ZEIT Verbrechen – Der letzte Bürger der DDR
#133

Der letzte Bürger der DDR

ZEIT Verbrechen / 07. März 2023 / 5 Medien

Sabine Rückert, Andreas Sentker

Sabine Rückert erzählt, wie sie 1999 — zehn Jahre nach dem Mauerfall — einen Häftling suchte, der die Wende komplett verpasst hatte. Sie fand Fred Müller, einen Schwerverbrecher, der im Oktober 1988 inhaftiert und fünf Monate vor dem Mauerfall zu 15 Jahren verurteilt worden war. Er erlebte die Wiedervereinigung nur durch Fernsehnachrichten aus seiner Zelle — und Rückert fuhr ihn nach seiner Entlassung zum ersten Mal persönlich in den Westen.

„So wie ein Marsmobil die Oberfläche des Mars nach unten funkt und wir gucken uns das im Fernsehen an, so hat er die Wende miterlebt, nämlich im Fernsehen durch Nachrichten.“
🗣 Sabine Rückert

Erwähnte Medien (5)

Wo ist denn hier die Mauer?

Wo ist denn hier die Mauer?

Sabine Rückert

Porträt der Journalistin und Podcasterin Sabine Rückert, die am Ende ihrer Karriere ihre journalistische Arbeit reflektiert. Sie berichtet von einem Dossier von 1999 über Fred Müller, der nach zehn Jahren Gefängnis zum ersten Mal in den Westen reiste und vergeblich versuchte, den Verlauf der Mauer zu rekonstruieren.

🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:04:53 „Das hieß, glaube ich, Wo ist denn hier die Mauer? Wir sehen ja nachher die Titelgeschichte.“

Sabine Rückert hat 1999 zum zehnten Jahrestag des Mauerfalls ein Dossier in der ZEIT über Fred Müller geschrieben – einen Schwerverbrecher, der die gesamte Wendezeit im Gefängnis verbrachte und erst danach den Westen erlebte. Der Artikel begleitet Müller bei seiner ersten Fahrt in den Westen und beschreibt, wie er vergeblich den Verlauf der Mauer zu rekonstruieren versucht. Rückert reflektiert selbstkritisch, dass sie damals die Perspektive des Opfers Viola G. ausgelassen hat.

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Lebenslauf/Tagebuch von Fried Müller

Lebenslauf/Tagebuch von Fried Müller

Fried Müller · 1989

Autobiografische Schilderung der Haftzeit im DDR-Gefängnissystem. Der Text dokumentiert Gefängnisaufstände, gebrochene Amnestie-Versprechen und persönliche Erlebnisse während der Inhaftierung — ein ehrlicher Rückblick auf die Realität des ostdeutschen Gefängniswesens.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:33:39 „Er hat ja später ein Tagebuch geschrieben oder einen Rückblick, einen Lebenslauf geschrieben, der eigentlich ziemlich ehrlich ist, bis auf die Straftat. Die lässt er ein bisschen draufgehauen.“

Sabine Rückert berichtet, dass der Häftling Fried Müller während seiner Haftzeit einen autobiografischen Text verfasst hat, in dem er seine Erlebnisse im DDR-Gefängnissystem schildert. Sie zitiert daraus ausführlich, etwa den Gefängnisaufstand und die gebrochenen Amnestie-Versprechen, und merkt an, dass sie seine Angaben anhand anderer Akten überprüfen konnte.

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Nachrecherche zu Fred Müller im ZEIT Kriminalmagazin

Nachrecherche zu Fred Müller im ZEIT Kriminalmagazin

Martin Machowecz

Fred Müller, ein ehemaliger DDR-Häftling, erlebte den Mauerfall 1989 nur im Fernsehen. Zehn Jahre später kam er aus dem Gefängnis in ein fremdes, wiedervereinigtes Deutschland. Zwei Dekaden später recherchierte Martin Machowecz vom ZEIT-Büro Leipzig, wie sich Müllers Leben danach entwickelt hatte, und veröffentlichte die Nachbetrachtung im ZEIT-Kriminalmagazin.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:56:14 „Und dann habe ich gedacht, was ist denn eigentlich mit dem Herrn Müller? Jetzt ist es 20 Jahre her, da könnten wir doch eigentlich die Geschichte, wie es weiterging, mal im Kriminalmagazin nachdrucken und nachrecherchieren.“

Sabine Rückert beauftragte 2019 den Leipziger ZEIT-Büroleiter Martin Machowecz, den ehemaligen DDR-Häftling Fred Müller 20 Jahre nach der Erstrecherche aufzuspüren. Machowecz schrieb darüber einen eigenen Text im ZEIT-Kriminalmagazin, aus dem er auf der Bühne vorliest.

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Reportage über Fried Müller in der ZEIT (1999)

Reportage über Fried Müller in der ZEIT (1999)

Sabine Rückert

Der Artikel berichtet über Fred Müller, einen der letzten Häftlinge aus DDR-Zeiten, der nach dem Zusammenbruch der Deutschen Demokratischen Republik entlassen wurde. Sabine Rückert hat die Geschichte 1999 für Die Zeit dokumentiert und dabei eindringlich die Lebensbedingungen und persönlichen Auswirkungen der Haft beschrieben. Zwei Jahrzehnte später wurde die Geschichte für das ZEIT-Kriminalmagazin erneut recherchiert und aktualisiert.

🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:57:32 „Ich schaute mir diesen Text an, der wahnsinnig beeindruckend war. Ich finde es so toll, dass du damals ja auch so empathisch beschrieben hast, wie hart das für die Leute war.“

Die gesamte Episode dreht sich um einen Artikel, den Sabine Rückert 1999 für Die Zeit über den DDR-Häftling Fried Müller geschrieben hat. Andreas Sentker liest mehrfach lange Passagen daraus vor, etwa die eindringliche Beschreibung des verfallenen Braunkohle-Standorts Espenhain. 20 Jahre später wurde die Geschichte für das ZEIT-Kriminalmagazin nachrecherchiert.

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Dossier über Fred Müller

Dossier über Fred Müller

Sabine Rückert

Das ZEIT-Dossier von 1999 porträtiert Fred Müller, einen politischen Gefangenen der DDR, der beim Mauerfall im Gefängnis saß und zehn Jahre nach der Wende freikam. Die Reportage von Sabine Rückert dokumentiert die Geschichte eines Mannes, der die Wiedervereinigung nur durch Fernsehbilder erlebte und nach seiner Entlassung in ein fremdes Land kam.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 01:04:45 „Das ist er. Und das war damals das Dossier, am 2. September 1999. Da sitzt Fred Müller.“

Sabine Rückert zeigt dem Publikum Fotos, die im Rahmen ihrer Recherche für das ZEIT-Dossier von 1999 entstanden sind. Der Artikel porträtierte Fred Müller, einen Mann mit schwieriger Vergangenheit, und ist das zentrale Thema des gesamten Live-Abends. Das Dossier erschien am 2. September 1999 in der ZEIT.

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