Gin am rauschenden Meer und Esel auf der Hausweide
Iris Radisch, Adam Soboczynski
Zwei Sommerbücher von Frauen stehen im Mittelpunkt: Anna Katharina Fröhlichs Novelle "Die Yacht" entführt in die schillernde Welt der Superreichen an der sizilianischen Küste, wo zwischen Villen, Dienerschaft und einer mysteriösen Yacht auch große Fragen nach Kunst und Wirklichkeit verhandelt werden. Daneben steht Sarah Kirschs postum erschienenes Tagebuch "Der Sommer fängt doch so an" aus dem Wendejahr 1990, das bei Steidl aus dem Nachlass veröffentlicht wurde.
„Es geht auch immer wieder um so etwas wie Kunsttheorie. Was ist Ästhetik? Was ist das Bild? Was ist das Abbild der Wirklichkeit?“
Erwähnte Medien (3)
Der Sommer fängt doch so an
Sarah Kirsch · 2025
"Biografien haftet stets ein Gutteil Voyeurismus gegenüber ihrem Gegenstand an, der gleichzeitig aber Gegenstand ihrer Verehrung ist." Sven Hanuschek Wie kann man ein Leben aufschreiben? Diese Frage stellen sich sowohl autobiografisch Schreibende als auch jene, die das Leben von jemand anderem recherchieren und davon erzählen – und sei es das Leben jener, die selbst geschrieben haben.
🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:00:56 „Sarah Kirsch. Der Sommer fängt doch so an. Das ist der Titel. Und es ist ein Tagebuch, was sie in der Tat im Sommer geschrieben hat, aber schon im Sommer 1990. Sie ist ja auch schon 2013 gestorben, aber aus dem Nachlass ist dieses Tagebuch jetzt bei Steidl erschienen.“
Iris Radisch stellt das Buch als ihre Sommerlektüre vor. Es handelt sich um ein posthum erschienenes Tagebuch der DDR-Dichterin Sarah Kirsch aus dem Sommer 1990, geschrieben in ihrem Schulhaus in Tielenhemme in Schleswig-Holstein. Radisch beschreibt es als ein Dokument der Weltflucht und zugleich der politischen Aufregung über die Wendezeit.
Die Yacht
Anna-Katharina Fröhlich · 2024
Die Yacht ist eine Sommernovelle von Anna Katharina Fröhlich über die Engländerin Martha Oberon, die in Italien auf den Lebenskünstler Salvatore Spinelli trifft und in die elegante Welt der Superreichen auf Sizilien eintaucht. Das Buch zelebriert mit Witz und Ironie eine ästhetische Welt jenseits des Gewöhnlichen und eignet sich als anspruchsvolle Sommerlektüre für Leser, die literarische Subtilität schätzen.
🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:01:04 „Und das zweite Buch ist von Anna Katharina Fröhlich und heißt einfach Die Yacht. Eine Sommernovelle und ist in der Friedenauer Presse erschienen.“
Die Yacht wird als zweite Sommerlektüre der Episode vorgestellt. Adam Soboczynski bespricht die Novelle ausführlich: Eine Engländerin namens Martha Oberon trifft in Italien auf den Lebenskünstler Salvatore Spinelli und gerät in die Welt der Superreichen auf Sizilien. Beide Hosts diskutieren das Buch als heiter-reaktionäre Feier einer untergegangenen ästhetischen Welt.
Was bleibt
Christa Wolf · 2012
Der morgendliche Blick durch die Vorhänge zeigt es: Wieder steht das Auto mit den unauffälligen Männern von der Stasi vor der Tür. Die Ich-Erzählerin, eine Schriftstellerin aus Ostberlin, weiß sich unter ständiger Beobachtung, in ihrer Wohnung, beim Telefonieren, auf dem Weg zu einer Lesung. Doch am Ende dieses Tages werden sich auch Lücken im System gezeigt haben, die Anlaß zu Hoffnung geben.
🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:08:15 „Sie regt sich wahnsinnig auf über die sogenannte Christa-Wolf-Debatte, die damals tobte, nachdem Christa Wolfs Buch Was bleibt erschienen war und in den Feuilletons dies sehr kritisch behandelt wurde.“
Wird im Kontext von Sarah Kirschs Tagebuch erwähnt – Kirsch war empört über die Debatte um dieses Buch und die Rolle Christa Wolfs in der DDR