Nichts ist, wie es scheint
Sabine Rückert, Andreas Sentker & Moritz Aisslinger
In der Nacht vor Heiligabend 2007 werden in einem kleinen Dorf südlich von Zürich zwei Kinder erstickt in ihren Betten gefunden — unter dem Christbaum liegen noch die Nintendos, die sie am nächsten Morgen auspacken sollten. Reporter Moritz Aisslinger erzählt die verstörende Familiengeschichte von Franz B. und Bianca G., in der ein inszenierter Einbruch die Polizei sofort misstrauisch macht und die Spur tief in eine Beziehung voller Lügen und Manipulation führt.
„Sie finden einen geschmückten Christbaum vor. Unter dem Christbaum liegen Geschenke, zwei Nintendos, die die Kinder am nächsten Morgen bekommen sollten. Sie finden eben diese beiden Kinder vor. Auf beiden Kindergesichtern liegen Kissen, erstickt eben.“
Erwähnte Medien (2)
Wir Kinder aus Bullerbü
Astrid Lindgren · 2019
In Bullerbü zu leben ist das Allerschönste auf der Welt, findet Lisa. Im ganzen Dorf gibt es nur drei Höfe, und Lisa, Lasse, Bosse, Inga, Britta und Ole spielen von früh bis spät. Die besten Tage sind natürlich, wenn Weihnachten ist und man Geburtstag hat. Aber auch sonst ist immer was los. Auf dem Heuboden schlafen, sich verkleiden, Großvater vorlesen und Hütten bauen macht in Bullerbü riesigen Spaß.
🗣 Moritz Aisslinger erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:20:53 „Wenn er nicht arbeitet an den Wochenenden, dann fährt er mit seinen Kindern Schlitten oder geht Wandern. Er nimmt sie ganz oft mit zu seinem Bagger und setzt sie auf den Bagger. Die Kinder lieben Bagger, genauso wie Franz Bagger liebt. Und fährt mit ihnen über die Felder. Ganz idyllisch, wie man sich das irgendwie Bullerby-mäßig vorstellt.“
Moritz Aisslinger beschreibt das harmonische Familienleben von Franz B. mit seinen Zwillingen und greift dabei auf die Bullerbü-Metapher zurück, um die ländliche Idylle zu veranschaulichen. Der Vergleich mit Lindgrens Kinderbuchklassiker unterstreicht den tragischen Kontrast zur späteren Tat der Mutter.
Mütter, die töten
Annegret Wiese · 1993
Psychologische Analyse von Fällen, in denen Frauen ihre eigenen Kinder getötet haben. Das Buch identifiziert ein gemeinsames Trauma: ein gestörtes Verhältnis zur eigenen Mutter. Die zentrale These besagt, dass unterdrückte Aggression gegen die Mutter sich später gegen die eigenen Kinder richtet.
🗣 Moritz Aisslinger referenziert bei ⏱ 00:24:23 „Es gibt eine Autorin, Annegret Wiese, die das Buch geschrieben hat »Mütter, die töten«. Und sie hat Frauen untersucht, die ihre Kinder töten. Und stellte bei allen diesen Frauen eine große Gemeinsamkeit fest. Und zwar, dass alle Täterinnen ein extrem gestörtes Verhältnis zur eigenen Mutter hatten.“
Moritz Aisslinger zieht das Buch heran, um die psychologischen Hintergründe von Bianca G. einzuordnen. Annegret Wieses Theorie besagt, dass in der Kindheit unterdrückte Aggression gegen die eigene Mutter sich später gegen den eigenen Nachwuchs richtet. Das Buch dient als wissenschaftlich-analytischer Rahmen für den besprochenen Kriminalfall.