ZEIT Verbrechen – Vorsicht – Polizei!
#034

Vorsicht – Polizei!

ZEIT Verbrechen / 30. Juli 2019 / 6 Medien

Sabine Rückert, Andreas Sentker

In dieser Folge nehmen sich die Hosts das schwierige Thema Polizeigewalt und polizeiliches Fehlverhalten vor. Ausgehend von einem ZEIT-Dossier aus dem Jahr 2012 beleuchten sie Fälle, in denen Polizeibeamte durch erhebliche Gewaltanwendung oder völliges Versagen am Tatort auffielen — und fragen, warum das extrem hohe Ansehen der Polizei in Deutschland oft nicht hinterfragt wird, auch weil die allabendliche Fernsehkrimi-Flut ein verzerrtes Bild zeichnet.

„Der Bürger empfindet es als sehr, sehr schlimm, wenn die Polizei sich fehlverhält. Die Polizei ist in den Augen der Bürger etwas Gutes, sie ist der Bürger in Uniform sozusagen.“
🗣 Sabine Rückert

Erwähnte Medien (6)

Strafsache Polizei

Strafsache Polizei

Sabine Rückert

Investigative Recherche zu Fällen von Polizeigewalt und deren strafrechtlicher Verfolgung. Das Dossier dokumentiert mehrere konkrete Übergriffe und zeigt auf, dass die Justiz solche Fälle nur nachlässig verfolgt. Ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung von Polizeiverschulden in Deutschland.

🗣 Andreas Sentker empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:00:53 „Sabine, du hast ein Dossier geschrieben, das ist jetzt ein paar Jahre her, im September 2012. Man sieht vorne abgebildet eine Polizeiwaffe. Und die Überschrift lautet Strafsache Polizei.“

Das Dossier bildet den Ausgangspunkt der gesamten Episode. Sabine Rückert hat darin mehrere Fälle von Polizeigewalt und Fehlverhalten recherchiert und für Die Zeit aufgeschrieben. Die im Podcast besprochenen Fälle – Tennessee Eisenberg und Familie Eder – stammen aus dieser Recherche.

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Tatort

Tatort

ARD · 1970

Unter dem Titel Tatort sind streng genommen Dutzende von Krimiserien vereint. Jede ARD-Anstalt produziert innerhalb der Tatort-Reihe 90 Minuten lange Filme mit eigenen Ermittlern, die in der Regel Mordfälle aufzuklären haben. Auch das Schweizer und das Österreichische Fernsehen schicken eigene Polizisten ins Rennen. Einige Folgen wurden vom ORF außerhalb der offiziellen Tatort-Reihe ohne die ARD produziert und in der Erstausstrahlung nur in Österreich in der Erstausstrahlung gesendet.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:04:16 „Aber dass sich die Polizei im Tatort zum Beispiel ungestraft rechtswidrig verhält, darüber habe ich auch schon geschrieben.“

Sabine Rückert kritisiert, dass im Tatort sympathische, stets siegreiche Polizeibeamte gezeigt werden, was einer riesigen Werbeindustrie für die Polizei gleichkomme. Sie merkt an, dass sich Polizeibeamte im Tatort oft rechtswidrig verhalten, ohne dass dies thematisiert wird – ein Kontrast zur realen Debatte über Polizeigewalt.

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Polizeiruf

Polizeiruf

· 1971

Polizeiruf 110 ist eine deutschsprachige Krimireihe, die seit 1971 im DFF (1972–1990: Fernsehen der DDR) produziert wurde und nach Auflösung des DFF ab 1993 von verschiedenen ARD-Anstalten fortgeführt wird. Die Reihe zählt zu den beliebtesten Krimireihen und -serien. Der Polizeiruf 110 wurde am 27. Juni 1971 im Deutschen Fernsehfunk als Gegenstück zum westdeutschen Tatort zum ersten Mal gesendet und entwickelte sich schnell zum Publikumsliebling.

🗣 Andreas Sentker erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:14:56 „Wir haben vorhin über Tatort, Polizeiruf und Co. geredet, all diese Fernsehkrimis darum, auch normale Krimi-Zuschauer kennen, dass das rekonstruiert wird, aus welcher Richtung ist eine Kugel abgefeuert worden, gibt es Blutspuren, wo ist das Projektil eingeschlagen und so weiter.“

Andreas Sentker erwähnt den Polizeiruf neben dem Tatort als Beispiel für TV-Krimis, in denen forensische Spurenarbeit gezeigt wird. Er kontrastiert das professionelle Vorgehen im Fernsehen mit der mangelhaften Spurensicherung im Fall Tennessee Eisenberg.

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Berichterstattung über den Fall Eder

Berichterstattung über den Fall Eder

Die Südwestdeutsche Zeitung startet mit "SZ Dossier" einen neuen Fachdienst für politische Fachleute und interessierte Leser, der sich auf spezialisierte Briefings zu Zukunftsthemen konzentriert. Das erste Dossier widmet sich der Digital- und Netzpolitik und wird von Florian Eder geleitet, der von Politico in Brüssel zur SZ wechselte, wo er unter anderem das Newsletter "Brussels Playbook" gründete. Parallel startet der kostenlose Politik-Newsletter "Platz der Republik", der täglich tagesaktuelle Analysen zur Berliner und europäischen Politiklandschaft bietet. SZ-Chefredakteurin Judith Wittwer beschreibt das Angebot als klar strukturiertes und unterhaltsam aufbereitetes Fachwissen, weitere spezialisierte Dossiers sind für das kommende Jahr geplant.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:38:51 „Und die Süddeutsche Zeitung, die muss ich jetzt an dieser Stelle mal hier stark loben, denn die hat sich wirklich reingekniet und hat das alles recherchiert und hat auch beschrieben, wie mit den Eders verfahren worden ist von Seiten der Strafjustiz.“

Rückert lobt ausdrücklich die Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung über den Fall Eder. Die SZ hatte als überregionale Zeitung den Fall aufgegriffen, nachdem die Augsburger Allgemeine als Regionalzeitung zuerst berichtet hatte. Durch diese Pressearbeit wurde der Polizeiübergriff öffentlich bekannt.

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Dirty Harry

Dirty Harry

Clint Eastwood · 1971

Harry Callahan vom San Francisco Police Department hat in doppelter Hinsicht Ärger. Während ein anonymer Killer die Stadt um hohe Beträge erpresst und andernfalls wahllos mordet, machen ihm Vorgesetzte und Kommunalpolitiker wegen seiner unorthodoxen Ermittlungsmethoden den Alltag zur Hölle. Als der Killer in Harry einen ernstzunehmenden Gegner erkennt, beginnt er ein gewagtes Katz-und-Mausspiel mit dem Cop …

🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:45:21 „Also ich denke da an Clint Eastwood, ich denke da an Dirty Harry. Sich selbst das Recht in die Hand nehmen.“

Im Gespräch über Polizeigewalt und das staatliche Gewaltmonopol zieht Sentker die Parallele zu Dirty Harry: Beamte, die mit Pistole den Staat repräsentieren, könnten irgendwann glauben, sie seien selbst das Recht – genau wie die Filmfigur, die Selbstjustiz übt.

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Die Rosenheim-Cops

Die Rosenheim-Cops

· 2002

Im Fokus der Serie stehen ein alteingesessener Kommissar und sein junger Kollege aus der Großstadt. Während der eine eher ruhig und gemütlich Probleme löst, ist der andere sehr ehrgeizig und stets darauf bedacht noch Karriere zu machen und endlich Rosenheim hinter sich zu lassen. Während der Ermittlungen zu dem jeweiligen Mordfall ergänzen sich beide aber perfekt und schaffen es oft in den letzten Minuten einen Tatverdächtigen zu entlasten und den wahren Täter aufzuspüren.

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:45:45 „So wie das hier zum Beispiel bei unseren Rosenheim-Kops der Fall war, da möchte ich jetzt gleich mal kurz drauf kommen, denn dieser Mann, dieser Chef dieser Gruppe, die da auf die Eders losgegangen ist, der 51- oder 50-jährige Rudolf M.“

Rückert bezeichnet die übergriffigen Rosenheimer Polizeibeamten scherzhaft als 'unsere Rosenheim-Kops' – eine ironische Anspielung auf die gleichnamige ZDF-Krimiserie, die in Rosenheim spielt. Der humorvolle Verweis unterstreicht die Absurdität des realen Falls.

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