Lanz & Precht – Ukraine - Zwischen Krieg, Frieden und Korruption
#221

Ukraine - Zwischen Krieg, Frieden und Korruption

Lanz & Precht / 28. November 2025 / 8 Medien

Markus Lanz, Richard David Precht

Im Mittelpunkt steht der 28-Punkte-Friedensplan für die Ukraine, der über Axios an die Öffentlichkeit gelangte — ausgearbeitet von einem kleinen Kreis um J.D. Vance, Jared Kushner und Steve Witkoff, ohne dass selbst Außenminister Marco Rubio eingeweiht war. Europa spielt in diesem Prozess kaum eine Rolle: Als Erfolg gilt bereits, dass der deutsche Bundeskanzler Trump für 15 Minuten ans Telefon bekam. Diskutiert wird auch das Budapester Memorandum von 1994, bei dem die Ukraine ihre Atomwaffen gegen Sicherheitsgarantien abgab, die nie eingelöst wurden.

„Man hat das Gefühl, in der Art und Weise, wer an einem solchen Entscheidungsprozess beteiligt sind, unterscheiden Trump und Putin sich nicht so kategorisch.“
🗣 Richard David Precht

Erwähnte Medien (8)

28-Punkte-Friedensplan für die Ukraine

28-Punkte-Friedensplan für die Ukraine

Das US-Nachrichtenmedium Axios veröffentlichte überraschend einen 28-Punkte-Friedensplan für die Ukraine. Der Plan sorgte nicht nur bei europäischen Politikern und internationalen Diplomaten für Aufregung, sondern auch innerhalb der US-Regierung selbst. Die Überraschung selbst von US-Regierungsmitgliedern deutet auf innenpolitische Machtkämpfe in der Trump-Administration hin.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:00:54 „Es gibt dieses US-Medium Axios. Die veröffentlichen plötzlich einen 28-Punkte-Friedensplan für die Ukraine. Und überrascht, und das ist wiederum für mich überraschend, sind nicht nur die Europäer, ist nicht nur der deutsche Bundeskanzler, sind nicht nur internationale Diplomaten, sondern sind auch Teile der amerikanischen Regierung.“

Markus Lanz leitet das Hauptthema der Episode ein: die Veröffentlichung eines detaillierten US-Friedensplans für die Ukraine durch das Medium Axios. Er betont, dass selbst Teile der US-Regierung, insbesondere Außenminister Marco Rubio, von dem Plan überrascht wurden – was auf interne Machtkämpfe zwischen Vance, Kushner und Witkoff hindeutet.

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Stück in der Süddeutschen Zeitung über europäische Eigenständigkeit

Stück in der Süddeutschen Zeitung über europäische Eigenständigkeit

Jürgen Habermas · 2025

Jürgen Habermas argumentiert in seinem Essay „Für Europa" für eine gemeinsame europäische Verteidigungspolitik, die siebzig Jahre nach dem ersten Versuch endlich Realität werden muss. Historiker Norbert Frei ordnet diese Position in die Tradition der „postumen Adenauerschen Linken" ein – einer linksliberalen westdeutschen politischen Ahnenreihe von Kurt Schumachers SPD über Gustav Heinemann bis zur Friedensbewegung der achtziger Jahre. Diese seit Joschka Fischers Außenministeramt 1998 etablierte Tradition beschreibt eine progressive europäische Integration, die sich bewusst zur westlichen Orientierung bekennt. Frei betont, dass eine gescheiterte europäische Verteidigungsunion katastrophale Folgen für Deutschland und den Kontinent hätte – angesichts aktueller sicherheitspolitischer Krisen ist dies kein akademisches Gedankenspiel mehr, sondern eine existenzielle Notwendigkeit.

🗣 Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:12:24 „Habermas hat dieser Tage in der Süddeutschen Zeitung ein interessantes Stück veröffentlicht, der ist 96 Jahre alt, der war immer noch ein Hellwach. Von jetzt an gehen wir alleine.“

Lanz zitiert einen aktuellen Beitrag von Jürgen Habermas in der Süddeutschen Zeitung, der fordert, dass Europa sich von der US-Abhängigkeit lösen und einen eigenständigen Weg gehen muss.

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Von jetzt an gehen wir alleine

Von jetzt an gehen wir alleine

Jürgen Habermas

Der Artikel von Jürgen Habermas behandelt die Notwendigkeit einer stärkeren politischen Integration und Unabhängigkeit der Europäischen Union von den USA. Der Philosoph argumentiert, dass Europa unter der Trump-Administration keine andere Wahl hat, als sich selbstständig zu machen. Habermas zeichnet dabei eine pessimistische Bilanz, die sowohl die Dringlichkeit als auch die Schwierigkeit dieser europäischen Emanzipation unterstreicht.

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:14:16 „Habermas hat dieser Tage in der Süddeutschen Zeitung ein interessantes Stück veröffentlicht, der ist 96 Jahre alt, der war immer noch ein Hellwach. Von jetzt an gehen wir alleine.“

Markus Lanz zitiert einen aktuellen Beitrag von Jürgen Habermas in der Süddeutschen Zeitung, um seine These zu untermauern, dass Europa sich von den USA emanzipieren muss. Der Titel oder die zentrale Botschaft des Stücks – 'Von jetzt an gehen wir alleine' – fasst für Lanz zusammen, was Europa nun als Konsequenz aus der US-Außenpolitik unter Trump begreifen müsse.

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Die Rückkehr der Kriege

Die Rückkehr der Kriege

Franz-Stefan Gady

Das Buch analysiert aktuelle bewaffnete Konflikte und geopolitische Verschiebungen. Franz-Stefan Gady, Militäranalyst und Feldbeobachter an der Front in der Ukraine, verbindet dabei Fronterfahrung mit analytischer Tiefe. Seine Arbeiten zeichnen sich durch direktes Wissen aus Konfliktgebieten aus, das über reine Schreibtisch-Analysen hinausgeht und großes Vertrauen bei Experten wie Markus Lanz genießt.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:20:53 „Militäranalyst, den ich persönlich sehr schätze. Ich habe auch ihr letztes Buch über die Rückkehr der Kriege zu Hause, lese sehr häufig darin. Und ich schätze das deswegen einfach nur vorab geschickt, weil ich ihre Analysen hochinteressant finde.“

Markus Lanz stellt den zugeschalteten Militäranalysten Franz-Stefan Gady vor und erwähnt dabei dessen Buch über die Rückkehr der Kriege als persönliche Lektüreempfehlung. Er nutzt das Buch, um Gadys Expertise und Glaubwürdigkeit zu unterstreichen – im Gegensatz zu Schreibtisch-Analysten gehe Gady regelmäßig an die Front in der Ukraine.

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Doktor Schiwago

Doktor Schiwago

David Lean · 1965

Der russische Arzt und Dichter Yuri Schiwago heiratet aus Dankbarkeit Tonya, die Tochter seiner Pflegeeltern. Seine Liebe aber gehört der 17-jährigen Lara. Der Ausbruch der Oktoberrevolution verstrickt Lara und Yuri in die Kriegswirren und stellt ihre Liebe auf eine harte Probe.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:29:06 „Es ist wie im Film Dr. Zhivago übrigens, wo die schrecklichsten Szenen immer bei Sonnenschein und wunderbarer Landschaft stattgefunden haben. Auf dem modernen Kriegsfeld in der Ukraine ist es auch so.“

Im Gespräch über die Bedeutung des Wetters für die Kriegsführung in der Ukraine zieht der Sprecher eine Parallele zum Film: So wie in Doktor Schiwago die grausamsten Szenen bei schönem Wetter und idyllischer Landschaft spielen, sei auch auf dem modernen Schlachtfeld in der Ukraine sonniges Wetter die tödlichste Zeit – weil dann Drohnen optimal operieren können.

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Interview in der Süddeutschen Zeitung

Interview in der Süddeutschen Zeitung

In Feldkirchen (Landkreis München) fehlen Kindergartenplätze: 27 Kinder haben aktuell keinen Platz in einer örtlichen Einrichtung, obwohl im April 48 betroffene Familien vorsprachen. Die Gemeinde und Träger (Caritas, Innere Mission, evangelische Kirche) schieben den Personalmangel vor – die Caritas-Leiterin Irmgard Löffler berichtet, dass Bewerbungen stark rückläufig sind. Bürgermeister Werner van der Weck rechtfertigt die Situation mit fehlerhaften Bedarfsprognosen und erklärt, dass die Gehälter nicht unbegrenzt erhöht werden könnten. Berufstätige Eltern wie Julia Llewellyn fordern mehr Transparenz und frühere Anmeldungsfristen für bessere Planbarkeit, fühlen sich aber von der Gemeinde nicht ausreichend unterstützt. Derzeit sind fünf Fachkraft-Stellen in den Einrichtungen unbesetzt, weshalb sich viele Eltern in private Kindergärten ausweichen.

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:37:29 „Ich finde es gut, dass Sie diesen Punkt ansprechen. Ich habe das gerade in einem Interview von Ihnen gelesen. Ich glaube, bei den Kollegen der Süddeutschen haben Sie das gemacht.“

Markus Lanz verweist auf ein aktuelles Interview seines Gastes in der Süddeutschen Zeitung, in dem dieser argumentiert, dass die entscheidende Frage nicht die Zahl der Verhandlungspunkte sei, sondern ob Europa bereit wäre, Bodentruppen in die Ukraine zu schicken. Lanz empfiehlt das Interview ausdrücklich zum Lesen.

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Corruption Perceptions Index

Corruption Perceptions Index

Transparency International

Der Transparency International Korruptionsindex misst die Korruptionswahrnehmung in 200 Ländern. Die Ukraine rangiert mit Platz 101 im gefährlichen unteren Drittel, was auf strukturelle Korruptionsprobleme hindeutet. Im internationalen Vergleich schneiden EU-Länder deutlich besser ab, während Russland noch schlechter dasteht als die Ukraine.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:52:04 „Die Ukraine steht auf dem Transparency International Korruptionsindex auf Platz 101. Das von die 200 Ländern. Das klingt jetzt ganz gut, so irgendwo in der Mitte. Aber ich würde sagen, so ab 50, wird es sehr finster.“

Im Gespräch über die Korruption in der Ukraine verweist Precht auf den Korruptionsindex von Transparency International, um die strukturellen Probleme des Landes einzuordnen. Er vergleicht die Platzierung der Ukraine (101) mit Russland (ca. 160) und den EU-Staaten (alle unter 60-70).

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Diener des Volkes

Diener des Volkes

· 2015

Ein einfacher Geschichtslehrer wird über Nacht zum Präsidenten der Ukraine. Er versucht, ein normales Leben ohne Privilegien zu führen und engagiert am Umbau seines Landes zu arbeiten. Dabei muss er hart gegen das Heer korrupter und durchtriebener Beamter kämpfen.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:55:55 „Und genau so ist es im echten Leben gekommen. Und am Ende wird aus diesem Diener des Volkes eine fast shakespearische Rolle. Weil wenn der Krieg vorbei sein sollte, es kann immer noch sehr lange dauern, aber im Fall geht es zu Ende, dann geht er dann am Ende damit zu Ende, dass er einen Friedensvertrag unterschreibt, der ganz, ganz bitter und blutig für die Ukraine ist.“

Precht zieht eine Parallele zwischen Zelenskys realer Präsidentschaft und seiner Rolle in der ukrainischen TV-Serie 'Diener des Volkes', in der er einen Lehrer spielte, der unerwartet Präsident wird. Precht beschreibt, wie aus der komödiantischen Serienprämisse im echten Leben eine tragische, fast shakespearische Geschichte geworden ist – ein Präsident, der möglicherweise einen bitteren Friedensvertrag unterschreiben muss.

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