Unter Pfarrerstöchtern – Der Esel des Bileam
#041

Der Esel des Bileam

Unter Pfarrerstöchtern / 21. Mai 2021 / 3 Medien

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Die Episode taucht ein in die Geschichte des Sehers Bileam und seines sprechenden Esels aus dem Buch Numeri — eine märchenhafte Erzählung mitten im biblischen Eroberungszug nach Kanaan. Passend zu Pfingsten, dem Fest, an dem das Sprachlose eine Sprache bekommt, geht es um redende Tiere in der Bibel: erst die Schlange im Garten Eden, nun ein störrischer Esel. König Balak von Moab, in Panik vor dem anrückenden Volk Israel, schickt Boten bis an den Euphrat, um den Seher Bileam herbeizurufen — er soll die Israeliten verfluchen, weil militärische Stärke allein nicht reicht.

„Der Hund denkt über die Menschen: Sie lieben mich, sie füttern mich, sie kümmern sich um mich, sie müssen Götter sein. Die Katze denkt über die Menschen: Sie lieben mich, sie füttern mich, sie kümmern sich um mich, ich muss ein Gott sein.“
🗣 Sabine Rückert

Erwähnte Medien (3)

An das wilde Glauben

An das wilde Glauben

Nastassia Martin · 2023

Zwei großartige und labyrinthische Werke, Höhepunkte des gemeinsamen Schaffens von Deleuze und Guattari: Die zwei Bände "Kapitalismus und Schizophrenie" werden in diesem Einsteigerband verständlich kommentiert und LeserInnen nahe gebracht. Beispiele aus verschiedenen Bereichen machen die philosophischen Einsichten anschaulich. Dabei werden auch die Gedanken der beiden Philosophen mit neuen Werken aus Philosophie, Wirtschaft, Politologie und Recht weitergedacht (z. B.

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:17:26 „Aber ich habe ein Buch gelesen kürzlich. Das heißt »An das wilde Glauben«. Und dieses Buch ist von einer französischen Anthropologin verfasst. Die heißt Nastassia Martin. Und sie ist ganz neu erschienen. Ich habe es mir gleich besorgt und habe es gleich gelesen.“

Sabine Rückert bringt das Buch im Zusammenhang mit der Bileam-Geschichte ein, in der ein Esel Dinge sieht, die der Mensch nicht sieht. Die französische Anthropologin Nastassia Martin beschreibt darin ihre Begegnung mit einem Bären in Kamtschatka, der ihr ins Gesicht beißt – und wie dieses Erlebnis die Grenze zwischen Mensch und Tier auflöst. Rückert liest ausführlich aus dem Buch vor und zieht die Parallele zur Bibel: Vielleicht verstehen wir diese alten Texte nicht mehr, weil uns solche archaischen Erfahrungen mit der Natur fehlen.

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W Buch

Wolfssonate (Variations sauvages)

Hélène Grimaud · 2005

Témoignage d'Hélène Grimaud, pianiste virtuose, qui trouve la sérénité en vivant au milieu de sa meute de loups dans l'Etat de New York. "Variations sauvages" est un hymne vibrant à la musique et à la liberté, un plaidoyer pour la reconnaissance des loups et la sauvegarde de la nature. Un petit traité d'insoumission à l'usage de tous les enfants terribles.

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:25:42 „Das klingt ganz toll und erinnert mich an die weltberühmte Pianistin Grimaud, die mit Wölfen zusammen wohnt. Die ist eine französische Pianistin, hat angefangen irgendwie mit zehn Jahren Klavier zu spielen, relativ spät, ist dann auf Hochschulen gekommen, war wahnsinnig anstrengend für ihre Lehrer.“

Johanna Haberer zieht eine Parallele zwischen Nastassia Martins Bärenbegegnung und Hélène Grimauds bekannter Lebensgeschichte mit Wölfen. Sie beschreibt detailliert Grimauds Biografie – das Zusammenleben mit einem Wolfsrudel in den USA und die Verwandlung ihres Klavierspiels – die aus Grimauds Autobiografie 'Variations sauvages' (dt. 'Wolfssonate') bekannt ist.

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Harry Potter

Harry Potter

J. K. Rowling · 2024

Harry Potter is leaving Privet Drive for the last time. But as he climbs into the sidecar of Hagrid’s motorbike and they take to the skies, he knows Lord Voldemort and the Death Eaters will not be far behind. The protective charm that has kept him safe until now is broken. But the Dark Lord is breathing fear into everything he loves.

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:26:33 „Und dieser ähnliche Mythos, glaube ich, ist auch ein bisschen, was davon macht, die Faszination für unsere Kinder und die Jugendlichen, dieser Harry Potter Figur. Weil die Tiere sind magische Wesen. Und jeder hat ja sein eigenes Tier und jeder hat auch sein eigenes Schutztier. Im Extremen sieht ja dann der Harry Potter den Hirsch, der er dann aber auch selber ist.“

Johanna Haberer greift das Thema der magischen Mensch-Tier-Verbindung auf und sieht in Harry Potters Patronus-Motiv – jeder Zauberer hat ein eigenes Schutztier – eine moderne Fortschreibung uralter Archetypen. Sie verbindet dies mit Jungs Psychologie und der Idee, dass Menschen ihr inneres Tier entdecken müssen, was wiederum auf die Bileam-Geschichte und die Anthropologin Martin zurückverweist.

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