Lanz & Precht – Bericht aus der Ukraine
#108

Bericht aus der Ukraine

Lanz & Precht / 29. September 2023 / 4 Medien

Markus Lanz & Richard David Precht

Markus Lanz meldet sich live aus einem Hotelzimmer in Kiew, wo er auf den nächtlichen Luftalarm wartet. Er beschreibt seine Reportagereise quer durch die Ukraine — von der polnischen Grenze mit ihrer amerikanischen Airbase bis in die Hauptstadt — und schildert, wie sehr ihn die Freundlichkeit und Offenheit der Menschen berührt, die trotz anderthalb Jahren Ausnahmezustand immer noch ein Lächeln übrig haben und sich aufrichtig für Deutschlands Hilfe bedanken.

„Was mich so beeindruckt ist, wie freundlich nach wie vor dieses Land ist. Du erlebst Menschen, die im Stress sind, die anderthalb Jahre jetzt Ausnahmesituationen leben und die trotzdem immer ein Lächeln für dich übrig haben.“
🗣 Markus Lanz

Erwähnte Medien (4)

Interview mit einer ukrainischen Psychologin

Interview mit einer ukrainischen Psychologin

Eine Psychologin erläutert die psychologischen Auswirkungen für Kinder, deren Väter im Krieg fallen oder abwesend sind. Sie warnt davor, dass Mütter verstorbene Partner unbewusst in ihren Kindern wiedersehen und diese als emotionale Kopie des verlorenen Mannes wahrnehmen. Dies kann erhebliche psychologische Folgen für die Entwicklung des Kindes haben, besonders im Kontext von Kriegstrauma und Trauer.

🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:09:58 „Dieser Tage ein sehr interessantes Interview mit einer Frau, ich habe eine Psychologin gelesen hier aus der Ecke, die sagte, wenn ein Kind zur Welt kommt und den Mann gibt es nicht mehr, den Vater gibt es nicht mehr, dann ist natürlich die Gefahr wahnsinnig groß, dass die Mutter diesen Jungen, der es dann möglicherweise ist, einfach als Kopie ihres verlorenen Mannes begreift.“

Lanz erzählt von einem jungen ukrainischen IT-Spezialisten und seiner Frau, die trotz des Krieges Kinder bekommen wollen. In diesem Zusammenhang verweist er auf ein Interview mit einer Psychologin, das er kürzlich gelesen hat und das die psychologischen Folgen für Kinder beschreibt, deren Väter im Krieg fallen. Weder Autorin noch Publikation werden genannt.

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Weiße Raben – Gestutzte Flügel

Weiße Raben – Gestutzte Flügel

Mira Lau · 2005

Dokumentarfilm über russische Veteranen des Tschetschenienkriegs und deren Kampf mit nicht verarbeiteten Kriegstraumata. Der Film begleitet Soldaten, die mit psychischen Folgen kämpfen, von denen einige in Kriminalität abgerutscht sind oder Suizid begangen haben. Ein düsteres, eindringliches Porträt der lebenslangen Konsequenzen von Kriegserfahrung.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:20:32 „Wir haben zweimal schon über den Film Weißer Raben geredet, der vom Tschetschenienkrieg handelte, diesmal von russischen Soldaten, die ihre Traumata nicht losgeworden sind, von denen einige kriminell geworden sind, andere später Suizid begangen haben und so weiter.“

Precht zieht eine Parallele zwischen den Kriegstraumata ukrainischer Soldaten, über die Lanz gerade aus Kiew berichtet, und dem Dokumentarfilm über russische Tschetschenien-Veteranen. Er nutzt den Film als Beleg dafür, dass Kriegstraumata tiefe, lebenslange Spuren hinterlassen – Kriminalität, Suizid, zerstörte Biografien. Der Film wurde offenbar bereits in früheren Folgen besprochen.

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F Kunst

Foto aus einem Folterkeller (Hakenkreuz auf dem Rücken eines ukrainischen Soldaten)

Soja Schuh

Die Fotografin Soja Schuh dokumentiert in ihrem Werk systematische Gewalt gegen ukrainische Soldaten. Das berühmte Foto zeigt einen ukrainischen Soldaten mit einem in den Rücken geritzten Hakenkreuz, aufgenommen in einem russischen Folterkeller. Die Aufnahme stammt bereits von 2014 und belegt damit, dass russische Misshandlungen lange vor der Invasion 2022 begannen. Das Werk dient als visuelles Zeugnis der jahrelangen militärischen Konfrontation zwischen Russland und der Ukraine.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:33:00 „Ich habe heute mit einer jungen Fotografin gesprochen. Soja Schuh, die ein berühmtes Foto gemacht hat. Und zwar ein Foto aus einem Folterkeller in Russland. Und du siehst den Rücken eines ukrainischen Soldaten und darauf ein Hakenkreuz geritzt. Und du denkst, es ist ein Foto aus diesem Krieg. Dieses Foto ist 2014 entstanden.“

Lanz berichtet aus der Ukraine und beschreibt ein berühmtes Foto der Fotografin Soja Schuh, das einen ukrainischen Soldaten mit einem eingeritzten Hakenkreuz auf dem Rücken zeigt – aufgenommen in einem russischen Folterkeller. Das Schockierende: Das Foto stammt nicht aus dem aktuellen Krieg, sondern bereits von 2014, was Lanz' Argument untermauert, dass die systematische Gewalt gegen Ukrainer weit vor der Invasion 2022 begann.

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The Road to Somewhere

The Road to Somewhere

David Goodhart · 2017

SUNDAY TIMES, GUARDIAN AND TELEGRAPH BOOKS OF THE YEAR 2017 'A provocative take on the UK's new tribal divisions ... a book whose timing is pitch-perfect' Andrew Marr Many Remainers reported waking up the day after the Brexit vote feeling as if they were living in a foreign country. In fact, they were merely experiencing the same feeling that many British people have felt every day for years.

🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:46:28 „Ist das nicht eher sozusagen die Zugehörigkeit zu einer globalen Kaste der Anywheres, zu denen die dazugehören, nicht der Somewheres, diese berühmte Unterscheidung.“

Precht greift die von David Goodhart geprägte Unterscheidung zwischen ‚Anywheres' (kosmopolitische, ortsungebundene Eliten) und ‚Somewheres' (lokal verwurzelte Menschen) auf. Er nutzt das Konzept, um Lanz' Beobachtung einzuordnen, dass junge ukrainische IT-Fachleute sich kaum von ihren Pendants in London oder New York unterscheiden – und fragt, ob das nicht ebenso für junge Russen in Moskau oder Minsk gelte.

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