ZEIT Verbrechen – Der gute Mensch von Siegen
#134

Der gute Mensch von Siegen

ZEIT Verbrechen / 21. März 2023 / 9 Medien

Sabine Rückert, Andreas Sentker & Anne Kunze

Vor der eigentlichen Kriminalgeschichte plaudern die Hosts über ihre Lieblingspodcasts bei ZEIT Online — von politischen Formaten über den Kunstpodcast Augen zu mit Florian Illies bis zum Alpen-Podcast Servus, Grüezi, Hallo. Außerdem kündigen sie das große ZEIT-Online-Podcast-Festival am 30. April in Berlin am Westhafen an.

„Manchmal habe ich den Eindruck, das ist wie bei diesen Clowns im Zirkus, wo zwei immer Unfug machen und da gibt es einen weißen Clown mit einem weißen Gesicht, so ein Pierrot, der immer alle zurecht weist. Das ist Lenz Jakobsen in dieser Servus Grüezi Sendung.“
🗣 Sabine Rückert

Erwähnte Medien (9)

Augen zu

Augen zu

Florian Illies

Spanisch-Vokabeln wie im Schlaf zu lernen! Willkommen bei unserem Podcast "Augen zu und Lernen - Spanisch"! In dieser Podcast-Reihe geht es darum, Spanisch-Vokabeln mühelos und im Schlaf zu lernen. Wusstest du, dass das Lernen in einem entspannten Zustand besonders effektiv ist? Dieser Zustand wird als Alphawellen-Zustand bezeichnet. In jeder Episode präsentieren wir dir kleine Alltagsgeschichten, die voller nützlicher Spanisch-Vokabeln stecken.

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:01:42 „Ein anderer ist Augen zu. Der Kunstpodcast von Giovanni. Ein wunderbarer Titel für diesen Podcast. Ja, man sieht ja nichts, aber es geht um Bilder. Und das ist das Originelle dran. Die beschreiben die Bilder.“

Sabine Rückert erzählt von Podcasts, die sie auf langen Reisen entdeckt hat. Sie empfiehlt den Kunstpodcast von Florian Illies als persönlichen Favoriten, weil er ihr als Kunstlaiin Bildung vermittelt. Sie hebt das originelle Konzept hervor: Ein Podcast über Bilder, die man nicht sieht, sondern beschrieben bekommt.

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Servus, Grüezi, Hallo

Servus, Grüezi, Hallo

Florian Gasser, Matthias Daum, Lenz Jakobsen

Der transalpine Podcast der ZEIT. Lenz Jacobsen, Politikredakteur in Berlin, bespricht mit den beiden ZEIT-Korrespondenten Matthias Daum aus Zürich und Florian Gasser aus Wien wöchentlich die aktuellen Debatten aus allen drei Ländern. Immer mittwochs, immer mit Dialekt. Mehr hören? Dann testen Sie jetzt unser Podcast-Abo 4 Wochen gratis unter www.zeit.de/podcastabo. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten: www.zeit.de/mehr-hoeren

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:02:37 „Und dann, was ich auch noch super gut finde, ist Servus, Grüzi, Hallo. Also ein Alpen-Podcast. Ich komme aus München und ich bin praktisch mit der Schweiz und Österreich im Rücken aufgewachsen und deswegen interessiert mich das. Und es ist auch wahnsinnig lustig zu hören, wie die Sachverhalte dann über die Länder hinweg besprechen.“

Sabine Rückert empfiehlt den Alpen-Podcast als dritten Favoriten aus der ZEIT-Podcast-Familie. Sie schätzt ihn wegen ihrer eigenen Münchner Herkunft und beschreibt amüsiert die Dynamik zwischen dem Schweizer, dem Österreicher und dem Berliner Moderator Lenz Jakobsen.

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Auch das noch

Auch das noch

Petra Pinzler / Stefan Schmidt

Klimakrise, das Artensterben, die Energiekrise und Kriege. In jeder Folge dieses Podcasts sprechen ZEIT-Politikredakteurin Petra Pinzler und Wissenschaftsredakteur Stefan Schmitt über eine Krise der Gegenwart. Jedes Mal hilft eine Expertin oder ein Experte dabei zu verstehen, wie alles zusammenhängt. Nicht um zu verzweifeln, sondern weil Verstehen oft der erste Schritt zur Lösung ist. Und um Lösungen geht es natürlich auch.

🗣 Andreas Sentker empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:03:27 „Einer meiner Lieblinge ist ein ganz junger Liebling, der heißt auch das noch. Er hat den schönen Titel der freundliche Krisenpodcast. Da geht es um alle Katastrophen, die man sich nur vorstellen kann und wie sie zusammenhängen. Petra Pinzler und Stefan Schmidt kennen sich da extrem gut aus.“

Andreas Sentker stellt seinen Lieblingspodcast vor – einen Krisenpodcast, der nicht nur Katastrophen beschreibt, sondern auch Lösungen aufzeigt. Er lobt die Hosts als kenntnisreich, aber nahbar, weil sie nicht über die Köpfe der Hörer hinweg reden.

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Woher weißt du das?

Woher weißt du das?

Max Rauner

Der Podcast der ZEIT WISSEN-Redaktion. Bringt Sie auf gute Gedanken. Alle zwei Wochen sonntags. Zum ZEIT WISSEN-Magazin -> www.zeit.de/zw-aktuell Zum Wissen auf zeit.de -> www.zeit.de/wissen Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt das ZEIT WISSEN-Magazin im Vorteilsabo: https://abo.zeit.de/zeit-wissen-magazin-vorteilsabo

🗣 Andreas Sentker empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:03:49 „Und dann natürlich, genau das Gegenteil, der älteste Podcast, den wir überhaupt haben, der heißt Woher weißt du das? Und den hat Max Rauner damals gegründet. Der war noch vor uns. Der war noch in der allerersten Podcast-Welle. Und das sind richtig aufwendig gebaute Folgen mit vielen, vielen O-Tönen und reportagigen Elementen.“

Andreas Sentker würdigt den ältesten ZEIT-Podcast als Pionierproduktion aus der ersten Podcast-Welle. Er hebt die aufwendige Machart mit vielen O-Tönen und reportagigen Elementen hervor, die sich deutlich von anderen Formaten unterscheidet.

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Artikel über Vorwürfe gegen Günter Langer

Artikel über Vorwürfe gegen Günter Langer

Christian Hoffmann / Tim Plachner

Der Kommunalpolitiker Günther Langer nimmt sich das Leben, nachdem er in einer Lokalzeitung der sexuellen Belästigung beschuldigt wurde. Nach seinem Tod werden weitere Vorwürfe laut und die Stadt Siegen ist entzweit.

🗣 Anne Kunze referenziert bei ⏱ 00:06:50 „Die Siegener Zeitung, wo der Kollege, der mich angerufen hat, gearbeitet hat, hat darüber berichtet, dass dieser Mann Flüchtlinge, Schutzbefohlene sexuell belästigt haben soll. Und eine Woche nach Erscheinen des Artikels hat der Mann sich vor den Zug geworfen.“

Der Artikel der Siegener Zeitung vom 9. September 2022 über Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen Günter Langer ist das zentrale Medienereignis der gesamten Episode. Er löste eine Spaltung in Siegen aus und wird von Langer selbst in seiner letzten WhatsApp-Nachricht als 'unkorrekte Berichterstattung' benannt.

Zum Artikel bei Focus.de Details
Der Hausbesuch

Der Hausbesuch

Porträt von Günther Langer in der taz, das seine Selbstwahrnehmung und öffentliches Auftreten beleuchtet. Der Artikel thematisiert Langers Verständnis von Heimat und seine Selbstinszenierung als Wohltäter, obwohl er selbst von auswärts nach Siegen kam. Das Stück zeichnet ein differenziertes Bild seiner Person und widerspricht damit eventuellen öffentlichen Erwartungen.

🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:12:21 „Die Taz hat mal ein ganz großes Porträt über ihn geschrieben, Der Hausbesuch heißt das. Und da sagt Günther Langer zum Stichwort Heimat, Heimat ist ja nicht da, wo man geboren ist, sondern da, wo man sich wohlfühlt.“

Im Gespräch über Günter Langers Selbstbild und öffentliches Auftreten verweist Andreas Sentker auf ein Taz-Porträt. Das Zitat daraus illustriert Langers Selbstinszenierung als heimatverbundener Wohltäter, obwohl er ursprünglich aus Berlin nach Siegen zugezogen war.

Zum Artikel bei taz Details
Artikel über Günther Langer in der Siegener Zeitung

Artikel über Günther Langer in der Siegener Zeitung

Zwei nigerianische Männer, die als Bundesfreiwilligendienstler (Bufdis) tätig waren, wenden sich nach der Kündigung ihrer Verträge durch Günther Langer an Polizei und die Siegener Zeitung. Der Lokalartikel konfrontiert Langer mit den Vorwürfen; er verweist auf seinen Anwalt. Der Artikel wird zum auslösenden Medienereignis: Eine Woche nach Erscheinen nimmt sich Langer das Leben. Der Fall wirft Fragen über den Umgang mit ausländischen Bundesfreiwilligen und mögliche Diskriminierung auf.

🗣 Anne Kunze referenziert bei ⏱ 00:38:39 „Und kurz darauf, also wenige Tage später, gehen die beiden dann tatsächlich zur Polizei und sprechen mit der Siegener Zeitung. Und dann konfrontiert die Siegener Zeitung den Günther Langer, der sagt, ich muss erstmal mit meinem Anwalt reden und dann erscheint der Artikel.“

Der Artikel der Siegener Zeitung ist das auslösende Medienereignis des Falls: Zwei nigerianische Männer gehen zur Polizei und zur Lokalpresse, nachdem Günther Langer ihre Bufdi-Verträge gekündigt hat. Nach Erscheinen des Artikels nimmt sich Langer eine Woche später das Leben. Der genaue Titel des Artikels wird nicht genannt.

Zum Artikel bei Focus.de Details
Die Bibel

Die Bibel

Die Bibel als Klassiker der Weltliteratur und religiöses Fundament – ein Werk, das in westlichen Kulturen ständig zitiert wird, vielen Menschen aber weitgehend unbekannt bleibt. Jan Böhmermann nennt sie als eine seiner größten Wissenslücken und beschreibt das Unbehagen, nicht mitreden zu können, wenn andere Bibelreferenzen einbauen. Eine Anleitung zum Nachschlagen für alle, die ihre Kulturkompetenz erweitern möchten.

🗣 Anne Kunze referenziert bei ⏱ 00:48:44 „Also offenbar wird da wörtlich ausgelegt, Sabine, was du schon gesagt hast, was in der Bibel steht. Also zum Beispiel, das Weib schweige in der Gemeinde oder der Mann soll nicht beim Manne liegen.“

Im Kontext der freikirchlichen Gemeinde, der Günther Langer angehörte, wird die Bibel als zentrales Dokument beschrieben, das in diesen evangelikalen Gemeinden wörtlich ausgelegt wird. Anne Kunze erläutert, wie konkrete Bibelstellen zur Unterdrückung von Homosexualität und zur Geschlechtertrennung herangezogen werden, was für das Verständnis von Langers Doppelleben zentral ist.

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Ein Leben am Hang

Ein Leben am Hang

Anne Kunze

Der Artikel berichtet vom Tod eines Kommunalpolitikers, der sich 2022 das Leben nahm. Die Reportage deckt auf, wie er unter dem Deckmantel sozialen Engagements ein System aus Fördermittelmissbrauch und mutmaßlichem sexuellem Missbrauch aufrechterhalten konnte.

🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:54:41 „Ein Leben am Hang war der Text überschrieben, der am 12. Januar 2023, noch gar nicht so lange her, bei uns in der Zeit erschienen ist, den du geschrieben hast. Der Hang ist ins Rutschen geraten und hat Günther Langer unter sich begraben.“

Am Ende des Gesprächs fasst Andreas Sentker den Fall zusammen und nennt dabei den Titel des ZEIT-Artikels, den Anne Kunze über Günther Langer und sein System aus sozialem Engagement, Fördermittelmissbrauch und mutmaßlichem sexuellem Missbrauch geschrieben hat. Der Artikel erschien am 12. Januar 2023 in der ZEIT.

Zum Artikel bei ZEIT Online Details
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