Mission impossible
Sabine Rückert, Johanna Haberer, Erzähler
In der letzten Folge der achtteiligen Gleichnis-Serie widmen sich die Schwestern dem Gleichnis vom Sämann aus dem Matthäus-Evangelium: Jesus predigt aus einem Boot am See Genezareth und erzählt von Samen, der auf den Weg, auf Felsen, unter Dornen und auf fruchtbaren Boden fällt. Johanna ordnet es als Missionsgleichnis ein — es beschreibt, wie die Botschaft vom Reich Gottes bei den Menschen ankommt oder eben nicht. Dabei zeigen die Naturbilder der Bibel immer dasselbe: Einmal ausgesät, ist der Vorgang nicht mehr aufzuhalten.
„Du wirfst was aus und irgendwas passiert damit. Du hast es nicht in der Hand, aber trotzdem, es ist unaufhaltsam.“
Erwähnte Medien (2)
Gelassen stieg die Nacht ans Land
Eduard Mörike · 2004
Mörikes berühmtes Gedicht dient als klassisches Beispiel für eine Allegorie in der Literatur. In der Meditation des Gedichts werden abstrakte Konzepte durch bildhafte Darstellungen von Nacht und Landschaft symbolisiert. Das Werk wird häufig verwendet, um den literarischen Begriff der Allegorie zu erklären und zu demonstrieren, wie Dichter metaphorisch tiefere Bedeutungen vermitteln.
🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:07:27 „Berühmt ist doch das Gedicht, gelassen stieg die Nacht ans Land. So hat man doch die, das ist eine Allegorie.“
Sabine Rückert nennt Mörikes Gedicht als prominentes Beispiel für eine Allegorie, um den literarischen Begriff zu veranschaulichen, den Johanna Haberer gerade im Zusammenhang mit dem Gleichnis vom Sämann erklärt hat.
Epistulae morales ad Lucilium
Seneca · 2015
Die Briefe an Lucilius über Ethik sind das reifste und eingängigste Werk des großen römischen Philosophen Lucius Annaeus Seneca. Im allerbesten Sinne des Wortes populärphilosophisch, präsentieren sie sich dem Leser als kurze und kompakte Lebensratgeber. Jeder einzelne Brief ist voll der Weisheit, des lebenspraktischen Rates, der ermutigenden Worte und an den fruchtbarsten Stellen mit prägnanten Merksätzen, sogenannten Sentenzen, versehen. Dieser Band enthält das 6.
🗣 Johanna Haberer zitiert daraus bei ⏱ 00:12:42 „Ein kluger Mann, ein Zeitgenosse des frühen Christentums. In seinem Brief an den Lucilius schreibt er über philosophische Worte… also über philosophische neue Ideen, in der Art des Samens müssen sie ausgestreut werden. Denn dieser entfaltet, obwohl er klein ist, wenn er einen geeigneten Ort findet, seine Kräfte.“
Johanna Haberer zitiert ausführlich aus Senecas Briefen an Lucilius, um zu zeigen, dass die Saat-Metapher für die Verbreitung neuer Ideen kein exklusiv christliches Bild war, sondern auch in der römischen Philosophie als gängiges Bild verwendet wurde – Seneca als Zeitgenosse Jesu nutzte dasselbe Bild für philosophische Lehren.