Perfekte Tarnung
Anne Kunze, Daniel Müller & Josef Saller
Die sechsjährige Thea wird von ihrem Onkel Wolfgang ermordet — einem Mann, den die Familie als Lieblingsonkel und Ersatzvater betrachtete. Autor Josef Saller hat mit Theas Mutter Eva, ihrer Schwester Isabella und ihrer Cousine Charlotte gesprochen und zeichnet nach, wie Wolfgang sich nach dem Tod von Theas Vater als fürsorglicher Helfer in das Leben der Familie drängte. Was als Vertrauensverhältnis begann — Wochenenden beim Onkel, kleine Freiheiten, die es zu Hause nicht gab — endete in einer Tat, die ein Kinderleben auslöschte und eine ganze Familie zerstörte.
„Sie hatten ein sehr enges Verhältnis, ein auch sehr enges Vertrauensverhältnis. Und dieses Vertrauen, das muss man auch sehr deutlich sagen, es wurde auf schamloseste und wirklich grauenvollste Weise missbraucht.“
Erwähnte Medien (4)
Wie man Todesnachrichten überbringt
Josef Saller
Der Artikel behandelt eine persönliche Geschichte über das sensible Thema des Überbringens von Todesnachrichten. Josef beschreibt, wie er durch einen Pfarrer und Seelsorger in Bonn Kontakt zu Eva aufnahm, die später zur Hauptprotagonistin seiner Geschichte wurde. Das Stück erzählt vom Umgang mit Trauer und der Bedeutung von seelsorglicher Begleitung in schwierigen Lebensmomenten.
🗣 Daniel Müller referenziert bei ⏱ 00:20:42 „Ich hatte längere Zeit davor eine Geschichte gemacht, wie man Todesnachrichten überbringt.“
Josef erklärt, wie er über einen Pfarrer und Seelsorger in Bonn den Kontakt zu Eva herstellte, die später zur Protagonistin seiner aktuellen Geschichte wurde
Bambi
Walt Disney · 1942
Bambi stakst anfangs noch recht unbeholfen an der Seite seiner Mutter durch den Wald. Doch schon bald erforscht er mit seinen beiden Freunden, dem frechen Hasen Klopfer und dem Stinktier Blume, die Umgebung. Nach einem fröhlichen Sommer folgt ein harter Winter, während dem Bambi seine Mutter verliert und von nun an auf eigenen Beinen stehen muß.
🗣 Josef Saller erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:26:14 „Irgendwann war es dann einfach so, dass auch Wolfgang meinte, ja, es ist vielleicht besser, wenn sie irgendwie einzeln kämen, weil die eine Tochter wollte natürlich Bambi schauen und die andere Tochter wollte dann eher schon irgendwie Avatar schauen oder Fluch der Karibik oder so.“
Andreas Sentker schildert, wie der Täter Wolfgang die Kinder zunehmend einzeln zu sich einlud. Als Begründung nutzte er die unterschiedlichen Filmvorlieben der Mädchen – die jüngere Thea wollte Bambi sehen, die ältere Isabella eher andere Filme. So schuf er die Gelegenheit, mit den Kindern allein zu sein.
Avatar
James Cameron · 2009
Ex-Marine Jake Sully nimmt auf dem Planeten Pandora an einem Experiment unter der Leitung der Wissenschaftlerin Dr. Grace Augustine teil. Als er sich im genetisch manipulierten Körper der Ureinwohner in die schöne Neytiri verliebt, gerät er zwischen die Fronten eines skrupellosen Konzerns und dem naturverbundenen Volk der Na'vi. Jake muss sich entscheiden, auf welcher Seite er steht - in einem ungleichen Kampf, in dem es um das Schicksal einer einzigartigen Welt geht ...
🗣 Josef Saller referenziert bei ⏱ 00:26:14 „Irgendwann war es dann einfach so, dass auch Wolfgang meinte, ja, es ist vielleicht besser, wenn sie irgendwie einzeln kämen, weil die eine Tochter wollte natürlich Bambi schauen und die andere Tochter wollte dann eher schon irgendwie Avatar schauen oder Fluch der Karibik oder so.“
Im selben Zusammenhang wie Bambi nennt Andreas Sentker Avatar als Beispiel für einen Film, den die ältere Schwester Isabella lieber sehen wollte. Die unterschiedlichen Filmwünsche dienten Wolfgang als Vorwand, die Kinder getrennt bei sich übernachten zu lassen.
Fluch der Karibik
· 2003
Im 17.Jahrhundert sucht der Pirat Jack Sparrow nach einem sagenumwobenen Schatz in der Karibik, als ihn das Schicksal mit dem jungen Will Turner zusammenführt, der aus anderen Gründen auf derselben Fährte ist: nämlich den berüchtigten Captain Barbossa und seine Crew abzufangen, die Wills große Liebe Elizabeth, die Tochter des britischen Gouverneurs entführt haben.
🗣 Josef Saller erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:26:14 „Irgendwann war es dann einfach so, dass auch Wolfgang meinte, ja, es ist vielleicht besser, wenn sie irgendwie einzeln kämen, weil die eine Tochter wollte natürlich Bambi schauen und die andere Tochter wollte dann eher schon irgendwie Avatar schauen oder Fluch der Karibik oder so.“
Fluch der Karibik wird neben Avatar als weiteres Beispiel für Filme genannt, die die ältere Isabella beim Onkel sehen wollte. Die Passage verdeutlicht, wie Wolfgang die alltägliche Situation des gemeinsamen Filmeschauens instrumentalisierte, um die Kinder einzeln bei sich zu haben.