Nürnberger Prozess – Unbelehrbar, unbeteiligt, verstrickt
Bericht über die Nürnberger Prozesse in der Neuen Zeitung
Erich Kästner
Der Nürnberger Prozess zeigte eine zentrale Problematik: Keiner der 24 Angeklagten empfand Schuld. Während Hermann Göring sich als sakrosankter Staatsmann verstand, der Belehrung nicht bedurfte, rechtfertigten sich Militärs wie Dönitz und Jodl mit ihrer vermeintlich soldatischen Pflicht. Albert Speer gelang es, seine enorme Verantwortung für hunderttausende Tote zu minimieren. Der Prozessbeobachter Erich Kästner kritisierte diese Strategie scharf: Die Angeklagten behaupteten, von den neuen Spielregeln gegen Massenmord erst später erfahren zu haben und nicht mehr handlungsfähig gewesen zu sein.
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„Göring trägt eine lichtgraue Jacke mit goldenen Knöpfen. Die Abzeichen der Reichsmarschallwürde sind entfernt worden. Die Orden sind verschwunden. Es ist eine Art Chauffeurjacke übrig geblieben. Rudolf Hess hat sich verändert. Dadurch wirken die schwarzen Augenbrauen geradezu unheimlich.“
Andreas Sentker liest eine ausführliche Passage von Erich Kästner vor, die in der Neuen Zeitung erschien. Kästner beschreibt darin mit literarischer Präzision das Erscheinungsbild der Angeklagten auf der Anklagebank – Göring, Hess, Rosenberg und Hans Frank. Die Passage zeigt, wie Kästner als genauer Beobachter die Banalität und Nervosität der Angeklagten einfing.
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