Lars Klingbeil – Bist du zu sensibel
Matze Hielscher & Lars Klingbeil
Lars Klingbeil spricht über das zentrale Dilemma seines Amts als Finanzminister: 500 Milliarden investieren und gleichzeitig 30 Milliarden sparen — und warum beides richtig ist, auch wenn es in der Kommunikation nicht zusammenpasst. Er verteidigt Sensibilität in der Politik, erzählt von Tränen bei einem Besuch in Kiew und macht klar, dass er als Minister keine Ausreden hat: Wenn es schiefgeht, war er das.
„Wenn ich mit Vitali Klitschko in Kiew an einem zerbombten Haus stehe und da stehen 20 Fotos aufgereiht von denen, die da umgekommen sind, und da sind kleine Kinder drauf, dann habe ich Tränen in den Augen und das ist für mich auch völlig okay.“
Erwähnte Medien (14)
Terry Hoax
Terry Hoax
Terry Hoax ist eine Rockband aus Hannover. Sie wurde 1988 gegründet und löste sich 1996 nach einer Abschiedstournee auf. 2008 feierte Terry Hoax dann die Reunion.
🗣 Lars Klingbeil referenziert bei ⏱ 00:23:58 „Und ich habe die Dorfdisco, in der ich damals Terry Hoax und H-Blocks und all das zum ersten Mal gesehen habe, die miete ich mir alle zwei, drei Jahre mal und mache da eine große Party und lade alle ein.“
Lars Klingbeil erzählt von seiner musikalischen Jugend in der Lüneburger Heide und wie er sich die Verbindung zu seinen Wurzeln bewahrt, indem er die alte Dorfdisco mietet und Partys veranstaltet.
H-Blockx
H-Blockx
H-Blockx ist eine deutsche Rockband, die 1990 durch Henning Wehland am Gymnasium Wolbeck, im westfälischen Münster gegründet wurde. Sie gelten als deutsche Vorreiter der Stilrichtung Crossover. Neben den sieben Alben und einem Best-Of-Album schrieben sie unter anderem den Soundtrack zu dem deutschen Kinofilm Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding. Der Bandname leitet sich vom Begriff "H-Block" ab, mit dem Isolationshaftzellen während des nordirischen Bürgerkriegs bezeichnet wurden.
🗣 Lars Klingbeil referenziert bei ⏱ 00:23:58 „Und ich habe die Dorfdisco, in der ich damals Terry Hoax und H-Blocks und all das zum ersten Mal gesehen habe, die miete ich mir alle zwei, drei Jahre mal und mache da eine große Party und lade alle ein.“
Lars Klingbeil erinnert sich an seine ersten Konzerterlebnisse als Jugendlicher in der Dorfdisco. Im Transkript als 'H-Blocks' verschriftet, gemeint ist die deutsche Rock-Band H-Blockx.
House of Cards
Beau Willimon / Netflix · 2013
Nachdem er vom Weißen Haus hintergangen wurde, bahnt sich US-Kongressmitglied Underwood durch Erpressung, Skrupellosigkeit, Verführung und Ehrgeiz seinen Weg zur Macht.
🗣 Matze Hielscher erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:31:37 „Und dann gibt es auch das andere Bild, was dann jetzt nach der letzten Wahl gezeichnet worden ist, medial House of Lars, was die SPD betrifft. Und er ist auch ein Machtpolitiker.“
Matze Hielscher beschreibt die mediale Wahrnehmung von Lars Klingbeil als Machtpolitiker. Der Spitzname 'House of Lars' ist eine implizite Anspielung auf die Netflix-Serie 'House of Cards', die politische Machtspiele zum Thema hat. Die Referenz dient als Metapher für Klingbeils strategisches Agieren innerhalb der SPD.
Porträt über Kevin Kühnert
Ein Porträt des ZEIT-Interviews mit Kevin Kühnert, in dem der ehemaliges SPD-Hoffnungsträger erstmals seine Gründe für seinen plötzlichen Rückzug aus der Bundespolitik offenbart. Kühnert bilanziert darin ehrlich, was er in der Bundespolitik konkret erreicht hat und kommt zu einer ernüchternden Bilanz – trotz seiner prominenten Position fehlte die materielle Erfolgsbilanz. Der Artikel beleuchtet das Spannungsfeld zwischen abstrakten Erfolgen auf Bundesebene und wahrnehmbaren Ergebnissen auf kommunaler Ebene.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 01:31:13 „Er hat ja am Ende aufgehört und das fand ich irgendwie wirklich krass, das ist in der Zeit nachzulesen, in einem tollen Porträt, wo er sagt, er hat geguckt, was auf der Haben-Seite steht.“
Matze spricht über Kevin Kühnerts Rückzug aus der Politik und verweist auf ein Porträt in der ZEIT, das ihn beeindruckt hat. Kühnert habe darin bilanziert, was er in der Bundespolitik konkret erreicht habe – und die Bilanz sei ernüchternd gewesen. Matze nutzt das als Brücke zur Frage, wie abstrakt bundespolitische Erfolge im Vergleich zu kommunalen Projekten sind.
Drake (Konzert)
Drake
Das Drake-Konzert markiert das letzte Kulturerlebnis eines zeitlich stark belasteten Finanzministers und Parteivorsitzenden. Die Anekdote verdeutlicht, wie wenig Freizeit hochrangige politische Ämter erlauben, selbst für persönliche Interessen wie Konzertbesuche. Sie illustriert das Spannungsfeld zwischen intensiven beruflichen Verpflichtungen und privaten Aktivitäten in Spitzenpositionen.
🗣 Lars Klingbeil erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:38:21 „Welches Konzert? Boah, ich habe lange, ich muss überlegen, lange ist jetzt keins geplant, ehrlicherweise, aber Drake war das letzte und ich habe krampfhaft versucht, zu T's zu kommen, aber das hat irgendwie nicht funktioniert.“
Auf die Frage, was man ihm wünschen solle, sagt Klingbeil: mehr Konzerte. Als letztes Konzert nennt er Drake. Die Anekdote illustriert, wie wenig Freizeit ihm sein Amt als Finanzminister und Parteivorsitzender lässt.
Tomte
Tomte war eine deutschsprachige Indie-Rock-Band aus Hamburg.
🗣 Lars Klingbeil erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:38:56 „Der Tomte war aber schon so auf dem Dorf. Bei uns war es Togotronic.“
Nachdem Matze den Welt-Artikel zitiert, der Klingbeil als 'Mensch gewordenen Tomte-Song' beschreibt, ordnet Klingbeil die Band seiner Jugend auf dem Dorf zu. Tomte steht hier als kultureller Marker für eine norddeutsche Indie-Sozialisation, die beide Gesprächspartner teilen.
Tocotronic
Tocotronic
Tocotronic ist eine deutsche Rockband, die 1993 gegründet wurde. Ähnlich wie Blumfeld stellte die Band nicht nur eine Innovation für deutschsprachige Musik dar, sondern inspirierte auch mehrere spätere Bands. Teile der Band Tocotronic sind aus Hamburg. Tocotronic war lange Zeit bei L'age D'or unter Vertrag. 2007 wechselte die Band zum Label Vertigo Berlin von UDD. Zusammen mit einer Gruppe von Bands und Künstlern, wie zum Beispiel Blumfeld,Die Sterne oder Rocko Schamoni bildeten sie die sogenannte "Hamburger Schule"
🗣 Lars Klingbeil erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:39:04 „Ärzte, Tokotronic, Phantas, Rage Against the Machine. Das ist, glaube ich, die Reihenfolge bei mir.“
Klingbeil zählt seine musikalischen Prägungen in der Reihenfolge ihrer Bedeutung auf. Tocotronic nimmt den zweiten Platz ein. Matze greift die Band später nochmal auf und fragt, ob 'Harmonie ist eine Strategie' ein Tocotronic-Bezug sei – was Klingbeils harmoniesuchenden Politikstil pointiert zusammenfasst.
Die Ärzte
Farin Urlaub, Bela B., Rod
Die Ärzte ist eine deutschsprachige Band aus Berlin. Sie gehört neben der Band Die Toten Hosen zu den kommerziell erfolgreichsten deutschen Musikgruppen mit Wurzeln im Punkrock. Gegründet wurde die Band im Jahr 1982, im Jahr 1988 wurde sie aufgelöst. Seit der Wiedervereinigung 1993 besteht sie aus Farin Urlaub (bürgerlich Jan Vetter), Bela B (bürgerlich Dirk Felsenheimer) und Rodrigo González.
🗣 Lars Klingbeil erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:39:04 „Ärzte, Tokotronic, Phantas, Rage Against the Machine. Das ist, glaube ich, die Reihenfolge bei mir.“
Die Ärzte stehen an erster Stelle in Klingbeils persönlichem Musikranking. Er listet seine prägenden Bands auf, um seine kulturelle Herkunft zu illustrieren – norddeutsches Dorf, Indie- und Punkrock-Sozialisation.
Rage Against the Machine
Rage Against the Machine
Rage Against the Machine (oft RATM abgekürzt) ist eine Rockband aus Los Angeles, Kalifornien. Sie wurde 1991 von Zack de la Rocha (Gesang), Tom Morello (Gitarre), Tim Commerford (Bass) und Brad Wilk (Schlagzeug) gegründet. Die Texte des Frontmanns de La Rocha handeln von politischen, sozialen, aber auch persönlichen Problemen, die die Band in einem Crossover-Mix aus Metal, Hip-Hop, Punk, Funk und Alternative Rock ausdrückt.
🗣 Lars Klingbeil erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:39:04 „Ärzte, Tokotronic, Phantas, Rage Against the Machine. Das ist, glaube ich, die Reihenfolge bei mir.“
Rage Against the Machine bildet den Abschluss von Klingbeils musikalischem Ranking. Die politische Wut der Band steht in interessantem Kontrast zu seinem harmoniesuchenden Naturell, das im Gespräch immer wieder thematisiert wird.
Die Fantastischen Vier
Die Fantastischen Vier
Die Fantastischen Vier (oft Fanta 4 abgekürzt) sind eine deutsche Hip-Hop-Gruppe aus Stuttgart. Die Mitglieder sind Michael Bernd Schmidt alias Mikrofonprofessor Smudo, Thomas Dürr alias Hausmeister Thomas D und Michael Beck alias Michi Beck bzw. Dee Jot Hausmarke. Produzent ist das vierte Mitglied Andreas Rieke alias And.Ypsilon, Manager der Gruppe ist seit 1989 Andreas Läsker.
🗣 Lars Klingbeil erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:39:04 „Ärzte, Tokotronic, Phantas, Rage Against the Machine. Das ist, glaube ich, die Reihenfolge bei mir.“
Klingbeil nennt 'Phantas' – vermutlich Die Fantastischen Vier – als eine seiner prägenden Bands auf dem dritten Platz seines persönlichen Rankings. Der Name wurde im Transkript leicht abweichend verschriftlicht.
Harmonie ist eine Strategie
Tocotronic
Kapitulation ist das achte Studioalbum der deutschen Indie-Rock-Gruppe Tocotronic. Es erschien als Nachfolger von Pure Vernunft darf niemals siegen im Juli 2007 bei Vertigo Records. Es ist das zweite Album nach dem Wechsel von L’age d’or zum Major-Label Universal Music. Von den Feuilletons wurde das Album überwiegend gelobt, im Nachhinein auch teilweise zu den wichtigsten Alben des Jahres 2007 gezählt. Im Gespräch mit der taz sagte Dirk von Lowtzow:
🗣 Matze Hielscher zitiert daraus bei ⏱ 01:39:09 „Ist Harmonie deine Strategie nach Tokotronic? Haben die einen Song? Harmoniestrategie?“
Matze spielt auf einen Tocotronic-Song an und versucht, Klingbeils harmoniesuchenden Politikstil mit der Bandgeschichte zu verknüpfen. Der genaue Songtitel ist im Gespräch unsicher – Matze fragt selbst nach, ob es diesen Song gibt. Die Referenz funktioniert trotzdem als pointierte Charakterisierung.
Thees Uhlmann (Konzert)
Thees Uhlmann
Live-Konzert mit deutschem Gitarrenrock und introspektiven Texten. Der Sound verbindet kraftvolle Arrangements mit gesellschaftskritischem Anspruch, prägt seit Jahrzehnten die deutschsprachige Rockmusik. Eine Performance, die Intimität und Reflexion in den Vordergrund stellt.
🗣 Matze Hielscher erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:42:37 „Am Wochenende spielen, spielt Thies Ullmann und Tocotronic zusammen. Und Bayern München.“
Matze malt ein hypothetisches Harmonie-Szenario für Klingbeil: Wahlkreis, Familie, am Wochenende Thees Uhlmann und Tocotronic live sehen. Die Erwähnung dient als Kontrastbild zum stressigen Berliner Politikalltag und unterstreicht die gemeinsame musikalische Sozialisation.
Spiegel-Porträt über Lars Klingbeil
Sophie Gabe
Das Porträt untersucht, ob SPD-Chef Lars Klingbeil sich mit seinen Aufgaben überfordert hat. Sophie Gabes Artikel bietet einen differenzierten Blick auf die Herausforderungen, denen sich Klingbeil als Parteichef gegenübersieht. Der Text zeichnet ein nachdenklich stimmendes Bild des Politikers jenseits von oberflächlichen Urteilen.
🗣 Lars Klingbeil zitiert daraus bei ⏱ 01:45:55 „Gab mal eins im Spiegel, fällt mir jetzt spontan ein von der Sophie Gabe, wo ich mich so richtig gut wiedergefunden habe.“
Auf die Frage nach guten Porträts über ihn nennt Klingbeil spontan einen Spiegel-Artikel von Sophie Gabe, in dem er sich besonders gut wiedergefunden habe. Es ist eines der wenigen journalistischen Porträts, das er ausdrücklich positiv bewertet – in einem Umfeld, in dem er eigentlich versucht, sich von medialer Bewertung freizumachen.
Spiegel-Porträt über Lars Klingbeil (CrossFit)
Marc Hujer
Spiegel-Porträt über den Politiker Lars Klingbeil und dessen Leidenschaft für CrossFit. Der Artikel zeigt, wie der Fitnesstrainer Marc Hujer Klingbeil beim Trainieren begleitet und wie dieser dabei ehrgeizige Ziele wie das Stemmen von 100 Kilo umsetzt. Das Stück beleuchtet, warum Führungskräfte zunehmend zu CrossFit greifen und welche Rolle intensive Trainingsformen in deren Leben spielen.
🗣 Lars Klingbeil zitiert daraus bei ⏱ 01:46:18 „Das war der Marc Huya damals, der mich sehr früh begleitet hat beim Crossfit und wo ich 100 Kilo stemmen wollte. Was auch geklappt hat am Ende.“
Matze fragt nach guten Porträts über Lars Klingbeil. Neben dem Spiegel-Porträt von Sophie Gabe erwähnt Klingbeil ein weiteres, früheres Spiegel-Porträt von Marc Hujer, in dem er beim CrossFit begleitet wurde. Im Transkript als 'Marc Huya' verschriftet.