Friedrich Merz - Woran (ver)zweifeln Sie
Matze Hielscher & Gäste
Friedrich Merz spricht im Hotel Matze über seinen politischen Werdegang, seine Rückkehr in die Politik mit Ende 60 und sein Verhältnis zu Angela Merkel. Er erklärt, warum er sich verpflichtet fühlt, dem Land etwas zurückzugeben, und wirft der aktuellen Bundesregierung vor, Dinge treiben zu lassen statt Entscheidungen zu treffen. Dabei unterscheidet er klar zwischen objektiven Zweifeln an der Lage Deutschlands und persönlichen Selbstzweifeln.
„Ich kann doch nicht zusätzlich zu den Problemen, die wir auf der Welt noch haben, meine persönlichen noch dazu addieren.“
Erwähnte Medien (6)
Interview im Tagesspiegel
Interview mit Friedrich Merz im Tagesspiegel über seine rebellische Jugend. Merz beschreibt, wie er ab dem 13. Lebensjahr aufsässig war und sich nicht von anderen leiten ließ — ein Einblick in seine Prägung in den späten 1960ern.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:10:43 „Ich habe natürlich auch über Sie gelesen, dass Sie dann relativ doll rebelliert haben als Teenager. Sie haben auch mal gesagt im Tagesspiegel, ich war ziemlich aufsässig. Das fing mit 13, 14 Jahren an. Ich war ein Typ, der sich nicht hat leiten lassen.“
Matze Hielscher zitiert aus einem früheren Interview von Friedrich Merz im Tagesspiegel, in dem Merz über seine rebellische Jugend sprach. Das Zitat dient als Gesprächseinstieg in das Thema Pubertät und Schulzeit von Merz in den späten 1960er Jahren.
ZDF-Doku (über Friedrich Merz)
ZDF-Dokumentation, die sich mit Friedrich Merz und seinen Lobbying-Aktivitäten auseinandersetzt. Die Organisation LobbyControl, vertreten durch Christina Deckwirth, charakterisiert ihn darin als Top-Lobbyisten – eine Darstellung, die Merz entschieden zurückweist. Die Doku beleuchtet die Verflechtung zwischen Wirtschaft und Politik sowie den Einfluss von Lobbyisten auf politische Entscheidungsträger.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 01:01:32 „Es gibt die, in der ZDF-Doku, über die ich erst schon gesprochen habe, gibt es die Christina Deckwirt von Lobby Control und die sagte, sie waren ein Top-Lobbyist.“
Matze Hielscher spricht Friedrich Merz auf eine ZDF-Dokumentation an, in der Christina Deckwirth von LobbyControl ihn als 'Top-Lobbyisten' bezeichnet. Merz widerspricht dieser Darstellung vehement und erklärt, dass er nie Lobby-Mandate angenommen habe.
Wetten, dass..?
Frank Elstner, Thomas Gottschalk · 1981
In der erfolgreichen Fernsehshow sind viele Prominente zu Gast und nationale wie internationale Musik-Acts treten auf. Doch im Mittelpunkt stehen die äußert skurrilen Wetten, die häufig den Moderator sowie die Gäste staunen lassen.
🗣 Matze Hielscher erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:08:29 „Markus Lanz, den habe ich interviewt, und der sagte, er hatte so eine kleine Panne bei Wetten, dass? Als er Wetten, dass? moderierte einige Jahre. Das lief jetzt nicht ganz so nach Plan.“
Matze Hielscher erwähnt die Sendung beiläufig, um eine Parallele zu ziehen: So wie Markus Lanz nach seinem schwierigen Start bei Wetten, dass..? das Gefühl hatte, noch eine Rechnung offen zu haben, fragt er Merz, ob auch ihn ein ähnliches Gefühl zurück in die Politik getrieben habe.
Spuren der Macht
Herlinde Koelbl · 1999
The first English-language scholarly book to provide an overview of the Angela Merkel's career and influence.
🗣 Matze Hielscher empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:16:32 „Es gibt ein ganz tolles Buch von Herr Linde Kölbe, es heißt Spuren der Macht, kennen Sie bestimmt, oder? Wo sie verschiedene Politiker und Politikerinnen über Jahre begleitet hat und immer wieder befragt hat. Und es gibt einen wunderbaren Satz von Gerhard Schröder, der sagt, der Antrieb etwas vom Leben abkriegen zu wollen, weil man ein Defizit verspürt, geht auch in der Politik nicht verloren.“
Matze Hielscher bringt das Buch ins Gespräch, um Friedrich Merz mit einem Zitat von Gerhard Schröder zu konfrontieren – dem Gedanken, dass politischer Antrieb aus einem empfundenen Defizit entsteht. Merz distanziert sich deutlich von diesem Satz und betont, er empfinde keine Defizitkompensation, sondern eine Verpflichtung, dem Land etwas zurückzugeben.
Die Anmaßung von Wissen
Friedrich August von Hayek
Der Artikel diskutiert Friedrich von Hayeks Konzept der "Anmaßung von Wissen" im Kontext der Corona-Pandemie. Ausgehend von Hayeks Nobelpreisrede von 1974 wird untersucht, inwieweit Regierungen während der Pandemie mehr Wissen über ihre Entscheidungen beansprucht haben, als ihnen tatsächlich zur Verfügung stand. Die zentrale Frage ist, wie politische Entscheidungsträger mit epistemischen Grenzen umgegangen sind und welche Fehler aus dieser Überschätzung des Wissensstands resultierten.
🗣 Friedrich Merz zitiert daraus bei ⏱ 01:32:47 „August von Hayek hat das mal das angemaßte Wissen der Politik genannt. Da maßen sich zur Zeit in Deutschland etwas viele Leute, zu viele Leute an, zu wissen, was in zehn Jahren technologisch geht. Das weiß niemand von uns.“
Friedrich Merz argumentiert gegen das Verbrenner-Aus und die Festlegung auf eine einzige Technologie. Er zitiert Hayeks Konzept der 'Anmaßung von Wissen', um zu begründen, dass die Politik nicht voraussagen könne, welche Technologie in zehn Jahren die richtige sei. Damit stützt er seine Position, die Revisionsklausel für 2026 zu nutzen, statt sich einseitig festzulegen.
Die Nackte Kanone
David Zucker · 1988
Ihre Majestät Elizabeth II. von England will die Stadt Los Angeles mit einem Besuch beglücken. Da kommt es natürlich einer Katastrophe gleich, wenn ausgerechnet der Vorsitzende des Empfangskomitees verdächtig wird, ein Rauschgifthändler und Killer zu sein. Ein solch heikler Fall verlangt einfach nach Leutnant Frank Drebin vom L.A. Police Squad. Temperamentvoll stürzt er sich in die Ermittlungen und hinterlässt dabei eine breite Spur von Chaos und Verwüstung...
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 01:42:24 „Kennen Sie die Nackte Kanone? Den Film? Da gibt es eine wunderbare Szene, wo das komplette Haus brennt und Leslie Nielsen steht da vorne und sagt, hier gibt es nichts zu sehen, hier gibt es nichts zu sehen.“
Matze Hielscher nutzt die berühmte Szene aus 'Die nackte Kanone' als Gleichnis für politische Zuversichts-Rhetorik. Er kontert damit Friedrich Merz' Plädoyer für Optimismus in der Politik: Wenn überall sichtbar Probleme brennen, wirke das ständige Beschwichtigen auf die Bevölkerung so absurd wie Leslie Nielsens 'Hier gibt es nichts zu sehen' vor einem lichterloh brennenden Haus.