Gefährliche Kollegen
Sabine Rückert, Andreas Sentker
Im beschaulichen Hilchenbach im Siegerland, einem Städtchen mit Fachwerk und regem Vereinsleben, wird 2008 ein erschütternder Fall von Arbeitsplatz-Gewalt öffentlich: Ein junger Bauhof-Mitarbeiter namens Bernd verschanzt sich verzweifelt in einem Bagger und ruft seine Mutter an, weil er die jahrelangen Misshandlungen durch vier Kollegen nicht mehr erträgt. Der Prozess gegen Frieder S., Uwe K., Edwin B. und Jürgen M., die eigentlich für das gepflegte Erscheinungsbild der Kleinstadt zuständig waren, enthüllt ein Verbrechen hinter der idyllischen Fassade.
„Von außen sehr nett und genau da fand eben ein Verbrechen statt, das man als ein alltägliches Verbrechen bezeichnen kann.“
Erwähnte Medien (1)
Milgram-Experiment
Stanley Milgram
Das Experiment von Stanley Milgram untersucht, wie weit Versuchspersonen gehen, wenn eine Autoritätsperson ihnen Befehle erteilt. Teilnehmer sollten vermeintlich andere bestrafen, wobei die Mehrheit bis zur höchsten Stromstufe ging. Dies zeigt, dass gewöhnliche Menschen unter sozialem Druck zu extremem Verhalten fähig sind.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:46:50 „Ja, du kennst ja wahrscheinlich das Milgram-Experiment. Das Milgram-Experiment ist ein Sadismusexperiment. Das heißt, es wurde immer wieder wiederholt auf allen Teilen der Welt und mit unterschiedlichen Probandengruppen, aber es ging immer gleich aus.“
Sabine Rückert zieht das Milgram-Experiment heran, um die Mobbing-Dynamik auf dem Bauhof zu erklären. Sie beschreibt, wie eine Autoritätsperson – in diesem Fall der Rädelsführer Frieder S. – andere dazu bringen kann, sadistisches Verhalten als normal zu empfinden und mitzumachen. Das Experiment dient ihr als wissenschaftlicher Beleg dafür, dass gewöhnliche Menschen unter sozialem Druck zu extremer Grausamkeit fähig sind.