Lanz & Precht – Angriff auf den Iran – Ein gerechter Krieg?
#235

Angriff auf den Iran – Ein gerechter Krieg?

Lanz & Precht / 06. März 2026 / 4 Medien

Markus Lanz, Richard David Precht

Statt den aktuellen Angriff auf den Iran zu analysieren, nehmen sich die beiden die Sprache des Krieges vor: Wie Politiker mit Euphemismen wie „Luftschläge

„Die Leute sind ja davon überzeugt, dass das alles was Gutes ist, aber sie trauen sich nicht mehr, die richtigen Worte dafür zu benutzen.“
🗣 Richard David Precht

Erwähnte Medien (4)

Kommentierung zum amerikanischen Angriff auf den Iran

Kommentierung zum amerikanischen Angriff auf den Iran

Raphael Geiger

Kommentar aus der Süddeutschen Zeitung von Raphael Geiger zur moralischen Frage, ob militärisches Eingreifen gegen diktatorische Regime wie den Iran gerechtfertigt ist. Geiger wirft auf, dass ein Diktatur ohne äußere Intervention kaum fallen kann – Syrien zeigt die Risiken von Nichteinmischung.

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:22:56 „Ich habe dieser Tage eine sehr gute Kommentierung von Raphael Geiger gelesen, das ist ein Kollege von der Süddeutschen, der die Frage stellte, ob der amerikanische Angriff, wie er jetzt offenbar doch bevorsteht, richtig oder falsch ist, berührt, so schreibt er, die wesentliche Frage, wie, wenn nicht so, soll ein diktatorisches Regime denn fallen?“

Lanz zitiert einen Kommentar aus der Süddeutschen Zeitung, um die schwierigste Frage des Gesprächs aufzuwerfen: Ob militärisches Eingreifen gegen ein diktatorisches Regime moralisch gerechtfertigt sein kann, wenn die Bevölkerung sich aus eigener Kraft nicht befreien kann. Geiger verweist dabei auf Syrien als Negativbeispiel für Nichteingreifen. Lanz nutzt den Artikel als dialektischen Gegenpol zu Prechts Position, dass der Krieg rein machtpolitisch motiviert sei.

Zum Artikel bei Süddeutsche Zeitung Details
Davos-Rede 2025

Davos-Rede 2025

Mark Carney

Die Davos-Rede von Mark Carney 2025 behandelt das Ende der regelbasierten Weltordnung und fordert ein Bündnis mittlerer Mächte zur Bewältigung globaler Bruchlinien. Carney kritisiert die Heuchelei stärkerer Mächte, die sich selbst von internationalen Regeln befreien, während andere daran gebunden bleiben. Seine Rede wird als bemerkenswert ehrlich und realistisch bewertet und erhielt Standing Ovations.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:41:12 „Mark Carney, der kanadische Regierungschef, der in Davos eine, wie ich fand, wir haben ja darüber geredet, spektakuläre Rede gehalten hat, wo er darüber gesprochen hat, dass die sogenannten Mittelmächte, zu denen auch Deutschland gehört und so weiter und auch die EU gehört und eben auch Kanada gehört, dass die sich zusammentun müssten und dann sowas wie eine neue moralische Instanz sind, wenn Amerika schon nicht mehr Verlass ist.“

Im Kontext der Diskussion über die Positionierung Europas gegenüber dem US-Völkerrechtsbruch im Iran erwähnt Lanz die Davos-Rede von Mark Carney als Beispiel für eine klare moralische Haltung. Carney forderte darin, dass Mittelmächte wie Kanada, Deutschland und die EU eine neue moralische Instanz bilden müssten, da auf Amerika kein Verlass mehr sei. Lanz stellt Carneys Haltung als Gegenbild zur deutschen Position unter Merz dar.

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Black Wave

Black Wave

Kim Ghattas · 2020

A New York Times Notable Book of 2020 “[A] sweeping and authoritative history" (The New York Times Book Review), Black Wave is an unprecedented and ambitious examination of how the modern Middle East unraveled and why it started with the pivotal year of 1979. Kim Ghattas seamlessly weaves together history, geopolitics, and culture to deliver a gripping read of the largely unexplored story of the rivalry between between Saudi Arabia and Iran, born from the sparks of the 1979 Iranian revolution an...

🗣 Markus Lanz zitiert daraus bei ⏱ 00:51:43 „Ich bin über ein, und es hat mir Bente Scheller empfohlen, über ein irre gutes Buch gestolpert, Black Wave. Das ist ein Buch, das Kim Gertes geschrieben hat, in dem es um eine zentrale These geht. Sie sagt, all das, worüber wir heute reden, all das, was die Welt von heute ist, beginnt in einem einzigen Jahr. Es beginnt im Jahr 1979.“

Markus Lanz empfiehlt zum Abschluss der Diskussion über den Iran-Konflikt ein Buch, das ihm von der Nahostexpertin Bente Scheller empfohlen wurde. Kim Ghattas' zentrale These ist, dass alle heutigen Konflikte im Nahen und Mittleren Osten auf das Jahr 1979 zurückgehen – und dass die Region vorher ganz anders war. Lanz nutzt das Buch, um dem Klischee zu widersprechen, der Nahe Osten sei seit Jahrtausenden nur von Krieg geprägt.

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Die Kunst des Friedens

Die Kunst des Friedens

Daniel Gerlach

Daniel Gerlach hinterfragt in "Die Kunst des Friedens" das verbreitete westliche Image des Nahen Ostens als ewiger Krisenherd. Er argumentiert, dass Europa selbst eine lange Geschichte von Massenvernichtungskriegen und fanatischen Ideologien hat und setzt dies in Kontrast zu vereinfachten Narrativen über die Region. Das Buch bietet eine wichtige Perspektivkorrektur auf geopolitische Debatten und westliche Außenpolitik.

🗣 Markus Lanz zitiert daraus bei ⏱ 00:52:54 „Und das schließt an, letzte Bemerkung noch, Richard, an ein Buch von Daniel Gerlach, der gerade über die Kunst des Friedens nachgedacht hat. Das ist ein sehr interessantes Buch, wo er das Gleiche sagt. Im westlichen Bild ist der Nahe Osten sozusagen ein ewiger Krisenherd.“

Im direkten Anschluss an die Empfehlung von 'Black Wave' nennt Lanz ein weiteres Buch, das eine ähnliche These vertritt: Daniel Gerlach argumentiert, dass das westliche Bild vom Nahen Osten als ewigem Krisenherd nicht haltbar ist, da Europa selbst eine Geschichte von Massenvernichtungskriegen und fanatischen Ideologien hat. Lanz stellt beide Bücher als Korrektiv gegen vereinfachende Narrative über die Region vor.

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