Ranga Yogeshwar – Wie entkommen wir der Ohnmacht
Matze Hielscher & Gäste
Ranga Yogeshwar spricht über die Kraft des Selberdenkens, kulturelle Unterschiede zwischen Deutschland und Indien und seine Art, sich immer wieder in neue Themen zu vertiefen. Er beschreibt, wie er sich im Garten auf den Rücken legt, in den Himmel schaut und die Erde als Rucksack empfindet — und warum eine zivilisierte Gesellschaft sich daran messen lassen muss, wie sie mit den Schwächeren umgeht.
„Trau dich, selber zu denken. Die Kraft der eigenen Gedanken ist viel größer, als wir das oft denken.“
Erwähnte Medien (8)
Woyzeck
Georg Büchner
Büchners Klassiker folgt dem Soldaten Woyzeck, der sich in existenzieller Zerreißung befindet. Das Stück erkundet die Sehnsucht nach Heimat nicht als geografischer Ort, sondern als tiefe Suche nach Zugehörigkeit und Sinn inmitten innerer Leere.
🗣 Ranga Yogeshwar referenziert bei ⏱ 00:49:25 „Ich glaube, das Wort Heimat ist ein sehr romantisierendes. Weißt du, in Wojceks Büchner heißt es IG Heum. Das ist so diese Sehnsuchtsstätte nach irgendetwas. Also das ist viel mehr als nur Heimat im geografischen Sinne.“
Ranga Yogeshwar greift auf Büchners Theaterstück zurück, um den Begriff Heimat kulturgeschichtlich einzuordnen. Er zitiert den hessischen Dialektausdruck 'Heum' aus dem Stück, um zu zeigen, dass Heimat weit über einen geografischen Ort hinausgeht – es ist eine tiefe Sehnsucht nach Zugehörigkeit.
Tagesschau
· 1952
Die Tagesschau ist die älteste und populärste Nachrichtensendung Deutschlands.
🗣 Ranga Yogeshwar erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:47:28 „Es fängt an ein bisschen zu regnen, wir gehen rein, es war 20 Uhr, wir gucken die Tagesschau und irgendwann bei Minute 10 fing es an so stark zu regnen, dass das Satellitensignal abbrach.“
Ranga schildert den Abend der Flutkatastrophe 2021. Er und seine Frau schauten die Tagesschau, als der Starkregen so heftig wurde, dass das Satellitensignal abbrach – der Moment, in dem aus dem normalen Feierabend eine Katastrophe wurde, die sein eigenes Haus schwer beschädigte.
Maischberger
Sandra Maischberger
Deutsche Talkshow für aktuelle Diskussionen zu Politik, Gesellschaft und Kultur. Differenzierte Debatten mit prominenten Gästen zu komplexen Themen, geprägt von intellektueller Auseinandersetzung und kritischer Reflexion.
🗣 Ranga Yogeshwar erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:55:35 „Wir hatten mal eine Diskussion bei Maischberger. Und das war auch interessant, weil Talkshow im Vorfeld, da sitzen die Gäste da. Und dann kam Alice Weidel. Und alle verschränkte Arme. Ich bin aufgestanden, ich habe gesagt, was ist denn das?“
Ranga erzählt von einer Begegnung mit Alice Weidel bei der ARD-Talkshow Maischberger. Er beschreibt, wie er als einziger Gast aufstand und Weidel begrüßte, während alle anderen die Arme verschränkten – als Beispiel für seine Überzeugung, dass Dialog auch mit politisch Andersdenkenden möglich und nötig ist.
Offener Brief an Olaf Scholz gegen Waffenlieferungen an die Ukraine
Der Artikel behandelt einen offenen Brief an Bundeskanzler Scholz, der von Persönlichkeiten wie Daniela Dahn und Konstantin Wecker unterzeichnet wurde. Der Brief fordert die Einstellung der deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine. Der Unterzeichner Ranga war nicht nur Mitunterzeichner, sondern hat den Brief auch aktiv mitformuliert.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 02:01:05 „dass du diesen ersten Brief an Olaf Scholz eben keine Waffen an die Ukraine zu schicken unterschrieben hast. Nicht nur unterschrieben, ich habe ihn mitformuliert.“
Matze spricht Rangas Beteiligung am offenen Brief gegen Waffenlieferungen an die Ukraine an, Ranga betont, dass er ihn sogar mitformuliert hat
Offener Brief an den Bundeskanzler
Ranga Yogeshwar (Mitautor)
Ranga Yogeshwar hat den von ihm mitunterzeichneten Offenen Brief mehrerer Prominenter an Bundeskanzler Olaf Scholz verteidigt. Über einen Krieg könne kein Frieden geschaffen werden, unterstreicht der Wissenschaftsjournalist.
🗣 Ranga Yogeshwar referenziert bei ⏱ 02:04:33 „Ich habe irgendwann aus dieser Diskussion gesagt, ich bin ja niemand, der das entscheidet. Und ich habe gesehen, auch in der Vorbereitung, dass du diesen ersten Brief an Olaf Scholz eben keine Waffen an die Ukraine zu schicken unterschrieben hast. Nicht nur unterschrieben, ich habe mich formuliert, dass die mitformulieren.“
Matze spricht Ranga auf den bekannten offenen Brief an Bundeskanzler Scholz an, der gegen Waffenlieferungen an die Ukraine plädierte. Ranga stellt klar, dass er den Brief nicht nur unterschrieben, sondern aktiv mitformuliert hat und weiterhin dahintersteht. Als weitere Unterzeichner werden Richard David Precht und Juli Zeh erwähnt.
Times of India
Times of India ist eine führende englischsprachige Tageszeitung Indiens. Sie berichtet über gesellschaftliche Themen wie Frauenrechte, internationale Migration und politische Debatten in Indien und global.
🗣 Ranga Yogeshwar erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:18:03 „Ich habe letztens Times of India, da gab es sogar Inder, die hatten einen Job und sind plötzlich rekrutiert worden und dann völlig traumatisiert zurückgekommen, weil die nie Soldaten werden wollten.“
Im Kontext seiner Argumentation gegen den Ukraine-Krieg erwähnt Ranga einen Bericht aus der Times of India über indische Männer, die in Russland für Jobs angeworben und dann zum Militärdienst rekrutiert wurden. Er nutzt das Beispiel, um die weitreichenden und unerwarteten Opfer des Krieges zu verdeutlichen.
Emils Welt
Ranga Yogeshwar · 2023
"Digitalisierung" prägt alle Lebensbereiche: Arbeitswelt, Wissenschaft und Kultur, Freizeit und Kommunikation. Dies betrifft auch Religion und Lebensorientierung. Die Kirchen finden nicht erst seit der Pandemie in den digitalen Medien die Chance, den Menschen auf neue Weise nahe zu sein. Aber geht es nur um "neue Medien" oder brauchen wir ein neues Verständnis von Glaubensgemeinschaft? Was bedeuten Offenbarung, Seelsorge und Transzendenzerfahrung, wenn die meisten Menschen beständig Geräte mit s...
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 02:20:35 „Du hast einen Vortrag vor drei Jahren gehalten, Emils Welt. Also das ist, Emil ist einer deiner vier Enkel. Und ich habe den gehört von vor vier Jahren, das war gerade Corona und es ging viel um, wie werden wir leben in den Städten, wie werden wir vielleicht auch als Menschen vermessen werden, unsere Daten vielleicht hergeben, was für was Gutes, was nicht so Gutes.“
Matze spricht Rangas wiederkehrenden Vortrag an, der nach seinem Enkel Emil benannt ist. In dem Vortrag, den Matze während der Corona-Zeit gehört hat, ging es um Zukunftsfragen wie das Leben in Städten und den Umgang mit persönlichen Daten. Ranga bestätigt, dass er den Titel regelmäßig für Vorträge nutzt.
Upanishaden
Klassische altindische philosophische Schriften über die Natur des Selbst und der Wirklichkeit. Die Upanishaden erforschen das Auflösen von Identität und festen Gewissheiten durch poetische Metaphern — wie der Fluss, der seinen Namen verliert, wenn er ins Meer fließt — und behandeln zentrale Fragen von Existenz und spiritueller Einsicht.
🗣 Ranga Yogeshwar referenziert bei ⏱ 02:30:58 „Weißt du, in den Upanishaden gibt es irgendwo den schönen Satz, dass der Fluss verliert seinen Namen, wenn er ins Meer fließt. Und das ist... Also... Was ist er dann noch?“
Gegen Ende des Gesprächs zitiert Ranga aus den Upanishaden, den altindischen philosophischen Schriften, um seine zunehmende innere Offenheit und das Auflösen von Gewissheiten im Alter zu beschreiben. Das Bild vom Fluss, der seinen Namen verliert, wenn er ins Meer fließt, dient als Metapher für das Loslassen fester Identitäten.