Christian Lindner – Was hast du dir im Ampelstreit vorzuwerfen
Matze Hielscher & Gäste
Christian Lindner spricht über seine Rolle im Ampelstreit, wehrt sich entschieden gegen die Stilkritik an seiner Person und beschreibt, wie er mit 80-Stunden-Wochen für weniger Bürokratie und Steuern kämpft — nur um dann von den eigenen Leuten zu hören, sie nähmen sein Engagement nicht einmal wahr. Das Gespräch pendelt zwischen persönlicher Offenheit und politischer Verteidigung, während Lindner die öffentlichen Koalitionsstreits mit streitenden Eltern vergleicht, deren Kinder — die Bürger — zunehmend verunsichert werden.
„Ich vermute, dass ich da Triggerpunkte berühre von Linken bei Klischeevorstellungen von ausbeuterischen, neoliberalen, arroganten, eitlen Egoisten, die gegen unsere Gesellschaft ihre Interessen durchsetzen.“
Erwähnte Medien (6)
House of Cards
Beau Willimon / Netflix · 2013
Nachdem er vom Weißen Haus hintergangen wurde, bahnt sich US-Kongressmitglied Underwood durch Erpressung, Skrupellosigkeit, Verführung und Ehrgeiz seinen Weg zur Macht.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:04:46 „als wäre man Teil von einer Haus auf Karts-Folge gewesen“
Matze vergleicht die Situation während des Gesprächs mit Christian Lindner – der im Hintergrund sein Wirtschaftswendenpapier veröffentlichen ließ – mit einer Episode der politischen Thriller-Serie
Rape Me
Nirvana
Rape Me (engl. für „vergewaltige mich“) ist ein Lied der US-amerikanischen Rockband Nirvana. Es erschien am 6. Dezember 1993 zusammen mit dem Song All Apologies und war die zweite Singleauskopplung aus ihrem dritten Studioalbum In Utero, das im September 1993 veröffentlicht wurde.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:21:04 „Und ich habe gedacht, was habe ich denn 93 gemacht? Da habe ich Nirvana gehört, rauf und runter und habe gedacht, Mensch, das ist aber toll. Und ich musste schmunzeln, weil ich dachte, okay, da sitzt jemand und hört sich solide Stadtfinanzen an, während ich Rape Me höre.“
Matze Hielscher stellt den Kontrast zwischen seiner und Lindners Jugend her: Während der 14-jährige Lindner 1993 eine FDP-Sitzung über solide Stadtfinanzen besuchte, hörte Matze den Nirvana-Song 'Rape Me'. Der Vergleich dient als humorvolle Illustration, wie unterschiedlich die beiden als Teenager geprägt wurden.
Der Pleitegeneral
Der Artikel behandelt Christian Lindners erste schmerzhaften Erfahrung mit kritischer Medienberichterstattung. 2004 berichtete der Tagesspiegel über Lindners gescheiterte Beteiligung an einem Internet-Startup und prägte für ihn den Begriff "Pleitegeneral". Dieser Moment war für Lindner prägend und zeigte ihm erstmals die Wirkungsmacht medialer Etikettierung.
🗣 Christian Lindner referenziert bei ⏱ 00:50:14 „Der Pleitegeneral hat der Tagesspiegel in Berlin über mich damals getitelt. Wow. Und ja, was heißt wow?“
Christian Lindner erzählt von seiner ersten schmerzhaften Erfahrung mit kritischer Öffentlichkeit. Als er 2004 Generalsekretär der FDP in NRW wurde, griff der Tagesspiegel seine gescheiterte Beteiligung an einem Internet-Startup auf und betitelte ihn als 'Pleitegeneral'. Lindner beschreibt dies als prägenden Moment, der ihn erstmals mit der Wucht medialer Etikettierung konfrontierte.
Schattenjahre
Christian Lindner
Memoirs über die Erfahrungen in der FDP-Führung und die Phase nach dem Ausscheiden aus der Koalition. Das Buch dokumentiert die Häme von Medien und politischen Gegnern sowie zentrale Wendepunkte im politischen Kampf der Partei, illustriert durch Anekdoten aus der Politiklandschaft.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:59:50 „Diese Häme, über die du auch schon, das kam schon zwei, drei Mal heute im Gespräch. Du schreibst darüber auch in Schattenjahren. Du schreibst darüber, als ihr rausgeflogen seid, dass vor allen Dingen erinnerst du dich an die Häme der Medien, du erinnerst dich an die Häme der SPD, auch der Grünen, die das irgendwie belächelt haben.“
Matze Hielscher spricht Christian Lindner auf sein Buch 'Schattenjahre' an, in dem Lindner über das Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag 2013 schreibt. Hielscher bezieht sich auf Lindners Schilderung der Häme, die ihm und der FDP damals von Medien und politischen Gegnern entgegenschlug, und fragt, wie präsent dieses Gefühl noch ist.
Federer: Twelve Final Days
Asif Kapadia · 2024
Die Dokumentation zeigt die letzten zwölf Tage der glanzvollen Karriere von Roger Federer. Ursprünglich als Heimvideo gedreht, das nie für die Öffentlichkeit bestimmt war, zeigt der Film Federer von seiner verletzlichsten und offensten Seite
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 01:41:09 „Ich habe vor kurzem eine Dokumentation über Roger Federer gesehen, die letzten zwölf Tage. Und es gab eine wahnsinnig rührende Szene, nämlich die Szene, als er auf dem Sofa sitzt und sagt, ja Kinder und toll und super, jetzt habe ich mehr Zeit. Und irgendwann fängt er an zu weinen und sagt, but what's next?“
Matze Hielscher nutzt die Dokumentation über Roger Federers letzte Tage als Tennisprofi als Brücke, um Christian Lindner nach seinem eigenen möglichen Karriereende zu fragen. Die emotionale Szene, in der Federer trotz Erleichterung über mehr Familienzeit in Tränen ausbricht, dient als Spiegel für die Frage, ob Lindner ähnliche Gedanken an ein Leben nach der Politik hat.
Federer: Die letzten zwölf Tage
· 2024
Die Dokumentation zeigt die letzten zwölf Tage der glanzvollen Karriere von Roger Federer. Ursprünglich als Heimvideo gedreht, das nie für die Öffentlichkeit bestimmt war, zeigt der Film Federer von seiner verletzlichsten und offensten Seite
🗣 Matze Hielscher empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:43:01 „Ich habe vor kurzem eine Dokumentation über Roger Federer gesehen, die letzten zwölf Tage. Und es gab eine wahnsinnig rührende Szene, nämlich die Szene, als er auf dem Sofa sitzt und sagt, ja Kinder und toll und super, jetzt habe ich mehr Zeit. Und irgendwann fängt er an zu weinen und sagt, but what's next?“
Matze zieht eine Parallele zwischen Federers Karriereende und einem möglichen Ende von Lindners politischer Karriere und fragt, ob Lindner ähnliche Gedanken hat