhaft erscheinen. Der Text zieht eine historische Linie zur modernen digitalen Bohème und zur heutigen Selbstständigkeit, wo diese Spannung zwischen kreativem Anspruch und wirtschaftlicher Unsicherheit bis heute nachwirkt.
An die Toten
Kurt Tucholsky · 2026
»Soldaten sind Mörder« - Kurt Tucholsky Kurt Tucholsky ist eine Stimme, die in die Gegenwart hineinreicht: scharfzüngig, melancholisch, wütend und zutiefst menschlich. Diese Ausgabe versammelt Romane, Reportagen, Glossen, Gedichte und Essays eines Autors, der niemals einfache Antworten gab, sondern lieber die Fragen stellte, die uns alle betreffen.
Anekdote über das Bahnabteil
Hans Magnus Enzensberger · 2018
In Impressionen, Sprüngen und Exkursen folgen wir den Geschichten des M., den Abenteuern eines, der sich den Zumutungen der Geschichte zu entziehen wusste: Familien-Bande und erste Liebe, frühe Lektürelust und Mediensucht, jede Art von Ausweichmanöver vor falscher Autorität, ein missglückter Sprengstoffversuch, Fahnenflucht, Schwarzhandel und dann das Glück akademischer Freiheit im Studium – noch jenseits von Pisa und Bologna: Ob es um jesuitisch geprägte Marx-Exerzitien oder, unter Vortäuschung...
Anfänge: Eine neue Geschichte der Menschheit
David Graeber · 2022
"Faszinierend, provozierend, bahnbrechend. Ein Buch, das in den kommenden Jahren für Diskussionen sorgen wird." Rutger Bregman, Autor von »Utopien für Realisten« Ein großes Buch von gewaltiger intellektueller Bandbreite, neugierig, visionär, und ein Plädoyer für die Macht des direkten Handelns. David Graeber, der bedeutendste Anthropologe unserer Zeit, und David Wengrow, einer der führenden Archäologen, entfalten in ihrer großen Menschheitsgeschichte, wie sich die Anfänge unserer Zivilisation mi...
Angststillstand. Warum die Meinungsfreiheit schwindet
Richard David Precht
»Das Thema Meinungsfreiheit ist zu wichtig und zu dringend, um es den Rechtspopulisten zu überlassen.« Studien zufolge ist mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung der Ansicht, ihre Meinung nicht mehr frei äußern zu können. Woran liegt das? Je mehr Menschen heute ihre Individualität ausdehnen und die Dinge ›persönlich‹ nehmen, umso leichter fühlen sie sich gekränkt.
Anleitung, ein anderer zu werden
Édouard Louis · 2025
Plurale Herkunftserzählungen prägen die gegenwärtige Literatur. Der Plural konterkariert und unterläuft dabei monolithische Konzepte personaler Identität und zeigt die Subjekte als multidimensional verwoben, u.a. in ihren sozialen, familiären oder religiösen Kontexten. In intersektionalen Perspektiven fokussieren Autor*innen wie Saša Stanišić, Christian Baron, Sharon Dodua Otoo oder Deniz Ohde auf Formen einander überlagernder Gewalt und Exklusion.
Antilopen Gang-Song (über Antisemitismus)
Antilopen Gang
Der Song der Antilopen Gang befasst sich mit dem gestiegenen Antisemitismus in Deutschland, insbesondere im Kontext der Nahostdebatte. Die Künstler artikulieren darin gesellschaftliche Tendenzen und problematische Debatten, die in der öffentlichen Wahrnehmung an Bedeutung gewonnen haben.
Arafat Abou-Chakers Buch
Arafat Abou-Chaker · 2023
Die Debatte um die sogenannte Clankriminalität hat seit Jahren Konjunktur. Ein immer weiter wachsendes Gefüge aus polizeilichen Maßnahmenkatalogen, Medienberichten, Entertainmentformaten und (pseudo-)wissenschaftlichen Beiträgen fantasiert eine Bedrohung herbei, gegen die hart durchgegriffen werden soll.
Armut. Eine amerikanische Katastrophe
Matthew Desmond
Die USA sind das reichste Land der Welt – und doch gibt es hier mehr Armut als in jeder anderen fortgeschrittenen Demokratie: Würden die Betroffenen einen eigenen Staat gründen, hätte dieser eine größere Bevölkerung als Australien oder Venezuela. Warum klaffen gerade hier, wo doch alle Mittel vorhanden sein sollten, Reich und Arm, Anspruch und Realität so drastisch auseinander? Der Soziologe und Pulitzer-Preisträger Matthew Desmond zeigt eine bittere Wahrheit, die weit über die USA hinausweist u...
Artikel Anna Mayr über Armut
Anna Mayr
Anna Mayr war noch ein Kind und schon arbeitslos. Sie ließ die Armut hinter sich, doch den meisten gelingt das nicht – und das ist so gewollt. Dieses Buch zeigt, warum. Faul. Ungebildet. Desinteressiert. Selber schuld. Als Kind von zwei Langzeitarbeitslosen weiß Anna Mayr, wie falsch solche Vorurteile sind – was sie nicht davor schützte, dass ein Leben auf Hartz IV ein Leben mit Geldsorgen ist und dem Gefühl, nicht dazuzugehören. Früher schämte sie sich, dass ihre Eltern keine Jobs haben.
Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung über deutsche Intellektuelle
Eine neue Generation öffentlicher Intellektueller hat übernommen. Etwa in der Person von Carolin Emcke oder Jan Böhmermann. Warum aber werden die immer gleich zu Aktivisten?
Artikel in der Zeit
Jan Böhmermann
Jan Böhmermanns Meinungsartikel in der ZEIT regt zur Diskussion über gesellschaftliche Veränderungen an. Der Artikel löste rund 2000 Kommentare aus und wurde kontrovers debattiert. Im Podcast wird der bewusst provokante Text kritisch reflektiert, der durch seine direkte und zugespitzte Argumentation besticht.
Artikel über Annalena Baerbock und ihre Generation
Uli Schulte
Uli Schulte analysiert Annalena Baerbock als Repräsentantin einer Generation, deren Eltern schon die bloße Existenz ihrer Kinder als Sensation feierten. Diese übermäßige elterliche Bestätigung führt laut Schulte dazu, dass Betroffene ihre eigene Mittelmäßigkeit irgendwann für Genialität halten. Der Artikel entstand im Kontext des Plagiats- und Biografiestreits um Baerbock während des Bundestagswahlkampfs 2021. Schulte nutzt Baerbock als Fallbeispiel für eine gesellschaftliche Prägung durch übertriebenes Lob und fehlende kritische Rückmeldung.
Artikel über Carolin Emcke in der NZZ
Carolin Emcke ist in der linken Szene ein Star. Die Intellektuelle schreibt gegen Gewalt und Hass an, manche sehen in ihr eine Retterin der Demokratie. Wenn da bloss nicht diese Betroffenheit wäre, mit der sie ihre eigene Empathiefähigkeit vorzeigt.
Artikel über Verzicht als Vokabel der Stunde
Dirk Kobiewald
Dirk Kobiewald analysiert in diesem Spiegel-Beitrag, warum Verzicht zum zentralen Begriff der gesellschaftlichen Debatte geworden ist. Er untersucht, wie Wohlstandsverlust und die Notwendigkeit zu Konsumverzicht die öffentliche Diskussion prägen. Der Text dient als kulturkritische Einordnung eines Stimmungswandels in der deutschen Gesellschaft, in der Verzicht nicht mehr als moralische Tugend, sondern als ökonomische Realität diskutiert wird.
Artikel über das Ende von Social Media
Lars Weisbrod
Unser Leben im Digitalen erschöpft und langweilt uns. Zeit einzusehen: Die sozialen Netzwerke sind längst tot. Oder? Und was kommt danach?
Artikel über das Schulsystem als Segregationsmaschine
Arno Frank
Arno Frank argumentiert im Spiegel, dass das deutsche Schulsystem bewusst als Instrument sozialer Segregation konstruiert wurde. Alles unterhalb von Gymnasium und Abitur gilt gesellschaftlich als Scheitern – Haupt- und Realschulabschlüsse werden systematisch abgewertet. Die frühe Selektion von Kindern im Alter von zehn Jahren zementiert soziale Ungleichheit, anstatt Chancen zu öffnen. Der Text liefert eine pointierte Kritik an einem Bildungssystem, das Aufstieg verspricht, aber soziale Herkunft reproduziert.
Artikel über das bedingungslose Grundeinkommen
Rainer Hank
Rainer Hank kritisiert in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens. Er greift auf das Bild von Pieter Brueghels Gemälde 'Schlaraffenland' (1567) zurück, um zu illustrieren, was passiert, wenn Menschen ohne Gegenleistung versorgt werden: Trägheit und Passivität statt produktiver Teilhabe. Der Artikel setzt sich kritisch mit der Idee auseinander, jedem Bürger ein garantiertes Einkommen zu zahlen, und argumentiert gegen eine solche Umverteilungspolitik.
Artikel über den Hafermilchmann
Nina Pauer
Nina Pauer beschreibt in diesem Artikel einen neuen Männertypus, den sie 'Hafermilchmann' nennt: ein moderner Mann, der pflanzliche Ernährung (Hafermilch statt Kuhmilch), Meditation, Achtsamkeit und Körperoptimierung miteinander verbindet. Der Begriff steht für eine Generation von Männern, die sich um Gesundheit, Selbstoptimierung und einen bewussteren Lebensstil bemühen. Pauer analysiert diesen Typus mit einer Mischung aus Beobachtung und Ironie als kulturelles Phänomen der 2010er/2020er Jahre.
Artikel über den Pixar-Film WALL-E
Wolfgang M. Schmidt
Wolfgang M. Schmidt analysiert in der ZEIT den Pixar-Film WALL-E (2008) als politisches Gleichnis. Im Film sind die Menschen der Zukunft durch Passivität und technologischen Komfort entmündigt: dick, bewegungsunfähig, in schwebenden Sesseln, das Essen direkt in den Mund gereicht. Lars Weisbrod zitiert den Artikel im Kontext von Carl Schmitts Staatsphilosophie – WALL-E illustriert Schmitts Albtraum einer vollständig neutralisierten, entpolitisierten Gesellschaft, in der Menschen nur noch verwaltet statt regiert werden. Der Film wird damit zur dystopischen Warnung vor einer Welt ohne politischen Willen und Selbstbestimmung.
Artikel über die Boomer-Generation
Tilman Prüfer
Tilman Prüfers Artikel in der ZEIT verteidigt die Boomer-Generation gegen pauschale Kritik und würdigt ihren Einfluss auf Popkultur und Technologie. Prüfer argumentiert, dass Boomer die Grundlagen der modernen Welt schafften – von Queen über Steve Jobs bis Techno – und damit nachfolgenden Generationen Freiräume für persönliche Entfaltung ermöglichten.
Artikel über die Krise des Theaters
Robin Detje
Robin Detje, langjähriger Theaterkritiker der ZEIT, entwickelt in diesem Artikel die These, dass die Qualität des Theaters untrennbar mit dem Zustand der Gesellschaft verbunden ist. Theater kann demnach nur so gut sein wie die Gesellschaft, in der es existiert – Stagnation im gesellschaftlichen Leben überträgt sich direkt auf die Bühne. Regisseur Thomas Ostermeier bezeichnet diesen Artikel als prägend für sein eigenes Denken über Theater. Die These ist zu einem zentralen Referenzpunkt in der deutschen Theaterdebatte über Relevanz und gesellschaftliche Funktion des Theaters geworden.
Artikel über die Latte-Macchiato-und-Hafermilch-Gesellschaft
Hilmar Klute
Hilmar Klute analysiert die deutsche Mittelschicht, die jahrzehntelang vom Wohlstand der Globalisierung profitiert hat – symbolisiert durch Konsumgewohnheiten wie Hafermilch-Latte. Mit dem Rückzug der Globalisierung droht genau dieser Wohlstand zu erodieren. Die wohlstandsverwöhnte urbane Mittelschicht trifft es besonders hart, weil sie am stärksten von günstigen Importen und globalen Lieferketten abhängt. Der Begriff dient als kulturelle Kurzformel für eine Gesellschaft, die erst jetzt begreift, was auf dem Spiel steht.
Artikel über die Schule in Berlin
Für Olga Grjasnowas Kinder mag es zu spät sein, aber künftige Generationen im deutschsprachigen Raum verdienen ein besseres Schulsystem, findet sie
Artikel über missratene Kinder prominenter Eltern
Heike Faller
Heike Faller schreibt 2010 im Zeit Magazin über das Phänomen, dass Kinder prominenter und erfolgreicher Eltern häufig scheitern oder in Ungnade fallen – eine gesellschaftskritische Betrachtung, die das Privatleben von Berühmtheiten beleuchtet. Der Text zieht eine Parallele zur biblischen Geschichte von Eli, dessen Söhne trotz seines Priesteramts lasterhaft wurden. Faller untersucht, warum öffentlicher Erfolg und Ansehen der Eltern keine Garantie für den Lebensweg der Kinder ist, und fragt nach den sozialen und psychologischen Ursachen. Der Artikel erscheint als 'kleine Gesellschaftskritik' – pointiert, essayistisch, mit historischen und zeitgenössischen Beispielen.
Auch Deutsche unter den Opfern
Benjamin von Stuckrad-Barre
Deutschland ganz unten, Deutschland ganz oben – und mittendrin: Stuckrad-Barre, mit Stift, Papier und Kamera Im Jahr 2001 brachte er »Deutsches Theater« heraus, den »Fotoroman einer Gesellschaft, die nur in der Öffentlichkeit und im Rollenspiel noch zu sich selbst zu kommen vermag« (FAZ). Nun erscheint die Fortsetzung: Reportagen, Porträts, Erzählungen, Mono- und Dialoge – ein Sittengemälde unserer Zeit.Wahlkampf, Streik, Demonstrationen, Konsum, Fußball, Kino, Theater, Musik, Literatur, Mode, S...
Auch in der Nazizeit war Spargelzeit
Funny van Dannen
Satirisches deutsches Kabarett-Lied mit provokativem Kontrast: Die Nazi-Zeit neben der alltäglichen Spargelzeit. Humorvolle Gesellschaftskritik, die Absurdität gegen Normalität setzt.
Auf See
Theresia Enzensberger · 2022
Der neue Roman von Theresia Enzensberger. "Eine brillante Zukunftsvision, so unterhaltsam wie klug konstruiert und schnörkellos geschrieben." Corinne Orlowski, WDR3 Lesestoff Yada wächst als Bürgerin einer schwimmenden Stadt in der Ostsee auf. Ihr Vater, ein libertärer Tech-Unternehmer, hat die Seestatt als Rettung vor dem Chaos entworfen, in dem die übrige Welt versinkt. In den Jahren seit ihrer Gründung ist der Glanz vergangen, Algen und Moos überwuchern die einst spiegelnden Flächen.
Auf schwankendem Boden
Der FAZ-Artikel von 1999 analysiert die Situation in Polen nach dem Fall des Kommunismus und beleuchtet die wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der neuen Regierung. Der Text dokumentiert das Paradoxon, dass die gewonnene Freiheit nicht automatisch zu Zufriedenheit geführt hat, sondern neue Herausforderungen und Konflikte entstanden sind. Der Artikel dient als historisches Zeugnis für die schwierigen Übergangsjahre Osteuropas in den 1990er Jahren.
Augsteins Kolumne gegen Alice Schwarzer
Rudolf Augstein
In dieser Kolumne nimmt Rudolf Augstein Stellung zu Alice Schwarzers Kritik am Stern und beschuldigt sie, Demokratie und Meinungsfreiheit gefährden zu wollen. Der Text zeigt eine scharfsinnige Auseinandersetzung zwischen zwei Intellektuellen über Pressefreiheit und gesellschaftliche Verantwortung, die trotz aller Konfrontation von gegenseitigem Respekt geprägt war.
Aus der Fortschrittsfalle. Über den Fortschritt
Günter Grass · 1996
Der Artikel hinterfragt den modernen Glauben an unbegrenzten Fortschritt und zeigt auf, wie dieser Glaube verloren gegangen ist. Mit Bezug auf Günter Grass' Metapher vom Fortschritt als Schnecke wird deutlich gemacht, dass echter Fortschritt mühsam und langsam vorangeht, nicht wie erhofft. Das Werk ist relevant, da es einer kritischen Neubewertung von Entwicklung nachgeht und das illusionäre Denken in Fortschrittsfallen hinterfragt.
Aussage Harald Welzer über gute Orte schaffen
Harald Welzer · 2006
In seinem 2023 erschienenen Sachbuch Zeiten Ende. Politik ohne Leitbild, Gesellschaft in Gefahr versucht Harald Welzer eine „Zeitdiagnose“, eine Analyse vor allem der aktuellen deutschen Politik. Welzer greift über die Tagespolitik mit soziologischen und geschichtsphilosophischen Betrachtungen hinaus, die er aber selbst als nur „fragmentarisch“ wertet. Er untersucht den Zustand des zivilisatorischen Projekts von „Demokratie und [...] freiheitlicher Ordnung in der ersten Hälfte des 21.
Axolotl Roadkill
Helene Hegemann · 2020
Helene Hegemanns knallhartes Debüt Die sechzehnjährige Mifti lebt seit dem Tod ihrer Mutter in Berlin und im heranwachsenden Ausnahmezustand. Als ›pseudo-belastungsgestörtes‹ Problemkind tanzt, vögelt und kokst sie sich durch die Hauptstadtszene. Das Besondere an Mifti ist ihre Hypersensibilität und ihr offener, fragender Blick auf eine Elterngeneration, die weder auf sich noch ihre Kinder aufpassen kann.