Der Milliarden-Betrug
Anne Kunze, Daniel Müller & Ingo Malcher
ZEIT-Wirtschaftsredakteur Ingo Malcher seziert den Wirecard-Skandal — den größten Betrug der deutschen Nachkriegsgeschichte. Der Zahlungsabwickler erfand über Jahre hinweg Bilanzen, Geschäftsvorgänge und ganze Partnerfirmen, während sein legales Geschäft ausgerechnet auf Online-Glücksspiel und Pornografie fußte.
„Am Ende haben sie die Bilanzen erfunden, sie haben Geschäftsvorgänge erfunden, sie haben Partnerfirmen erfunden und haben immer so getan, als ob sie immer mehr Geld verdienen würden.“
Erwähnte Medien (3)
Zatara-Report
Matthew Earl
Der Artikel dokumentiert, wie der Zahlungsdienstleister Wirecard mit verdeckten Kameras, angeblichem Hacking und Anwälten gegen Kritiker vorgehen soll, um seinen Ruf zu schützen. Im Fokus steht der anonyme Zatara-Report von 2016, der massive Ungereimtheiten in Wirecards Bilanzen aufdeckte und eine Short-Attacke auslöste – ein entscheidender Wendepunkt, der die Zahlreiche der später zusammengebrochenen Firma in Gang setzte.
🗣 Daniel Müller referenziert bei ⏱ 00:04:57 „ich las, es gab eine sogenannte Short-Attacke, eine Spekulanten-Attacke auf Wirecard“
Ein 70-80-seitiger Bericht, der 2016 unter dem Pseudonym Zatara veröffentlicht wurde und erstmals die Unregelmäßigkeiten bei Wirecard detailliert auflistete. Der Bericht war Auslöser für die öffentliche Aufmerksamkeit auf den Wirecard-Betrug.
Catch Me If You Can
Steven Spielberg · 2002
Frank W. Abagnale war nicht nur als Arzt und Rechtsanwalt erfolgreich, sondern auch als Copilot einer großen Fluglinie. Das alles erreichte er vor seinem 21. Geburtstag. Er ist ein Meister der Täuschung, aber auch ein brillanter Fälscher. Durch geschickte Scheckbetrügereien ist er zu einem Vermögen von mehreren Millionen Dollar gekommen. FBI-Agent Carl Hanratty hat ihn schon länger im Visier und macht sich zur Aufgabe, Frank zu fassen und vor Gericht zu bringen.
🗣 Ingo Malcher referenziert bei ⏱ 00:41:44 „Da muss man ja auch mal sagen, in diesen Eliten, bei solch großen Unternehmen, es da hinzuschaffen ohne einen Schulabschluss, das gelingt nun wirklich den Allerwenigsten. Das ist ja fast so ein bisschen Catch-me-if-you-can-mäßig.“
Daniel Müller zieht den Vergleich zu Spielbergs Film, als Andreas Sentker enthüllt, dass Jan Marsalek – Wirecard-Konzernvorstand – ein Schulabbrecher ohne Studium war. Die Parallele zum Hochstapler Frank Abagnale verdeutlicht, wie Marsalek sich allein durch Cleverness und Redegewandtheit in die Wirtschaftselite hineinmanövrierte.
Pulp Fiction
Quentin Tarantino · 1994
Vincent Vega und Jules Winnfield holen für ihren Boss Marsellus Wallace eine schwarze Aktentasche aus einer Wohnung ab. Drei Jungs, die ihnen dabei im Weg stehen, lassen ihr Leben. Die Killer machen sich mit einem vierten Jungen als Geisel auf den Weg ins Hauptquartier. Doch als das Auto über eine Straßenerhöhung schaukelt, erschießt Vincent aus Versehen die Geisel.
🗣 Ingo Malcher referenziert bei ⏱ 00:42:24 „Marschallek war wirklich der Problemlöser, wie dieser Typ in Pulp Fiction, so muss man sich vorstellen, der immer, wenn es brannte, Marschallek und er hatte immer irgendeine Idee.“
Andreas Sentker beschreibt Jan Marsaleks Rolle im Wirecard-Konzern und vergleicht ihn mit dem "Cleaner" Winston Wolf aus Pulp Fiction. Marsalek sei derjenige gewesen, der immer gerufen wurde, wenn es Probleme gab, und stets eine Lösung parat hatte – ein zentrales Zahnrad im Betrugssystem.