ZEIT Verbrechen – Darf True Crime unterhaltsam sein
#312

Darf True Crime unterhaltsam sein

ZEIT Verbrechen / 06. August 2025 / 6 Medien

Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller

In dieser Fragerunde beantworten die Hosts gemeinsam mit Anne Kunze und Daniel Müller die drängendsten Hörerfragen — allen voran, ob sie selbst schon Verbrechen aufgeklärt haben. Sabine Rückert erzählt vom Fall Amelie, bei dem sie zwei unschuldig Verurteilte durch hartnäckige Recherche zum Freispruch brachte, während Anne Kunze schildert, wie ihre Enthüllungen über die deutsche Fleischindustrie den damaligen Bundeswirtschaftsminister zum Handeln zwangen.

„Was uns vom Tatort unterscheidet, ist, wir machen Journalismus.“
🗣 Anne Kunze

Erwähnte Medien (6)

Tatort

Tatort

ARD · 1970

Unter dem Titel Tatort sind streng genommen Dutzende von Krimiserien vereint. Jede ARD-Anstalt produziert innerhalb der Tatort-Reihe 90 Minuten lange Filme mit eigenen Ermittlern, die in der Regel Mordfälle aufzuklären haben. Auch das Schweizer und das Österreichische Fernsehen schicken eigene Polizisten ins Rennen. Einige Folgen wurden vom ORF außerhalb der offiziellen Tatort-Reihe ohne die ARD produziert und in der Erstausstrahlung nur in Österreich in der Erstausstrahlung gesendet.

🗣 Anne Kunze erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:02:57 „Man muss sagen, was uns vom Tatort unterscheidet, ist, wir machen Journalismus.“

Die TV-Krimiserie wird als Abgrenzung zur eigenen journalistischen Arbeit herangezogen – der Podcast behandle reale Fälle, keine Fiktion.

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Woyzeck

Woyzeck

Georg Büchner

Büchners Klassiker folgt dem Soldaten Woyzeck, der sich in existenzieller Zerreißung befindet. Das Stück erkundet die Sehnsucht nach Heimat nicht als geografischer Ort, sondern als tiefe Suche nach Zugehörigkeit und Sinn inmitten innerer Leere.

🗣 Unbekannt zitiert daraus bei ⏱ 00:03:29 „Ich muss dabei immer an die Worte aus Büchers Woizek denken, jeder Mensch ist ein Abgrund, es schwindelt einem, wenn man hinab sieht.“

Ein Rechtsanwalt zitiert in seiner Mail an die Redaktion aus dem Theaterstück, um die Abgründe menschlichen Verhaltens zu beschreiben, die ihn an den Fall erinnern.

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Rezension über den Podcast ZEIT Verbrechen

Rezension über den Podcast ZEIT Verbrechen

Der Artikel behandelt die veröffentlichten Epstein-Akten und untersucht, wie aus den Tausenden Dokumenten, Fotos und teilweise geschwärzten Namen große Erzählungen entstehen. Der Fokus liegt darauf, nicht nur auf das zu blicken, was die Akten enthalten, sondern besonders auf das, was darin fehlt oder verborgen bleibt. Die ZEIT-Journalisten reflektieren die Wirkung und Interpretation dieser Dokumente in der Öffentlichkeit.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:04:02 „Wir sind ja auch mal in der Deutschen Richterzeitung kritisiert worden. Und zwar sehr gut kritisiert worden, was mich total überrascht hat. Da hat uns ein Richter in einem Oberlandesgericht, der ist der Autor, und der hat eine Kritik geschrieben über den Podcast Zeitverbrechen und hat geschrieben, das sei ein, auch wenn die Richter nicht so gut wegkommen, was ihnen auch manchmal verdrösse, aber sei es ein super Podcast.“

Sabine Rückert erzählt, dass ihr Podcast von einem Richter an einem Oberlandesgericht in der Deutschen Richterzeitung rezensiert wurde. Die positive Rezension habe sie überrascht, da Richter in ihrem Podcast nicht immer gut wegkommen.

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Der Wolf und die sieben Geißlein

Der Wolf und die sieben Geißlein

Brüder Grimm · 2019

Ein listiger Wolf, der selber überlistet wird: Als die Geißenmutter fort muss, spricht sie ihren sieben Kindern ins Gewissen, bloß niemanden hereinzulassen. Kaum ist sie fort, kommt schon der böse Wolf. Aber die Geißlein haben aufgepasst und erkennen seine Tricks. Erst beim dritten Anlauf schafft er es, sie zu täuschen, und frisst sechs der Geißlein auf. Doch die beherzte Geißenmutter hat einen schlauen Plan!

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:07:57 „Ist ja wie beim Wolf und den sieben Geißlein. Eines überlebt im Uhrenkasten. Das sind ja diese Märchengeschichten, hinter denen sich letztlich solche Familienmassaker verbergen.“

Sabine Rückert zieht eine Parallele zwischen Karl Czapeks Überleben und dem Märchen der Brüder Grimm, in dem ein Geißlein sich im Uhrenkasten versteckt und als einziges überlebt. Sie deutet an, dass hinter solchen Märchen reale Gewalterfahrungen stehen könnten — Karl überlebte, weil er in einer Anstalt weggesperrt war, während sein Vater die restliche Familie tötete.

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Peter Pan

Peter Pan

J. M. Barrie · 2001

The adventures of Peter Pan, the boy who would not grow up.

🗣 Anne Kunze referenziert bei ⏱ 00:13:26 „Franz Czapek war ein Kriegsversehrter, dem fehlte ein Arm und der hatte so eine Prothese. So wie Captain Hook aus Peter Pan mit so einem Haken vorne dran.“

Anne Kunze beschreibt den Vater Franz Czapek, der als Kriegsversehrter eine Armprothese mit einem Haken trug. Sie zieht den Vergleich zu Captain Hook aus Peter Pan, um das Bild anschaulich zu machen. Die Prothese spielt später eine zentrale Rolle bei der Tat, da Franz Czapek daran eine Feldhacke befestigte.

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Aktenzeichen XY … ungelöst

Aktenzeichen XY … ungelöst

Eduard Zimmermann · 1967

Mithilfe von Zuschauerhinweisen sollen ungeklärte Verbrechen im Rahmen der Öffentlichkeitsfahndung aufgeklärt werden. Dazu werden den Zuschauern in jeder Sendung drei bis sechs ungelöste Kriminalfälle in Form von etwa zehnminütigen filmischen Rekonstruktionen (Filmfälle) vorgestellt, in denen die polizeilich ermittelten Fakten veranschaulicht werden.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:42:51 „Also, was mich viel mehr beunruhigt als meine eigenen Recherchen oder unser Podcast, sind zum Beispiel Sachen wie XY ungelöst. Also, ich gucke mir das an, ich gucke es mir auch relativ gerne an, aber ich fühle mich danach tief beunruhigt. Und das hat einfach den Grund, dass unsere Fälle aufgeklärt sind. Unsere Fälle sind in der Regel zu Ende. Und diese XY-Fälle sind immer Fälle, in denen jemand gesucht wird oder in denen schreckliche Dinge nicht zu Ende sind.“

Im Gespräch darüber, was die Arbeit mit Kriminalfällen mit den Journalist:innen persönlich macht, nennt Sabine Rückert die ZDF-Sendung Aktenzeichen XY als etwas, das sie stärker beunruhigt als die eigene Podcast-Arbeit. Der Grund: Die dort vorgestellten Fälle sind ungelöst, die Täter noch frei – anders als die meist abgeschlossenen Fälle im eigenen Podcast. Sie illustriert das Gefühl anschließend mit einem realen Vorfall in ihrer Nachbarschaft.

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