Die sogenannte Gegenwart – Warum gibt es keine Tradwives von links?
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Warum gibt es keine Tradwives von links?

Die sogenannte Gegenwart / 13. Oktober 2025 / 11 Medien

Nina Pauer, Ijoma Mangold

Nach der Sommerpause und zwei Liveaufnahmen kehren Nina Pauer und Ijoma Mangold in gewohnter Zweisamkeit zurück — mit einem Thema, das eigentlich nach Lars Weisbrod klingt: Tradwives. Anlass ist Hannah Lühmanns frisch erschienenes Buch 'Heimat'; Ijoma, selbstdeklariert kinderlos und damit ohne Erfahrungswissen, kündigt an, aus dem Lehnstuhl heraus zu theoretisieren, während Nina die Empirie beisteuert. Der Gegenwartscheck kreist um Ijomas Beobachtung, dass man deutsche YouTube-Untertitel nicht nicht mitlesen kann — ein Hinguckzwang, der das Publikum beim letzten Livetermin wenig überzeugte.

„Ich werde heute vielleicht eher der sein, der dich immer nach der Empirie befragt, um dann aus dem Lehnstuhl theoretisierend mich einzumischen.“
🗣 Ijoma Mangold

Erwähnte Medien (11)

Heimat

Heimat

Hannah Lühmann · 2025

Hinter der perfekten Idylle lauert die »Tradwife«-Szene – Hannah Lühmanns Roman über ein virales Thema und den Rechtsruck in unserem Land Als Jana mit ihrer Familie aufs Land zieht, merkt sie schnell: Hier gelten andere Regeln. Hinter der bürgerlichen Fassade lauert ein höchst problematisches Weltbild, wie selbstverständlich wird hier AfD gewählt. Auch Janas charismatische Nachbarin Karolin hat sich ganz der Rolle als Hausfrau und Mutter verschrieben. Je mehr Zeit Jana mit Karolin verbringt, des

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:01:24 „Es geht um ein Buch. Wir haben ein Buch gelesen von Hannah Lühmann, das zu dem Thema passt, das gerade erschienen ist. Heimat heißt es.“

Das Buch von Hannah Lühmann ist das zentrale Werk dieser Episode. Es behandelt das Thema Tradwives aus deutscher Perspektive und wird im Laufe des Gesprächs immer wieder referenziert. Nina Pauer hebt hervor, dass es interessant sei, einen deutschen Fall zu haben, der das Tradwife-Phänomen auf Deutsch durchdekliniert.

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The Daily

The Daily

Michael Barbaro / The New York Times

This is what the news should sound like. The biggest stories of our time, told by the best journalists in the world. Hosted by Michael Barbaro, Rachel Abrams and Natalie Kitroeff. Twenty minutes a day, six days a week, ready by 6 a.m. Subscribe today at nytimes.com/podcasts or on Apple Podcasts and Spotify. You can also subscribe via your favorite podcast app here https://www.nytimes.com/activate-access/audio?source=podcatcher.

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:14:58 „Das hat ja der Podcast der New York Times und der Daily, glaube ich, so wahnsinnig perfektioniert, dass der Fragesteller das immer in wiederkehrenden periodischen Rhythmen einfügt und dass das jetzt die KI in der gleichen Weise als Natürlichkeitssignal verwendet.“

Im Gespräch über KI-Füllwörter und affirmierende Geräusche in Hotline-Gesprächen verweist Ijoma Mangold auf den NYT-Podcast The Daily als Vorbild für die Technik, zustimmende Laute periodisch einzufügen, um Natürlichkeit zu signalisieren.

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37 Grad: Tradwives-Doku

37 Grad: Tradwives-Doku

ZDF

Die ZDF-Dokumentationsserie 37 Grad beleuchtet das Phänomen der Tradwives – Frauen, die sich bewusst für ein traditionelles Lebensmodell mit Familie und Haushalt entscheiden. Mit deutschen Beispielen aus Regionen wie Mallorca und der Provinz zeigt die Doku, wie diese kontroversen Lebensentwürfe in der modernen Gesellschaft praktiziert werden.

🗣 Pauer referenziert bei ⏱ 00:33:05 „Das eine war eine 37-Grad-Doku und das andere, weiß ich gar nicht mehr“

Pauer und Mangold haben mehrere Dokumentationen über Tradwives geguckt – eine deutsche (mit Beispielen aus Mallorca und der Provinz) und eine amerikanische mit Charlie Kirk

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3 Doku

37 Grad: Tradwives-Dokumentation

Die ZDF-Dokumentation porträtiert deutsche Influencerinnen, die das sogenannte Tradwife-Phänomen verkörpern – Frauen, die sich bewusst für traditionelle Geschlechterrollen entscheiden und diese online inszenieren. Die Doku zeigt unter anderem eine Germanistin auf Mallorca und eine junge Frau, die diesen Lebensstil prägen. Das Werk bietet einen aufschlussreichen Einblick in einen gesellschaftlichen Trend, der traditionelle Werte mit moderner Social-Media-Kultur verbindet und kritische Fragen zur Authentizität und Rollenerwartungen aufwirft.

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:34:36 „Das eine war eine 37-Grad-Doku und das andere, weiß ich gar nicht mehr, verlinken wir alles unten. Das eine war eine Amerika, also wo es um Amerika ging, wo auch interessanterweise dann Charlie Kirk einmal auftaucht auf der Bühne und frenetisch die Frauen, die wirklich auch alle ein bisschen gleich aussehen, haben die auch Blümchenkleider.“

Im Gespräch über das Tradwife-Phänomen verweisen Mangold und Pauer auf zwei Dokumentationen, die sie vorab gesehen haben. Die eine ist eine deutsche 37-Grad-Doku (ZDF), die deutsche Tradwife-Influencerinnen porträtiert – darunter eine Germanistin auf Mallorca, die bewusst die Rolle des 'blonden Dummerchens' spielt, und eine schüchterne 21-Jährige. Die Doku dient als Ausgangspunkt für die Diskussion über das Phänomen.

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T Doku

Tradwives-Dokumentation (USA, mit Charlie Kirk)

Amerikanische Dokumentation über die Tradwives-Bewegung, in der Charlie Kirk und Mitglieder der Trump-Familie auftreten. Die Doku präsentiert eine natalistische Perspektive, die traditionelle Geschlechterrollen feiert und ein visuell einheitliches Bild von Frauen in charakteristischen Kleidern zeigt.

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:34:36 „Das eine war eine Amerika, also wo es um Amerika ging, wo auch interessanterweise dann Charlie Kirk einmal auftaucht auf der Bühne und frenetisch die Frauen, die wirklich auch alle ein bisschen gleich aussehen, haben die auch Blümchenkleider, die haben so krasse Kleider.“

Neben der 37-Grad-Doku haben Nina Pauer und Ijoma Mangold eine zweite, amerikanische Dokumentation über Tradwives geschaut, in der Charlie Kirk und Mitglieder der Trump-Familie auftreten und eine natalistische Bewegung gefeiert wird. Diese Doku wird als eigenständiges Werk neben der deutschen 37-Grad-Doku besprochen.

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Artikel über Eltern-Stress

Artikel über Eltern-Stress

Eltern in westlichen Ländern erleben einen dramatisch gestiegenen Stresslevel – messbar an einem Cortisol-Anstieg von bis zu 213 Prozent. Der Artikel untersucht gesellschaftliche und kulturelle Ursachen für dieses Phänomen, das besonders Deutschland und andere westliche Länder betrifft. Im Fokus stehen veränderte Erwartungen an Elternschaft, Perfektionsdruck und strukturelle Faktoren wie fehlende Unterstützungssysteme. Der Artikel diente als Grundlage für eine Podcast-Diskussion über modernen Erziehungsstress.

🗣 Nina Pauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:44:12 „Wir können auch einen Text noch verlinken unten, wie heißt der nochmal auf Zeit Online? Warum Eltern heute hier so gestresst sind oder hier. Also jedenfalls, da geht es auch um Deutschland oder die westlichen Länder.“

Pauer verweist auf einen Zeit-Online-Artikel über den gestiegenen Stresslevel von Eltern in westlichen Ländern. Sie erinnert sich nicht genau an den Titel, will ihn aber in den Shownotes verlinken. Der Artikel beschreibt unter anderem einen 213-prozentigen Anstieg von Cortisol bei Eltern und das Phänomen des 'Eltern-Burnouts' – ein Befund, der Mangolds Frage untermauert, warum dieser Erschöpfungsdiskurs historisch so neu ist.

Zum Artikel bei ZEIT Online Details
Treadwife. Heimat

Treadwife. Heimat

Hanna Lühmann · 2025

Hinter der perfekten Idylle lauert die »Tradwife«-Szene – Hannah Lühmanns Roman über ein virales Thema und den Rechtsruck in unserem Land Als Jana mit ihrer Familie aufs Land zieht, merkt sie schnell: Hier gelten andere Regeln. Hinter der bürgerlichen Fassade lauert ein höchst problematisches Weltbild, wie selbstverständlich wird hier AfD gewählt. Auch Janas charismatische Nachbarin Karolin hat sich ganz der Rolle als Hausfrau und Mutter verschrieben.

🗣 Ijoma Mangold empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:56:33 „Hanna Lühmann, ich mache mal kurz einen Abriss, ist 1987 in Berlin geboren. Sie ist eine Kollegin von uns, hat sehr lange bei der Welt im Feuilleton der Welt gelebt. Es ist nicht ihr erster Roman, er heißt Treadwife. Heimat und er fängt an in einer Situation, wo die Protagonistin Jana sich wiederfindet, irgendwo draußen, ich würde mal so sagen, im Speckgürtel, nicht mehr in der Großstadt.“

Das Hauptbuch dieser Episode. Ijoma Mangold und Nina Pauer besprechen ausführlich den Roman von Hanna Lühmann, der die Geschichte einer jungen Mutter erzählt, die in eine Treadwife-Gemeinschaft im Speckgürtel hineingerät und sich schleichend radikalisiert. Der Roman spielt in einer nahen Zukunft, in der die AfD noch stärker geworden ist, und verbindet Elternschaftsthemen mit politischer Radikalisierung. Mangold lobt den Roman als sehr intelligent und analytisch klug in seiner Gesellschaftsbeobachtung.

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Generation Frühbetreuung

Generation Frühbetreuung

· 2022

Die richtige Entscheidung ist ein Erfahrungsbericht, ein pädagogischer Ratgeber und ein gesellschaftskritisches Sachbuch Es gibt einen Einblick in die Krippenzeit eines Kindes, es erzählt von der aktuellen Betreuungssituation in unseren Krippen und es hilft die eigene Einstellung zum Thema Frühbetreuung zu hinterfragen. Am Ende des Buches steht der Erkenntnisgewinn, was will ich für mein Kind und wie kann ich dies umsetzten.

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 01:04:57 „Dann haben sie einen Lesekreis unter diesen Müttern und den fand ich schon sehr herrlich beschrieben. Ich habe auch sofort gegoogelt, ob es das Buch wirklich gibt, was ja nun mal wirklich zeigt, dass es sehr gut beschrieben ist. Nämlich, es geht um Kita-freie Erziehung. Also da gibt es einen Abend über das Buch Generation Frühbetreuung und das finde ich halt schon wirklich genial, diesen Titel.“

Nina Pauer beschreibt ein Buch, das innerhalb des Romans 'Treadwife. Heimat' in einem Lesekreis der Treadwife-Mütter besprochen wird. Es geht um kita-freie Erziehung und den Stress frühbetreuter Kinder. Pauer war so überzeugt von der Beschreibung, dass sie googelte, ob das Buch tatsächlich existiert – ein Zeichen dafür, wie realistisch Lühmann die Szene gestaltet hat.

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Bild-Kolumne (Post von Wagner)

Bild-Kolumne (Post von Wagner)

Franz Josef Wagner

Er fehlt. Der weiße Vitra-Eames-Stuhl ist leer. Franz Josef Wagner schreibt nicht mehr. BILD-Autor Norbert Körzdörfer blickt zurück.

🗣 Ijoma Mangold erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:23:53 „Und von Franz Josef Wagner neben vielen anderen stilistischen Heldentaten stammt auch die Begriffsschöpfung der Cappuccino-Moms oder Cappuccino-Mütter, das weiß ich gar nicht mehr genau, wie er sie geprägt hatte, die am Prenzlauer Berg mit ihrem Kinderwagen beisammensäßen und es sich gut gehen ließ.“

Mangold erinnert sich anlässlich einer Cappuccino-Szene im Roman an den am selben Tag verstorbenen Bild-Kolumnisten Franz Josef Wagner, der in den Nullerjahren den Begriff der 'Latte Macchiato Mams' prägte. Mangold nutzt die Anekdote, um zu zeigen, wie stark sich gesellschaftliche Bilder und Diskurse über Mutterschaft in den letzten zwei Jahrzehnten verändert haben.

Zum Artikel bei BILD Details
Artikel über die innere Hausfrau

Artikel über die innere Hausfrau

Nina Pauer

Der Artikel behandelt die Diskrepanz zwischen der Emanzipation von Frauen und ihrem tatsächlichen Verhalten im Haushalt. Autorin Nina Pauer argumentiert, dass moderne Frauen unbewusst in traditionelle Geschlechterrollen verfallen – sie waschen, räumen hinter Partnern auf und übernehmen selbstverständlich Haushaltsarbeiten, obwohl sie sich als emanzipiert verstehen. Pauer bezeichnet dieses Phänomen als die innere Hausfrau, ein internalisiertes Rollenmuster, das stärker nachwirkt, als Frauen sich eingestehen. Sie plädiert dafür, dass Frauen bewusst lernen sollten, diese automatischen Verhaltensmuster zu durchbrechen und die Füße hochzulegen – also sich von der unbewussten Verpflichtung zur Haushaltsarbeit zu befreien.

🗣 Nina Pauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:29:18 „Ich habe mal einen Artikel über die innere Hausfrau geschrieben, über der wir uns stellen müssen, weil wir haben diese Rollen, also oder die doller wirken, als wir uns das eingestehen.“

Nina Pauer erwähnt einen eigenen früheren Artikel, in dem sie argumentiert, dass traditionelle Rollenbilder – die 'innere Hausfrau' – stärker in Frauen nachwirken, als sie sich eingestehen wollen. Sie nutzt den Verweis, um ihre These zu untermauern, dass die Generation der emanzipierten Mütter ihre Töchter zu blauäugig auf die Vereinbarkeit vorbereitet hat.

Zum Artikel bei ZEIT Online Details
Hanna Lühmanns Roman

Hanna Lühmanns Roman

Hanna Lühmann · 2025

Der Roman von Hanna Lühmann untersucht alternative Formen von Gemeinschaft und Zusammenleben jenseits staatlicher Strukturen. Im Mittelpunkt stehen Fragen zu Familie, Mutterschaft und der Möglichkeit, tragfähige Gemeinschaften neu aufzubauen. Durch Figuren wie Sabine, Jana und einer indischen Migratin erforscht das Buch, wie Menschen außerhalb traditioneller Institutionen Halt und Zusammenhalt finden können.

🗣 Ijoma Mangold empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:32:33 „Hanna Lühmanns Roman geht schon auch um die Frage, wie man quasi kommunitaristisch eigene Gemeinschaften neu aufbauen kann, die ein Leben tragen.“

Am Ende des Gesprächs fasst Ijoma Mangold den thematischen Kern des Romans zusammen, der offenbar das Hauptbuch der gesamten Episode ist. Er leitet daraus seine Zukunftsprognose ab: ob es in zehn Jahren eine Rückkehr in die Kirchen geben wird als neue Form von Gemeinschaft. Der Roman dreht sich um Familienmodelle, Mutterschaft und die Frage, wie Gemeinschaft jenseits staatlicher Strukturen funktionieren kann – im Buch gibt es u.a. die Figuren Sabine (Mutter), Jana (Tochter) und eine indische Aussteigerfreundin namens Amri.

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