Das Gute in Friedrich Merz
Jan Böhmermann, Olli Schulz
Olli ist auf Clubtour und sendet aus Koblenz, während Jan aus dem Studio in Köln-Bickendorf berichtet, wo gerade ein riesiges Kraftklub-Banner über dem Gewerbepark schwebt. Jan zieht einen herrlichen Vergleich zwischen dem eigenen Studiostandort zwischen Schrottplätzen und Abfallbetrieben und dem vermeintlich tristen Chemnitz — und kommt zu dem Schluss, dass Bickendorf mehr Chemnitz ist als Chemnitz selbst. Außerdem bedanken sich beide bei Gringo Meier für ein neues Intro in Kurpfälzer Mundart, das Jan beim letzten Maifeld-Derby persönlich entgegengenommen hat.
„Im Grunde genommen dürften sie sich hier wohler fühlen als in Chemnitz, weil es sieht hier eigentlich aus, wie man denkt, dass es in Chemnitz aussieht.“
Erwähnte Medien (7)
Sterben in Karl-Marx-Stadt
Kraftklub
Sterben in Karl-Marx-Stadt ist das fünfte Studioalbum der deutschen Rockband Kraftklub, das im November 2025 erschien.
🗣 Jan Böhmermann zitiert daraus bei ⏱ 00:02:32 „Ich war gerade eben draußen und hab gesehen, dieses riesige Schild des neuen Albums von Kraftklub. Kraftklub steht oben drüber und dann Sterben in Karl-Marx-Stadt, so heißt das Album, ist ein riesengroßes Schild an einem großen Baukran aufgehängt, was über Bickendorf schwebt jetzt, wo unser Studio ist.“
Jan Böhmermann erzählt, dass er vom Studiofenster aus ein riesiges Werbeschild für das neue Kraftklub-Album sieht, das an einem Baukran über dem Kölner Stadtteil Bickendorf hängt. Das Album wird später nochmals erwähnt, als die Single-Auskopplung besprochen wird. Das Album soll im November erscheinen.
Berlin, da war mal was
Kathi von Schwerin · 1878
Kati von Schwerin schleppt ihre große Liebe, die Stadt Berlin, zur Paartherapie. Es war Liebe auf den ersten Besuch: Berlin war prickelnd, sorglos, sexy. Doch nach zwölf Jahren großer Leidenschaft liegt nun alles in Scherben, die Liebe ist erloschen in Dreck, Drogen und Unverbindlichkeiten. Und so schleift Kati von Schwerin Berlin zur Paartherapie, um zu retten, was nicht zu retten ist. In den Sitzungen kommt alles auf den Tisch, die Hosen werden runtergelassen.
🗣 Olli Schulz zitiert daraus bei ⏱ 00:06:39 „Sie hat noch ein tolles Buch geschrieben, und zwar Berlin, da war mal was. Also so ein Abrechnungsbuch, warum sie nach Leer gezogen ist.“
Olli Schulz erzählt von seinen Freunden Kathi von Schwerin und dem Musiker Gregor McEwan (Hagen), die von Berlin nach Leer in Ostfriesland ausgewandert sind. Kathi hat ein Buch geschrieben, das eine Art Abrechnung mit Berlin ist und erklärt, warum sie die Hauptstadt verlassen hat.
Verteidigt die Freiheit
Wolfram Weimer
Linke wie Rechte wollen die Kunst politisieren, haben sich aber ein denkbar ungeeignetes Objekt ausgesucht. Die Korridore des Sagbaren, Erkundbaren und Darstellbaren gilt es zu weiten, anstatt sie zu verengen, fordert der neue Kulturstaatsminister.
🗣 Jan Böhmermann zitiert daraus bei ⏱ 00:18:54 „Aber Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat unter dem Titel »Verteidigt die Freiheit« am 4. Juni um 16.52 Uhr veröffentlicht, folgenden Gastbeitrag geschrieben. Es beginnt mit folgendem Absatz. Linke wie Rechte wollen die Kunst politisieren, haben sich aber ein denkbar ungeeignetes Objekt ausgesucht.“
Jan Böhmermann liest ausführlich aus einem Gastbeitrag des neuen Kulturstaatsministers Wolfram Weimer in der Süddeutschen Zeitung vor. Der Artikel handelt von Kunstfreiheit, Cancel Culture und der Polarisierung im Kulturbetrieb. Böhmermann diskutiert den Text ironisch-satirisch und zitiert mehrere Passagen, darunter Verweise auf Dieter Nuhr und J. K. Rowling.
Schief in jedem Chor
Kraftklub
Kraftklub ist eine fünfköpfige Musikgruppe aus Chemnitz, die Rock mit deutschsprachigem Sprechgesang verbindet. Die Musik wird meist als eine Mischung aus Indie und Rap bezeichnet. Auf dem Splash Festival 2009 trat der Rapper 'Bernd Bass' erstmals gemeinsam mit der Rockband Neon Blocks auf. Ende des Jahres 2009 gingen sie zusammen ins Studio und gründeten die Band Kraftklub. Am 13. Februar 2010 veröffentlichten sie ihre erste EP Adonis Maximus auf einer Record-Release-Party im Chemnitzer Club Atomino.
🗣 Jan Böhmermann zitiert daraus bei ⏱ 00:22:49 „Also, kommt direkt, weil wir drüber reden, die neue Single von Kraftklub seit Freitag draußen, Sterben in Karl-Marx-Stadt. Hab ich noch nicht gehört. Schief in jedem Chor heißt der Song. Schief in jedem Chor.“
Jan Böhmermann erwähnt die neue Single von Kraftklub, die seit Freitag erschienen ist, als Vorab-Single zum Album 'Sterben in Karl-Marx-Stadt'. Er empfiehlt den Song direkt für die Playlist, obwohl er ihn selbst noch nicht gehört hat.
Ausländer raus – Bitte liebt Österreich
Christoph Schlingensief · 2002
Christoph Schlingensiefs provokante Kunstaktion von 2000, in der er in Wien einen Big-Brother-Container mit Geflüchteten aufbaute und Passanten entscheiden ließ, wer Österreich verlassen sollte. Die Dokumentation zeigt eine radikale Gesellschaftskritik, die durch emotionale Manipulation und Tabubruch die Absurdität von Ausgrenzungsdiskursen offenlegt. Schlingensief hinterfragt damit fundamental, wie Gesellschaften über Migration und Zugehörigkeit entscheiden – eine Frage, die über zwei Jahrzehnte später an Brisanz nicht verloren hat.
🗣 Olli Schulz referenziert bei ⏱ 00:24:56 „Ich habe diese DVD von Christoph Schlingensief, diese Dokumentation Ausländer raus, wo er in Wien einen Container errichtet hat, einen Big Brother Container, wo Leute dann entscheiden durften, wer Österreich verlassen muss und wer in Österreich bleiben darf.“
Olli Schulz erzählt, dass er gerade seine DVDs sortiert hat und dabei auf die Schlingensief-Dokumentation gestoßen ist. Die Kunstaktion von 2000, bei der Schlingensief in Wien einen Big-Brother-Container mit Geflüchteten aufstellte, dient ihm als Beispiel für provokante Kunst, die der Gesellschaft den Spiegel vorhält. Er fragt, ob solche interventionistische Kunst im Jahr 2025 noch möglich wäre.
Habibi
Augen (AUGN)
"Habibi" ist ein Lied der deutschen Band Augen. Der Song wurde in einem Podcast als Teil der wiederkehrenden "Fidi und Bumsi-Liste" empfohlen, einer speziellen Musikempfehlungsliste der Sendung. Der Moderator hob das Stück besonders hervor und empfahl es als perfekte Hörerfahrung für eine kurze Pause.
🗣 Olli Schulz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:35:45 „Ich würde gerne einmal zwischenspeichern, einmal ausspeichern, zwar auf Klo und dann noch einen Song auf die Fidi und Bumsi-Liste packen und zwar die Band Augen, A-U-G-N, mit dem Lied Habibi. Das küsst du dir mal kurz in der Pause an.“
Olli Schulz packt den Song auf die 'Fidi und Bumsi-Liste', die wiederkehrende Musikempfehlungsliste der Sendung. Er buchstabiert den Bandnamen extra aus (A-U-G-N) und empfiehlt Jan, sich das Lied in der Pause anzuhören.
Xenien
Johann Wolfgang von Goethe / Friedrich Schiller · 2022
Nie haben Goethe und Schiller enger kooperiert – und nie war das Ergebnis kontroverser als im Fall der Xenien: einer Sammlung von fast 1000 Epigrammen, die zunächst im Geheimen entstand. Mit der Publikation lösten die beiden Dichter einen der größten Skandale der deutschen Literaturgeschichte aus. Kein Wunder: Die Xenien sind ein heftiger Angriff auf die kulturelle Szene der Zeit. Zugleich dokumentieren sie einen so fragilen wie produktiven Moment in der Geschichte des Weimarer Klassizismus.
🗣 Jan Böhmermann zitiert daraus bei ⏱ 00:56:49 „Aus Xenien von Goethe und Schiller, 152 der Purist, sinnreich bist du die Sprache von fremden Wörtern zu säubern, nun so sage doch Freund, wie man pendant uns verdeutscht.“
Böhmermann erzählt ausführlich vom deutschen Sprachpurismus des 17./18. Jahrhunderts und wie Schriftsteller neue deutsche Wörter für Fremdwörter erfanden. Er zitiert aus den Xenien, einer Epigramm-Sammlung von Goethe und Schiller, um zu zeigen, dass sich Goethe gegen den Sprachpurismus stellte und die Eindeutschung von Fremdwörtern wie 'Pendant' für unsinnig hielt.