Jenseits des Lustprinzips
Sigmund Freud · 2017
In der psychoanalytischen Theorie nehmen wir unbedenklich an, dass der Ablauf der seelischen Vorgänge automatisch durch das Lustprinzip reguliert wird, das heißt, wir glauben, dass er jedes Mal durch eine unlustvolle Spannung angeregt wird und dann eine solche Richtung einschlägt, dass sein Endergebnis mit einer Herabsetzung dieser Spannung, also mit einer Vermeidung von Unlust oder Erzeugung von Lust zusammenfällt.
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„Zwei große Triebe, die dich hin und her reißen, Eros und Thanatos, zwischen Geilheit und Todessehnsucht hin und her gerissen, bist du der Spielball deiner dunkler Mächte. Also das ist ja auch eine totale Erklärung des Menschen.“
Precht ordnet Freuds Psychoanalyse als einen der großen Totalentwürfe der 1920er Jahre ein, neben Bolschewismus und Anthroposophie. Er beschreibt Freuds Triebtheorie als radikales neues Menschenbild jener Epoche.
„Und deswegen glaube ich, wenn wir den Zeitbegriff ein bisschen verändern und sagen, naja, wie Sigmund Freud schon gesagt hat, das Trauma, das nicht integriert ist, ist einem Wiederholungszwang unterworfen.“
Thomas Hübl spricht über unverarbeitete Geschichte und deren Auswirkungen auf die Gegenwart. Er zitiert Freuds Konzept des Wiederholungszwangs, um zu erklären, warum nicht integrierte Traumata sich in wiederkehrenden Mustern zeigen – etwa in Beziehungskonflikten oder beruflichen Situationen. Das Konzept stammt aus Freuds Schrift 'Jenseits des Lustprinzips' (1920).
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