In Flammen
Sabine Rückert, Andreas Sentker & Uta Eisenhardt
Am 18. September 2003 bricht nachts im Haus des schwerkranken, kettenrauchenden Theo de Montgazon ein Feuer aus — seine Tochter Monika und ihr Freund versuchen verzweifelt, den gelähmten 76-Jährigen zu retten. Was als tragischer Unfall eines bettlägerigen Rauchers beginnt, wird durch fehlerhafte Brandgutachten zum Kriminalfall: Autorin Uta Eisenhardt zeichnet nach, wie mangelhafte Sachverständigenarbeit eine Unschuldige für 888 Tage hinter Gitter brachte.
„Wie leicht kann ein oberflächlich oder nicht fachgerecht gestaltetes Gutachten menschliches Leid nach sich ziehen und möglicherweise Unschuldige ins Gefängnis bringen.“
Erwähnte Medien (4)
Artikel im aktuellen Kriminalmagazin
Uta Eisenhardt
Uta Eisenhardt: Kriminetz News zu Uta Eisenhardt; Bücher und mehr von Uta Eisenhardt.
🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:00:56 „Bei uns ist eine Gästin, das ist Uta Eisenhardt, eine großartige Autorin, die auch im aktuellen Kriminalmagazin einen sensationellen Fall hat, wo die Polizei mit unglaublichen Mitteln einen Mörder fängt. Aber das könnt ihr dann mal selber lesen.“
Sabine Rückert erwähnt beiläufig einen weiteren Artikel von Uta Eisenhardt im aktuellen Kriminalmagazin, in dem es um einen spektakulären Polizeieinsatz geht. Der genaue Titel wird nicht genannt, es dient als Vorstellung der Gastautorin.
Gefährliche Gutachten
Uta Eisenhardt
Ein Berliner Wohnhausbrand endet mit dem Tod eines älteren Mannes, woraufhin seine Tochter verdächtigt wird. Der Artikel dokumentiert, wie fehlerhafte Brandgutachten zur Verurteilung einer unschuldigen Frau führten – ein Justizirrtum, der die Probleme bei der Beweisführung in Brandermittlungen aufdeckt.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:01:14 „Jetzt ist sie da mit einer Geschichte, die im Jahr 2019 auf unserer Verbrechensseite erschienen ist, mit dem schönen Titel Gefährliche Gutachten.“
Sabine Rückert stellt den Artikel vor, der die Grundlage für die gesamte Episode bildet. Uta Eisenhardt hat den Fall von Monika de Montgazon 2019 für die ZEIT-Verbrechensseite aufgeschrieben – es geht um fehlerhafte Brandgutachten, die eine unschuldige Frau wegen Mordes ins Gefängnis brachten.
Artikel über den Fall Montgazon und die Berliner Spiritus-Fehlgutachten
Uta Eisenhardt
Uta Eisenhardt dokumentiert in diesem Recherche-Text den Fall Montgazon sowie weitere Fälle, in denen das LKA Berlin fehlerhafte Gutachten zu Spiritus-Vergiftungen erstellt hat. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie es zu systematischen Fehleinschätzungen bei forensischen Gutachten kommen konnte und welche Konsequenzen diese für die betroffenen Personen hatten. Der Text ist die journalistische Grundlage einer Podcast-Folge, in der Andreas Sentker (ZEIT) mit Eisenhardt über die recherchierten Fälle spricht.
🗣 Andreas Sentker erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:41:13 „Es gibt aber doch eine ganze Reihe auch von sehr klaren Verdachts- und Irrtumsfällen, die du auch in deinem Text weiter beschreibst.“
Andreas Sentker verweist auf Uta Eisenhardts recherchierten Text, in dem sie neben dem Fall Montgazon weitere Fälle fehlerhafter Spiritus-Gutachten des LKA Berlin dokumentiert. Der Artikel ist offenbar die journalistische Grundlage dieser Podcast-Folge, ein konkreter Titel wird jedoch nicht genannt.
Jahresbericht des Instituts der Feuerwehr Sachsen-Anhalt (Brandversuche und Analyseversuche mit Gaschromatographie)
Klaus Steinbach
Jahresbericht der Feuerwehr Sachsen-Anhalt (2009) mit experimentellen Untersuchungen zur Branderkennung. Feuerwehr-Forscher Klaus Steinbach zeigt durch Brandversuche und Gaschromatographie-Analysen, dass der alleinige Nachweis von MIPK nicht ausreichend ist, um Brennspiritus als Brandbeschleuniger zu identifizieren. Diese Erkenntnis widerlegt fehlerhafte Gutachtenpraxis bei Brandermittlungen und ist bedeutsam für die Justiz.
🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:49:43 „Ich habe hier einen Jahresbericht des Instituts der Feuerwehr Sachsen-Anhalt. Bei diesem Institut gibt es Klaus Steinbach. Und Klaus Steinbach hat Brandversuche unternommen und Analyseversuche mit Gaschromatographie und Massenspektroskopie. Und hat die Daten zusammengestellt und schreibt in seinen Schlussfolgerungen, der alleinige Nachweis von MIPK ist als nicht ausreichend anzusehen, um einen Brennspiritus als Brandbeschleuniger nachzuweisen.“
Am Ende der Folge ordnet Andreas Sentker den Fall wissenschaftlich ein. Er zitiert aus einem Jahresbericht von 2009, in dem der Feuerwehr-Forscher Klaus Steinbach experimentell belegt, dass der alleinige Nachweis von MIPK nicht ausreicht, um Brennspiritus als Brandbeschleuniger zu identifizieren. Sentker betont, dass diese Erkenntnis die gesamte fehlerhafte Gutachtenpraxis des LKA Berlin nachträglich widerlegt und hofft, dass sie inzwischen in die Ermittlungspraxis eingeflossen ist.