Friedrich Merz - zu hoch gepokert
Markus Lanz, Richard David Precht
Die Episode dreht sich um Friedrich Merz' riskantes Manöver, mit Stimmen der AfD eine Migrationsverschärfung durchs Parlament zu bringen — ein Tabubruch, der das Land aufwühlt. Precht zieht Parallelen zu Dänemarks Mette Frederiksen, warnt aber, dass Wähler im Zweifel das Original wählen statt die Kopie, wie zuletzt in Österreich. Lanz bringt die emotionale Dimension ein: die Messerattacke von Aschaffenburg und den Vater eines Opfers aus Brockstedt, der in seiner Sendung zu Gast war.
„Im Grunde ist die Idee sozusagen, du stimmst mit der AfD, um am Ende die AfD zu verhindern. Das ist der Gedanke. Aber was du dabei eigentlich nicht berücksichtigt ist, du machst das Thema der AfD selber zum wichtigsten Wahlkampfthema.“
Erwähnte Medien (3)
Podcast-Interview mit Daniel Thym
Paul Ronzheimer
Podcast-Interview mit Migrationsforscher Daniel Thym bei Paul Ronzheimer. Thym erklärt, wie das deutsche Asylsystem bei unterschiedlichen Antragsvolumina funktioniert – warum es bei 50.000 Anträgen funktioniert, aber bei 200.000–300.000 zusammenbricht. Ein tiefgängiger Blick auf die Grenzen von Systemen unter Last.
🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:14:12 „Ich habe in diesen Tagen, ich habe mit dem auch schon selber öfter gesprochen, Daniel Thüm ist ein sehr interessanter Mann, Migrationsforscher, der sehr hörenswert übrigens im Podcast glaube ich mit Paul Ronzheimer was sagt und das ist genau der Punkt.“
Markus Lanz empfiehlt im Kontext der Migrationsdebatte einen Podcast-Auftritt des Migrationsforschers Daniel Thym bei Paul Ronzheimer. Thym erkläre dort, warum das Asylsystem bei 50.000 Anträgen funktioniere, aber bei 200.000–300.000 zusammenbreche – genau der Punkt, den Lanz in der Diskussion mit Precht machen will.
Was will die AfD?
Justus Bender · 2017
Wie sähe Deutschland aus, wenn die AfD an der Macht wäre? Aktueller denn je: Ein erschreckend weitsichtiges Buch über die zunehmende Radikalisierung der AfD und die Bedrohung für unsere Demokratie »Hammer! 2017 schreibt Justus Bender, dass 2021 Olaf Scholz Kanzler ist – nicht genau dieses Bündnis, aber fast ganz genau.
🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:39:53 „Und Gerald hat ein Buch mitgebracht von Justus Bender mit dem Titel »Was will die AfD?« Und ich habe mir das daraufhin nochmal angeguckt und jetzt ist wichtig zu verstehen, er entwickelt dort ein Szenario und dieses Szenario ist aber ein Szenario, das Justus Bender 2017 entwickelt. 2017 ist dieses Buch erschienen und ich lese dir mal kurz vor, weil es wirklich interessant ist und auch brillant geschrieben ist.“
Markus Lanz berichtet, dass Gerald Knaus in einer Sendung das Buch von FAZ-Autor Justus Bender mitgebracht hat. Lanz liest daraus ein fiktives Szenario vor, das Bender bereits 2017 entworfen hat – eine AfD-geführte Bundesregierung im Sommer 2026 mit der CDU als Juniorpartner. Lanz ist fasziniert, wie frappierend genau Bender damals schon politische Entwicklungen wie Scholz' Kanzlerschaft und die Mechanismen der AfD-Rhetorik vorhergesagt hat.
Gestrandet
Paul Collier · 2017
Eine neue Flüchtlingspolitik für eine veränderte Welt Mehr als 65 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Doch die Instrumente und Institutionen, mit denen wir auf diese humanitäre Herausforderung reagieren, sind hoffnungslos veraltet und haben für Millionen Flüchtlinge fatale Folgen. Die beiden Experten für Flüchtlingsfragen Paul Collier und Alexander Betts zeigen, warum eine Politik der offenen Tür ebenso gefährlich ist wie Abschottung.
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:51:29 „Wir haben ja ein paar Mal schon über Paul Collier geredet, dieser Oxford-Ökonom, den ich mal zu einem längeren Interview getroffen habe. Sehr interessanter Mann. Der in einem Buch das mal genau beschrieben hat, ich glaube es heißt Gestrandet, wo er damals sagte, dieser riesige Schengen-Raum, der dann in der Zeit auch entstanden ist, war eine gute Sache, rein ökonomisch, aber man hat sozusagen im Grunde völlig sträflich vernachlässigt, eine gemeinsame, konsistente Einwanderungspolitik hinzukriegen.“
Im Kontext der Diskussion über die Geschichte der europäischen Migrationspolitik verweist Lanz auf den Oxford-Ökonomen Paul Collier, den er persönlich interviewt hat. Collier habe in diesem Buch beschrieben, dass der Schengen-Raum ökonomisch sinnvoll war, man aber versäumt habe, eine gemeinsame Einwanderungspolitik zu entwickeln und die Außengrenzen wirklich zu schützen.