Taxi Driver
Martin Scorsese · 1976
Travis Bickle ist ein Außenseiter. Nicht zuletzt durch seinen Beruf als Taxifahrer lernt der Vietnamveteran die Gesellschaft zu hassen. Die Leere und Kälte, die von den Menschen um ihn herum auszugehen scheint, bringen ihn dazu sich Waffen zu besorgen und für den Kampf gegen den Rest der Welt zu wappnen. Beinahe per Zufall wählt er eine junge Prostituierte aus und nimmt sich ihrer an. Sein Ziel ist es, sie aus ihren Leiden zu befreien.
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„Ich habe mal ein Porträt über Robert De Niro geschrieben, der dafür berühmt gewesen ist, Method Acting zu machen. Und der dann irgendwie seine Oscars ja auch gewonnen hat dafür, dass er eben dieser Boxer geworden ist oder der verrückte Taxi Driver.“
Christoph Amend bringt Robert De Niro als weiteres Beispiel für extremes Method Acting ins Gespräch. Er erwähnt 'Taxi Driver' neben De Niros Boxer-Rolle und berichtet, dass De Niro sich irgendwann von dieser Methode lösen musste, weil er merkte, dass er verrückt wird.
„Aber das war schon so ein Moment, wo man dachte, also wenn man sich den Film Taxi Driver anguckt, das ist ja auch so ein uramerikanisches Motiv von jemandem, der durch seinen Hass auf die Welt und auf Amerika und das Unrecht und all die Wut, die sich in ihm aufstallt und Drogen und sowas dann völlig ausflippt.“
Kerstin Kohlenberg zieht am Ende des Abschnitts eine Parallele zwischen Caesar Sayoc und dem Film Taxi Driver. Sie vergleicht Sayocs Radikalisierung – die Einsamkeit, den aufgestauten Hass, die Drogen – mit dem uramerikanischen Motiv eines Mannes, der durch Wut und Verzweiflung völlig ausflippt. Anders als im Film wird Sayoc aber nicht zum Helden stilisiert, sondern sitzt als gebrochener Mensch vor Gericht.
„Da bin ich den ganzen Tag ein Taxidriver. Travis Brickle. Da bin ich den ganzen Tag dieser Typ. Irgendwann mit dem Iro schießt er anderen Leuten die Finger weg und hasse die Welt.“
Im Gespräch über KI-generierte Inhalte spinnt Olli Schulz die Idee weiter, man könne sich bald per KI in seinen Lieblingsfilm hineinbeamen. Dabei verrät er, dass Taxi Driver sein Lieblingsfilm ist, den er zwischen 19 und 28 Jahren drei- bis viermal im Jahr geschaut hat.
„Es ist immer nochmal was anderes, wenn du in die Videothek gehst oder in einen spezialen Laden, wo es so eine Sachen gibt, als einfach Prime anzumachen und dann sich durchzuscrollen und am Ende doch keinen Film zu gucken und dann wieder eine Doku über Jim Henson zu gucken oder zum 20. Mal Taxi Driver oder so.“
Olli Schulz nutzt Taxi Driver als Beispiel für einen Film, den man auf Streaming-Diensten immer wieder schaut, statt sich auf neue Entdeckungen einzulassen – im Gegensatz zum kuratierten Erlebnis einer spezialisierten Videothek.
„Hat er wirklich Meisterwerke, Casino, Goodfellas, der hat unfassbar viele gute Filme gemacht, Taxi Driver. Er selber hat nie den Oscar bekommen.“
Taxi Driver ergänzt Ollis Liste der Scorsese-Werke, die für ihn echte Meisterwerke sind — Beleg dafür, dass die Oscar-Akademie Scorsese jahrzehntelang ignoriert hat.
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