Martin Sonneborn - Bist du Politiker oder Satiriker
Matze Hielscher & Gäste
Martin Sonneborn spricht kurz vor der EU-Wahl über zehn Jahre im Parlament, seine Rolle als fraktionsloser Abgeordneter der Partei und Satire als fünfte Gewalt. Er rechnet vor, wie er zwischen Straßburg und Brüssel 56 Cent pro Kilometer steuerfrei kassiert, während Ursula von der Leyen dieselbe Strecke fliegt, und teilt Anekdoten aus seiner Zeit als Titanic-Chefredakteur.
„Die Dummen wählen AfD und die Intelligenteren die Partei.“
Erwähnte Medien (28)
The Killer Joke (The Funniest Joke in the World)
Monty Python
Der legendäre Monty Python-Sketch über einen Witz, der in der Britischen Armee während des Zweiten Weltkriegs als tödliche Waffe entwickelt wurde. Eine absurde, düstere Comedy, die Humor als existenzielle Kraft erforscht.
🗣 Martin Sonneborn referenziert bei ⏱ 00:05:36 „Das ist so eine alte Monty Python-Sache. Kann man bei YouTube nachschauen, tödlicher Witz eingeben. Und es ging darum, dass die im Zweiten Weltkrieg, ich glaube, die Engländer einen tödlichen Witz entwickelt haben. Aber immer, wenn der weitererzählt wurde, dann gab es eine Sackgasse.“
Sonneborn erklärt, dass er seit langem den 'tödlichen Witz' sucht – den perfekten, alles entscheidenden Witz. Als Matze Hielscher nachfragt, was das bedeutet, verweist Sonneborn auf den berühmten Monty-Python-Sketch, in dem die Briten im Zweiten Weltkrieg einen Witz entwickeln, der so tödlich ist, dass jeder, der ihn hört, stirbt. Für Sonneborn ist das eine humorvolle Metapher für sein satirisches Lebenswerk.
Titanic
Deutsches Satire-Magazin für intellektuelle, kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Missständen. Titanic gilt als etablierter Treffpunkt für Autoren, die Satire nutzen, um auf politische und kulturelle Probleme zu reagieren. Das Magazin prägt eine Tradition prägnanter, satirischer Kulturkritik im deutschsprachigen Raum.
🗣 Martin Sonneborn referenziert bei ⏱ 00:07:13 „Leute, die satirisch reagieren auf Dinge, die sie stören, die landen halt irgendwann bei Titanic, dem endgültigen Satire-Magazin oder so war es früher. Und dann lernt man halt mit Satire auf das Unbill der Welt zu reagieren.“
Sonneborn beschreibt seinen Werdegang und wie er zur Satire kam. Das Titanic-Magazin wird als prägende Station genannt, bei der er auch Chefredakteur war. Er beschreibt es als natürlichen Anlaufpunkt für Menschen, die satirisch auf gesellschaftliche Missstände reagieren wollen.
EU-kritischer Blog von Erik Bonse
Erik Bonse
EU-kritischer Blog von Journalist Erik Bonse (Taz). Er wird als eine der wenigen Ausnahmen unter Brüsseler Journalisten genannt, die nicht einfach die Pressemitteilungen der EU-Kommission abschreiben. Der Blog bietet kritische Berichterstattung zur Europäischen Politik.
🗣 Martin Sonneborn empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:11:43 „Also wir haben den Eindruck, dass die Journalisten in Brüssel bis auf ganz wenige Ausnahmen, Erik Bonse zum Beispiel kann ich nennen, der für die Taz schreibt und so einen EU-kritischen Blog hat, falls sich jemand dafür interessiert, bis auf ganz wenige Ausnahmen tippen die einfach die Pressemitteilungen der EU-Kommission ab.“
Sonneborn kritisiert den Zustand der EU-Berichterstattung und nennt Erik Bonse als eine der wenigen Ausnahmen unter den Brüsseler Journalisten. Der Blog wird als Empfehlung für alle genannt, die sich für kritische EU-Berichterstattung interessieren.
Europa-Ölgemälde (Ausstellung Artlab Torstraße 218)
Rudi Hurzelmeier
Ölgemälde-Serie des preisgekrönten Karikaturisten Rudi Hurzelmeier, der seinen kritischen künstlerischen Blick auf Europa in Ölmalerei umsetzt. Teil einer Wahlkampf-Ausstellung der LINKEN in Berlin-Mitte, die auch im EU-Parlament geplant war.
🗣 Martin Sonneborn empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:18:45 „Rudi Hurzelmeier, ein Titanic-Zeichner, der mehrfach mit deutschen Karikaturistenpreisen ausgezeichnet wurde und in vielen, vielen deutschen Medien von der FAZ über die Titanic bis zur HörZU präsent war und ist. Wir hatten ihn gebeten, seinen Blick auf Europa mal in Form von Ölgemälden jetzt auf die Leinwand zu bringen.“
Sonneborn erzählt, dass die Partei im Wahlkampf eine Ausstellung mit Hurzelmeiers Europa-Ölgemälden in der Torstraße 218 in Berlin-Mitte eröffnet hat. Eine geplante Version der Ausstellung im EU-Parlament wurde von der Parlamentsverwaltung untersagt, was Sonneborn als Skandal empfindet.
HörZu
HörZu ist das führende deutsche Fernsehmagazin mit wöchentlichem Programmschema und redaktionellen Beiträgen. Die Publikation präsentiert TV-Highlights, Hintergrundberichte zu Filmen und Serien sowie Karikaturen und Satire-Inhalte und richtet sich an Fernsehzuschauer mit Interesse an Unterhaltung und Kulturjournalismus.
🗣 Martin Sonneborn erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:18:45 „Rudi Hurzelmeier, ein Titanic-Zeichner, der mehrfach mit deutschen Karikaturistenpreisen ausgezeichnet wurde und in vielen, vielen deutschen Medien von der FAZ über die Titanic bis zur HörZU präsent war und ist.“
Sonneborn nennt die HörZu als eines der Medien, in denen der Titanic-Zeichner Rudi Hurzelmeier veröffentlicht hat, neben FAZ und Titanic.
Trail of Disaster (Guardian-Artikel über von der Leyen)
Guardian-Artikel über Ursula von der Leyens politische Karriere und ihre Bilanz in verschiedenen Ministerien. Der Beitrag kritisiert ihre Amtszeit als eine Serie von Skandalen und Verwüstung. Im Podcast wird er im Kontext der Pfizer-Verträge und gelöschten SMS als Beleg für problematische Handlungen der Kommissionspräsidentin herangezogen.
🗣 Martin Sonneborn referenziert bei ⏱ 00:21:31 „Die Kommissionspräsidentin von der Leyen hat ja, oder wenn man dem Guardian-Glauben schenken darf, einen Trail of Disaster hinter sich hergezogen in den Ministerien, in denen sie war. Ich habe das mal nachgelesen, das stimmt.“
Sonneborn verweist auf eine Berichterstattung des Guardian über Ursula von der Leyen, die ihre politische Karriere als eine Spur der Verwüstung beschreibt. Er nutzt die Referenz, um seine Kritik an der Kommissionspräsidentin im Kontext der gelöschten SMS und der Pfizer-Verträge zu untermauern.
Sonneborns Buch über das EU-Parlament
Martin Sonneborn
Kritische Auseinandersetzung mit der Arbeit im EU-Parlament. Der Autor thematisiert sein Unbehagen gegenüber den institutionellen Strukturen und reflektiert das Spannungsverhältnis zwischen politischen Idealen und parlamentarischer Realität.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:29:10 „Weil du hast auch geschrieben in deinem Buch, es ist mir äußerst unangenehm, dass ich zum EU-Parlament gehöre. Warum möchtest du da bleiben?“
Am Ende des Abschnitts zitiert Matze Hielscher aus einem Buch von Martin Sonneborn, in dem dieser beschreibt, wie unangenehm ihm die Zugehörigkeit zum EU-Parlament ist. Der genaue Titel des Buches wird nicht genannt, aber es handelt sich offensichtlich um eines seiner Bücher über seine Erfahrungen als EU-Abgeordneter.
Herr Sonneborn geht nach Brüssel
Martin Sonneborn · 2019
»Wer lachen und sich trotzdem politisch bilden möchte, für den ist Martins Sonneborns Buch genau das Richtige.« Stern Unerwartet wird Martin Sonneborn ins Europaparlament gewählt. Und da er schon mal da ist, beschließt er rauszufinden: Wie funktioniert Europa? Am Anfang ist es wie eine Klassenfahrt für Erwachsene. Europäer mit 24 verschiedenen Muttersprachen treffen aufeinander. Sie kennen sich nicht, sollen aber gemeinsam Politik machen.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:29:10 „Weil du hast auch geschrieben in deinem Buch, es ist mir äußerst unangenehm, dass ich zum EU-Parlament gehöre.“
Matze Hielscher bezieht sich auf Martin Sonneborns Buch über seine Zeit im EU-Parlament. Das Buch wird als Gesprächsgrundlage genutzt, Sonneborn zitiert später auch den Fall Sikorski daraus.
Investigativ-Artikel über Sikorskis Nebenverdienste aus den VAE
Handelsblatt
Investigative Recherche des Handelsblatts, die Zahlungen des polnischen EU-Abgeordneten Sikorski von den Vereinigten Arabischen Emiraten aufdeckt: 93.000 Euro jährlich plus Luxusreisen und Hotelzimmer als Gegenleistung für Lobbyarbeit im Europäischen Parlament. Enthüllt Korruptionsprobleme auf EU-Ebene.
🗣 Martin Sonneborn referenziert bei ⏱ 00:35:30 „Das hat das Handelsblatt herausgefunden, 93.000 Euro aus den Vereinigten Arabischen Emiraten jedes Jahr, zuzüglich Luxusreisen und Hotelzimmer, einfach damit der Lobby Arbeit für die Vereinigten Arabischen Emirate im Europäischen Parlament betrieben hat.“
Sonneborn beschreibt die Korruptionsprobleme im EU-Parlament am Beispiel des polnischen Abgeordneten Sikorski und verweist auf die Handelsblatt-Recherche, die dessen Zahlungen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten aufdeckte.
Bäckerblume
Humormagazin spezialisiert auf Leserwitz-Seite mit eingereichten Witzen, die gegen 5 Euro Honorar veröffentlicht wurden. Die Publikation richtete sich an Humor-Liebhaber und bot eine Plattform für Leser, ihre eigenen Witze einzureichen. Bekannt in den 1970er/1980ern bei Kindern als beliebte Quelle für Humor und Kreativität.
🗣 Martin Sonneborn referenziert bei ⏱ 00:37:34 „Also das ist eine Zeitschrift, die die letzte Seite mit Leserwitzen, die eingesandt werden und wahrscheinlich mit 5 Euro vergütet werden, füllt oder füllte. Ich weiß nicht, ob es die noch gibt.“
Sonneborn erzählt von seiner Kindheit und seiner frühen Hinwendung zum Humor. Er hat als Kind seine Mutter zum Bäcker begleitet, um die Bäckerblume zu ergattern, die Leserwitze abdruckte. Er schnitt die Witze aus, klebte sie auf Zeichenblockblätter und trug sie seiner Umwelt vor.
Zeitartikel über die geistige Opposition und Titanic
Die Zeit
Artikel der Zeit über die geistige Opposition in Deutschland und die Rolle der Titanic-Redaktion. Der Text beschreibt die Satire-Zeitschrift Titanic als letzte Bastion der intellektuellen Gegenkraft und kritischen Gegenstimme in der deutschen Gesellschaft.
🗣 Martin Sonneborn referenziert bei ⏱ 00:38:54 „Es gab mal einen Zeitartikel, der hatte die Überschrift, die geistige Opposition in Deutschland reicht nicht mehr über den Rand der Titanic-Redaktion hinaus.“
Sonneborn erinnert sich an einen Artikel der Zeit, der die Titanic-Redaktion als letzte Bastion der geistigen Opposition in Deutschland beschrieb. Er nutzt das als Beleg für die gesellschaftliche Bedeutung der Satire-Zeitschrift.
Glücksrad
· 1988
deutsche Serie
🗣 Martin Sonneborn erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:39:44 „Als die FDP damals Peter Bond aufstellte in Mecklenburg-Vorpommern, das war ein ehemaliger Pornostar, der dann den Auf- oder Abstieg, je nachdem wie man es sehen will, zum Glücksrad geschafft hatte.“
Sonneborn erzählt von einer satirischen Wahlkampfaktion der Titanic für die FDP in Eisenach und erwähnt dabei den FDP-Kandidaten Peter Bond, der vom Pornodarsteller zum Moderator der TV-Show Glücksrad aufgestiegen war.
Das Leben des Brian
Terry Jones / Monty Python · 1979
Brian Cohen ist ein durchschnittlicher junger Jude, doch durch eine Reihe lächerlicher Ereignisse erlangt er den Ruf, der Messias zu sein. Wenn er nicht gerade seinen Anhängern ausweicht oder von seiner schrillen Mutter gescholten wird, muss sich der unglückliche Brian mit dem aufgeblasenen Pontius Pilatus und den von Akronymen besessenen Mitgliedern einer separatistischen Bewegung herumschlagen.
🗣 Matze Hielscher erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:48:30 „Also du hast erst von Monty Python gesprochen, die kenne ich durch natürlich das Leben des Brian und Ritter der Kokosnuss und solche Sachen. Aber gab es irgendwie für dich Humor, Politik, Vorbilder?“
Matze Hielscher fragt nach Sonneborns Vorbildern in Humor und Politik. Er verweist auf Monty Python und deren bekannteste Filme als seinen eigenen Zugang zu deren Werk. Sonneborn hatte offenbar in einem früheren Gesprächsteil Monty Python erwähnt.
Die Ritter der Kokosnuß
Monty Python · 1975
Im frühen Mittelalter durchwandert König Artus das noch relativ unbehauste England und schart eine Anzahl edler Recken um sich, mit denen er das Reich von den einfallenden Franzosen befreien und den sagenhaften Heiligen Gral erobern will. Leider handelt es sich bei seiner Truppe um eine Ansammlung rechter Trottel, so daß sein Unternehmen bald von zahlreichen Rückschlägen heimgesucht wird.
🗣 Matze Hielscher erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:48:30 „Also du hast erst von Monty Python gesprochen, die kenne ich durch natürlich das Leben des Brian und Ritter der Kokosnuss und solche Sachen. Aber gab es irgendwie für dich Humor, Politik, Vorbilder?“
Im Kontext der Frage nach humoristischen und politischen Vorbildern erwähnt Matze Hielscher neben dem Leben des Brian auch Ritter der Kokosnuss als seinen Zugang zu Monty Python.
Kowalski
Satiremagazin von ehemaligen Titanic-Redakteuren, Anfang der 1990er Jahre in Hamburg verlegt. Richtete sich an ein jüngeres, politisch interessiertes Publikum mit proletarischer Perspektive und nutzte Humor als Zugang zu gesellschaftskritischen Themen.
🗣 Martin Sonneborn referenziert bei ⏱ 00:49:34 „Ich habe Titanic gelesen und Kowalski gab es damals noch. So eine etwas proletarischere Jugendausgabe von ein paar abgespaltenen Titanic-Redakteuren, die das in Hamburg dann, das Heft namens Kowalski betrieben.“
Sonneborn erzählt, wie er über Humor zur Politik kam. Neben Titanic las er auch Kowalski, ein Satiremagazin von ehemaligen Titanic-Redakteuren. Durch die Witze setzte er sich zwangsläufig mit den dahinterliegenden politischen Themen auseinander.
Wirkungsmöglichkeit von Satire
Martin Sonneborn · 2013
Hinter den Kulissen der Inszenierungsgesellschaft: 30 Prominente verraten in Interviews wie man Wirklichkeit inszeniert. Was machen Prominente mit den Medien? Was machen die Medien mit den Prominenten? Wer ist Täter, wer Opfer? Wie funktioniert das Geschäft mit der Selbstdarstellung, und was ist sein Preis? Wie wahr sind Images? Nach welchen Regeln konstruiert man Authentizität? Diesen Fragen haben sich 30 herausragende Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Religion, Sport und ...
🗣 Martin Sonneborn referenziert bei ⏱ 00:51:57 „Satire ist halt, ich habe es, glaube ich, in meiner Magisterarbeit, die ich selber gefälscht habe. Ich habe Interviews führen müssen da mit Vertretern der Satirebranche und habe mir Leute ausgedacht, weil es einfacher ist, wenn man eine These im Kopf hat und der Interviewte sagt etwas ganz anderes.“
Sonneborn erwähnt seine eigene Magisterarbeit über die Wirkungsmöglichkeit von Satire. Er gesteht offen, Interviews darin gefälscht zu haben. Seine These war, dass Satire aufgrund geringer Verbreitung keine Wirkung mehr habe – was er später durch die WM-Vergabe nach Deutschland selbst widerlegte.
Pardon
Deutsches Satiremagazin der 1960er und 1970er Jahre mit enormer Auflagenstärke (600.000 Exemplare). Zentrale Publikation für politische und gesellschaftliche Satire im deutschsprachigen Raum.
🗣 Martin Sonneborn referenziert bei ⏱ 00:52:22 „Ich habe herausgefunden, dass Satire aufgrund der geringen Verbreitung damals verglichen mit den 60er Jahren, wo Padong wahnsinnige Auflagen hatte, 60er, 70er Jahre, 600.000 Exemplare. Titanic hatte dann ein Zehntel von dem.“
Sonneborn vergleicht die Reichweite von Satiremagazinen über die Jahrzehnte. Das Magazin Pardon (im Transkript als 'Padong' transkribiert) hatte in den 60er/70er Jahren 600.000 Exemplare Auflage, Titanic nur noch ein Zehntel davon. Das war ein Kernargument seiner Magisterarbeit über die abnehmende Wirkungsmöglichkeit von Satire.
heute-show
Oliver Welke / ZDF · 2009
Oliver Welke und Team berichten mit Witz und Verstand über aktuelle politische Themen und Nachrichten in Deutschland und aus dem Rest der Welt.
🗣 Martin Sonneborn referenziert bei ⏱ 01:03:51 „Man kann es nachsehen, bei YouTube, auf meinem Kanal steht es, ich hatte den für die Heute-Show interviewt. Und wir hatten angefragt, ob wir ein Interview, es ging um irgendwelche Rabattverträge mit der Industrie, ob wir ein Interview für eine der Heute-Sendungen des ZDF bekommen können.“
Sonneborn erzählt von einem Interview, das er für die ZDF-Heute-Show mit dem Geschäftsführer des Verbandes Pro Generica führte. Das Interview war so entlarvend, dass der Interviewte eine Woche später entlassen wurde – ein Moment, der Sonneborn im Nachhinein leidtat.
Ausstellung im Museum für komische Kunst
Ausstellung im Frankfurter Museum für komische Kunst, die Volker Sonneborns satirische Fax-Aktion dokumentiert. Er schickte 2006 fiktive Bestechungsfaxe an FIFA-Komitee-Mitglieder als politische Kunstperformance gegen die fragwürdige WM-Vergabe an Deutschland.
🗣 Martin Sonneborn erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:05:30 „Es steht auch bei Wikipedia, man kann es eigentlich nachlesen. Es gab eine Ausstellung im Museum für komische Kunst in Frankfurt auch darüber.“
Sonneborn erwähnt eine Ausstellung im Frankfurter Museum für komische Kunst, die sich mit seiner legendären FIFA-Bestechungsfax-Aktion zur WM-Vergabe 2006 befasste. Die Aktion, bei der er satirische Bestechungsfaxe an FIFA-Komitee-Mitglieder schickte, hatte weitreichende reale Konsequenzen.
CD mit Bild-Leser-Beschimpfungen (Titanic Abo-Prämie)
Titanic
Es gibt mehrere Künstler namens Titanic: 1) Titanic ist eine norwegische Progressive-Rock-Band aus den 1970er Jahren. 2) Titanic ist eine christliche Metal-Band aus Las Vegas, Nevada, USA. 3) Titanic ist eine Heavy-Metal-Band aus Brünn, Tschechien. 4) Titanic war eine Heavy-Metal-Band aus New Haven, Connecticut, USA. Veröffentlichte 1985 das Album „Then There Was Rock“. 5) Titanic ist eine Zusammenarbeit zwischen Mabe Fratti und Hector Tosta alias i la Católica.
🗣 Martin Sonneborn referenziert bei ⏱ 01:08:28 „Dann haben wir für die nächsten neun Stunden, haben wir uns auf allen Telefonleitungen von Bild-Zeitungslesern beschimpfen lassen können. Und dann haben wir das natürlich mitgeschnitten und eine CD daraus gemacht, die erfolgreichste Abo-Prämie, die Titanic jemals hatte.“
Nach dem WM-Bestechungsfax veröffentlichte die Bild-Zeitung eine Telefonnummer, unter der Leser ihre Meinung sagen konnten. Die Titanic-Redaktion nahm neun Stunden lang Beschimpfungen entgegen, schnitt alles mit und machte daraus ihre erfolgreichste Abo-Prämie.
Welt-Interview (Langfassung mit dem Feuilletonleiter)
Die Welt
Ausführliches Interview mit dem Feuilletonleiter der Welt, das Richard Sonneborn trotz Paywall vollständig online veröffentlichte, weil er die darin behandelten Informationen vor der EU-Wahl für wesentlich hielt. Das Interview löste intensive Diskussionen mit über 1200 Beiträgen aus.
🗣 Martin Sonneborn empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:15:39 „Ich habe gerade verbotenerweise ein sehr langes Weltinterview ins Netz gestellt. Es sind so viele Informationen in diesem sehr langen Gespräch, dass ich mit dem Feuilletonleiter geführt habe, dass ich dachte, das sollten die Leute vor der Wahl wissen.“
Sonneborn hat ein ausführliches Interview mit dem Feuilletonleiter der Welt geführt und es entgegen der Paywall-Regeln komplett online gestellt, weil er die Informationen darin vor der EU-Wahl für wichtig hält. Unter dem Interview gab es über 1200 Diskussionsbeiträge.
Zweites Brüssel-Buch
Martin Sonneborn
Martin Sonneborms zweites Brüssel-Buch dokumentiert seine Erlebnisse als EU-Parlamentarier während der zweiten Legislaturperiode. Das Werk berichtet von skandalösen Vorfällen im Europaparlament und kritisiert die politischen Machenschaften in Brüssel.
🗣 Martin Sonneborn referenziert bei ⏱ 01:25:54 „Ich habe den im Buch erwähnt, in dem zweiten Brüssel-Buch, weil er eigentlich in dieser Legislaturperiode den saubersten Hitlergruß hingelegt hat.“
Sonneborn erwähnt sein zweites Buch über Brüssel im Zusammenhang mit Angel Dschambatski, einem EKR-Politiker, der im Plenarsaal einen Hitlergruß gezeigt haben soll. Das Buch dokumentiert Erlebnisse aus der zweiten Legislaturperiode.
Interview mit Nico Semsrott
Nico Semsrott im Interview mit der Süddeutschen Zeitung zieht eine kritische Bilanz seiner fünf Jahre als EU-Parlamentarier: Er sei durch diese Zeit ein schlechterer Mensch geworden. Ein persönliches Fazit zur Karriere in Brüssel und den Auswirkungen von Macht auf den Charakter.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 01:38:32 „Wir haben gerade über Nico schon gesprochen, der hat gesagt, über die fünf Jahre, ich bin ein schlechterer Mensch geworden, hat ein SZ gesagt.“
Hielscher zitiert ein Interview, das Nico Semsrott der Süddeutschen Zeitung gegeben hat, in dem Semsrott sagt, er sei durch seine fünf Jahre im EU-Parlament ein schlechterer Mensch geworden. Hielscher nutzt das Zitat, um Sonneborn nach seiner eigenen Bilanz nach zehn Jahren zu fragen.
Helmut Kohl – Biographie einer Jugend
Eckhard Henscheid · 1985
Satirische Biographie der Jugend Helmut Kohls. Eckhard Henscheid nutzt Satire, um den Politiker zu entzaubern – mit Humor so feinsinnig, dass Kohl ihn vermutlich nicht als komisch erkannt hätte. Ein Beispiel dafür, wie Satire gesellschaftliche Wirkung entfalten kann.
🗣 Martin Sonneborn empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:49:58 „Oder die Henscheid-Biografie von Kohl, die ist so lustig, dass Kohl sie wahrscheinlich gar nicht als komisch verstanden hätte, aber die ist, also ich glaube, man kann damit Satire ein bisschen was bewirken und muss es auch.“
Sonneborn spricht über die satirische Kraft der Titanic und erwähnt Eckhard Henscheids Kohl-Biografie als Beispiel dafür, wie Satire Politiker entzaubern kann. Er beschreibt das Buch als so komisch, dass Kohl selbst es vermutlich nicht als lustig erkannt hätte.
Fick-Geschichten
Hans Zippert
Satirische Kolumnen von Hans Zippert aus der Titanic-Zeitschrift. Mit exagerantem Humor porträtierte er den Bundeskanzler Helmut Kohl und entzauberte dadurch politische Autoritäten. Ein Klassiker der deutschen Satire, der Lesern eine kritischere Perspektive auf ihre Machthaber gab.
🗣 Martin Sonneborn referenziert bei ⏱ 01:49:58 „Ich glaube, jemand, der mal die Fick-Geschichten gelesen hat, die in ungeheurer Übertreibung auf der letzten Seite der Titanic in den letzten Jahren Kohls dort von Hans Zippert formuliert worden waren, die waren derart komisch, dass man, wenn man das gelesen hat, Kohl nicht mehr so ernst nehmen konnte.“
Sonneborn erinnert an die satirischen Kolumnen von Hans Zippert auf der letzten Seite der Titanic, die in den späten Kohl-Jahren erschienen. Er sieht sie als Paradebeispiel dafür, wie Satire politische Figuren entzaubern und Bürgern eine kritischere Perspektive auf ihre Machthaber geben kann.
Interview in der Berliner Zeitung
Interview aus der Berliner Zeitung (2010) über persönliche Motivation und Lebensprinzipien. Der Gesprächspartner betont: „Ich habe immer nur das getan, was mir Spaß gemacht hat." Im Podcast wird diese Aussage später reflektiert, um zu hinterfragen, ob dieses Prinzip nach zwei EU-Parlamentsperioden noch gültig ist.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 01:53:19 „Du hast, wir können langsam zum Ende kommen, 2010 in der Berliner Zeitung gesagt, ich habe immer nur das getan, was mir Spaß gemacht hat.“
Hielscher zitiert ein Interview, das Sonneborn 2010 der Berliner Zeitung gegeben hat. Der Satz 'Ich habe immer nur das getan, was mir Spaß gemacht hat' dient als Ausgangspunkt für die Frage, ob das nach zwei Legislaturperioden im EU-Parlament noch gelte.
Artikel über SPD und Sperrklausel
Die taz kritisiert die SPD dafür, dass sie mehr Aufwand in die Einführung einer Sperrklausel für das EU-Parlament investiert hat als in eine kohärente Friedenspolitik für Europa. Der Artikel unterstützt die Kritik an den Prioritäten der Partei.
🗣 Martin Sonneborn referenziert bei ⏱ 01:54:07 „Die Taz hat mal kritisiert, dass die SPD mehr Arbeit da reingesteckt hätte, um es vor die Tür zu setzen, als in ihre Vision eines Europas, eines friedlichen zumal.“
Sonneborn zitiert einen taz-Artikel, der die SPD dafür kritisierte, dass sie mehr Energie in die Einführung einer Sperrklausel fürs EU-Parlament investiert habe als in eine friedenspolitische Vision für Europa. Der Artikel unterstützt Sonneborns Darstellung seines Kampfes gegen den Rauswurf aus dem Parlament.
Porträt von Martin Sonneborn als Europa auf dem Stier
Porträt von Martin Sonneborn in der Mythologie-Rolle der Europa auf wildem Stier, mit Bierkrug und gut gelauntem Ausdruck, während eine zweite Europa-Figur am Boden dargestellt wird. Das Gemälde aus der Artlab-Galerie (Torstraße) verbindet klassische Mythologie humorvoll mit der Künstlerpersönlichkeit und reflektiert die kulturelle-politische Präsenz des Karikaturisten.
🗣 Martin Sonneborn erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:58:36 „In der Ausstellung, in der Torstraße, in der Artlab-Galerie gibt es ein Porträt, auf dem ich so einen Stier, also Europa, Reite und eine Europa am Boden noch. Und so ein Bierkrug schwenken, gut gelaunt auf einem wilden Stier.“
Auf die Frage, was er auf eine Plakatwand am Alexanderplatz schreiben würde, verweist Martin Sonneborn auf ein Porträt aus einer Ausstellung in der Artlab-Galerie in der Torstraße, das ihn als Europa auf einem Stier zeigt. Er wünscht sich, dieses Bild großformatig aufgezogen zu sehen.