Lanz & Precht – RAF
#132

RAF

Lanz & Precht / 15. März 2024 / 12 Medien

Markus Lanz & Richard David Precht

Ausgangspunkt ist die Festnahme der RAF-Terroristin Daniela Klette, die nach 30 Jahren Fahndung durch einen kanadischen IT-Spezialisten mit KI-Gesichtserkennung in 30 Minuten aufgespürt wurde — ein Treffen mit dem Investigativ-Podcaster Khesrau Behroz liefert den Anlass. Richard David Precht, 1977 gerade dreizehn geworden, erinnert sich an den Deutschen Herbst als Ende seiner Kindheit: Aufgewachsen im linken Elternhaus, wo links selbstverständlich gut war, zerbrach mit der RAF-Gewalt ein Weltbild.

„Für mich war das sowas wie in mehrfacher Hinsicht das Ende meiner Kindheit.“
🗣 Richard David Precht

Erwähnte Medien (12)

Monaco Franze – Der ewige Stenz

Monaco Franze – Der ewige Stenz

Helmut Dietl · 1983

Helmut Fischer in seiner Paraderolle als unwiderstehlicher Frauenliebling und sympathischer Schwerenöter: In der Serie "Monaco Franze - Der ewige Stenz" spielte er in den 1980er-Jahren den 50-jährigen Kriminalkommissar Franz Münchinger alias Monaco Franze.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:00:41 „Und es ist immer wieder Monaco-Franze. Man merkt, wie viel Lebensklugheit da drin steckt. Da steckt eine unheimliche Kontinuität drin. Die schöne Szene in der Polizeikantine. Weil das Essen ist immer anders, aber die Sauce ist immer gleich.“

Markus Lanz zitiert eine Szene aus der Kultserie Monaco Franze als Metapher für Kontinuität und Lebensklugheit. Er nutzt das Bild der Polizeikantine – das Essen wechselt, die Sauce bleibt gleich – als augenzwinkernde Überleitung zu Richard David Prechts gleichbleibendem Stil.

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Hunting Warhead

Hunting Warhead

Khesraw Beros

How do you take down a criminal network that’s hidden in the shadows? How do you rescue child abuse victims who could be anywhere in the world? Hunting Warhead follows the journalists and police on a global mission to expose the darkest corners of the internet. What they discover shocks them. Host Daemon Fairless tracks down the investigators, survivors and criminals themselves. A co-production of CBC Podcasts and the Norwegian newspaper VG.

🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:01:01 „Ich habe Keschrau Beros kennengelernt. Das ist ein preisgekrönter Podcaster. Und hatte unheimliche Freude an diesem Gespräch mit ihm, weil er erzählt hat, wie die Arbeiten gehen. Junger Kollege, die arbeiten sehr investigativ mit Hilfe von KI und Gesichtserkennung.“

Markus Lanz erzählt von seiner Begegnung mit dem investigativen Podcaster Khesraw Beros, dessen Team mithilfe von KI und Gesichtserkennung die Spur zur RAF-Terroristin Daniela Klette aufdeckte. Der konkrete Podcast-Titel wird nicht explizit genannt, aber Beros wird als preisgekrönter Podcaster vorgestellt, der investigativ mit KI arbeitet.

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1984

1984

George Orwell · 1949

George Orwells dystopischer Roman von 1949 schildert eine totalitäre Gesellschaft, in der der Staat jeden Aspekt des Lebens kontrolliert. Winston Smith versucht, sich gegen die allgegenwärtige Überwachung und Gedankenkontrolle aufzulehnen. Ein zeitloses Werk über Macht, Wahrheit und Freiheit.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:01:47 „Sebastian Fiedler auch da war, Kriminaler, der jetzt für die SPD im Bundestag sitzt und der sagte, es ist gut, dass die deutsche Polizei an dem Punkt weniger darf als ein kanadischer Journalist. Weil der Weg sozusagen rein in einen Staat, der dann alles weiß und im Grunde so die schlimmsten George Orwell Fantasien wahr werden lässt, der ist da nicht weit.“

Im Kontext der Diskussion über KI-gestützte Gesichtserkennung und den Fall Daniela Klette verweist Lanz auf George Orwells dystopische Visionen eines allwissenden Überwachungsstaates. Die Referenz dient als Warnung: Wenn die Polizei dieselben Werkzeuge nutzen dürfte wie private Ermittler, wäre der Weg zum Überwachungsstaat nicht weit.

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Väter der Klamotte

Väter der Klamotte

· 1973

Väter der Klamotte war eine Klamauk-Sendereihe, die größtenteils stumme Kurzfilmkomödien der 1910er- und 1920er-Jahre mit neuen, von Hanns Dieter Hüsch oder Hans Michael Rehberg gesprochenen deutschsprachigen Kommentaren und Dialogen präsentierte

🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:09:47 „Väter der Klamotte durften wir gucken. Es war zwar auch amerikanisch, aber irgendwie subversiv.“

Richard David Precht erzählt von seiner strengen linken Erziehung, in der amerikanische Serien und Cola verboten waren. Die Slapstick-Sendung Väter der Klamotte war eine der wenigen Ausnahmen, weil sie als subversiv genug galt. Markus Lanz erkennt das als wiederkehrendes Trauma-Thema bei Precht.

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Interview mit Robert Wolf

Interview mit Robert Wolf

Robert Wolf

Interview mit dem Historiker Robert Wolf über die Notstandsgesetze von 1968 und die damit verbundenen gesellschaftlichen Ängste. Wolf beleuchtet die politische Stimmung der 68er-Zeit und die Sorgen in der Bevölkerung vor einem Rückfall in faschistische Strukturen. Das Gespräch ordnet die historischen Debatten und Befürchtungen dieser Epoche ein.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:14:13 „Darauf hat der Historiker Robert Wolf in dieser Tage in einem sehr interessanten Interview hingewiesen, damals wurden natürlich genau das laut, was du sagst, dieser Verdacht, oh, jetzt werden sie wieder faschistisch, jetzt geht es wieder los.“

Markus Lanz verweist auf ein aktuelles Interview des Historikers Robert Wolf, das sich mit den Notstandsgesetzen von 1968 und der damaligen Angst vor einem Rückfall in faschistische Strukturen befasst. Das Interview wird als Beleg herangezogen, um die historische Stimmung der 68er-Zeit zu untermauern.

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Interviews mit Gerhard Baum

Interviews mit Gerhard Baum

Interviews mit dem früheren Bundesinnenminister Gerhard Baum, der über rechtsstaatliche Grenzüberschreitungen während des Deutschen Herbstes berichtet. Der Fokus liegt auf der Abhöraffäre in Stammheim und den institutionellen Grenzverletzungen dieser Epoche.

🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:20:03 „Ich habe dieser Tage mehrere Interviews mit Gerhard Baum gelesen. Schöne Grüße an der Stelle, der damals als Bundesinnenminister und auch als Staatssekretär.“

Markus Lanz erwähnt, dass er kürzlich mehrere Interviews mit dem ehemaligen Bundesinnenminister Gerhard Baum gelesen hat. Diese dienen ihm als Quelle für die Diskussion über die rechtsstaatlichen Grenzüberschreitungen während des Deutschen Herbstes, insbesondere die Abhöraffäre in Stammheim.

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Der Baader Meinhof Komplex

Der Baader Meinhof Komplex

Stefan Aust · 1985

Der Journalist, seinerzeit Drehbuchautor des äStammheimä-Films, bemüht sich, ein Kapitel der bundesdeutschen Zeitgeschichte dokumentarisch aufzuhellen: Wie war das mit Baader, Ensslin, Meinhof und den RAF-Aktivitäten zwischen 1970 und 1977? - Vgl. Kinofilm.

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:31:46 „Stefan Aust, der den Bader-Meinhof-Komplex geschrieben hat, der sich wie wenige andere mit dem Thema auskennt“

Lanz führt Stefan Aust als Experten für die RAF-Geschichte ein und verweist auf sein Standardwerk zum Thema

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konkret

konkret

Hermann L. Gremliza

"Vielleicht der größte Stilist des Landes": Hermann L. Gremliza, furioser Leitartikler und über fast ein halbes Jahrhundert lang Herausgeber von "konkret", ist mit 79 Jahren gestorben.

🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:32:06 „Der ja in den 60er Jahren mit Ulrike Meinhof, eine ganz zentrale Figur, der Gründungs-RAF, gemeinsam gearbeitet hat. Die war journalistisch tätig, die haben dafür konkret geschrieben. Ein linkes Magazin.“

Lanz erwähnt das linke Magazin 'konkret', für das Stefan Aust und Ulrike Meinhof in den 1960er Jahren gemeinsam gearbeitet haben. Die Erwähnung dient als biografischer Hintergrund, um die persönliche Verbindung zwischen Aust und Meinhof zu verdeutlichen, bevor Meinhof zur RAF-Mitgründerin wurde.

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Das RAF-Phantom

Das RAF-Phantom

· 2008

Das RAF-Phantom – Wozu Politik und Wirtschaft Terroristen brauchen ist ein 1992 bei Droemer Knaur erschienenes Buch über die dritte Generation der Roten Armee Fraktion (RAF). Die Verfasser Gerhard Wisnewski, Wolfgang Landgraeber und Ekkehard Sieker bestreiten die Existenz der RAF ab Mitte der 1980er Jahre und behaupten, die Terroranschläge ab 1985, zu denen sich die RAF bekannt hat und die ihr von der zeithistorischen Forschung zugerechnet werden, seien Aktionen westlicher Geheimdienste unter fa...

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:34:56 „1992 erschien ein Buch, was damals für sehr großes Aufsehen erregt hat und was ein Lieblingsbuch vieler Linker wurde. Nämlich die Thesen, die da drin standen, haben den Linken sehr, sehr gut gefallen. 1992 erscheint das RAF-Phantom. Zwei Journalisten schreiben das und sagen, diese dritte Terroristengeneration existiert nicht.“

Precht erläutert die These des Buches, wonach die dritte RAF-Generation nicht existiert habe und die ihr zugeschriebenen Morde in Wahrheit von Verfassungsschutz und CIA verübt worden seien. Er erklärt, warum das Buch bei Linken so populär war: Es hätte sie von der Mitverantwortung für die Morde der dritten Generation entlastet. Precht stellt die These des Buches dann der realen Festnahme von Daniela Klette gegenüber.

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Artikel über Alfred Herrhausen

Artikel über Alfred Herrhausen

Carolin Emcke

Carolin Emcke, renommierte Journalistin, beschäftigt sich in einem neuen Buch mit der Ermordung ihres Patenonkels Alfred Herrhausen durch RAF-Terroristen während des Deutschen Herbsts. Sie war damals 22 Jahre alt. Der ZEIT-Artikel präsentiert ein Interview, in dem Emcke ihre Perspektive als Angehörige eines Opfers schildert und die Forderung erhebt, dass die Täter endlich sprechen und Aufklärung über die politisch motivierten Morde geben sollten. Das Thema berührt das bis heute ungeklärte Leid von Hinterbliebenen, die Jahrzehnte nach den Attentaten des Deutschen Herbsts keine abschließende Aufklärung und Gerechtigkeit erhalten haben.

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:43:20 „Auch wenn man den Text von Caroline Emke liest, die Patentochter von Alfred Herrhausen, ist ein unglaublicher Text, den sie in der Zeit veröffentlicht hat. Vor einiger Zeit. Die Leute wollen wissen, was mit ihren Angehörigen, was mit ihrem Patenonkel, was mit ihren Eltern, mit ihrem Vater und so weiter.“

Lanz erwähnt einen ZEIT-Artikel von Carolin Emcke über ihren Patenonkel Alfred Herrhausen, der von der RAF ermordet wurde. Er beschreibt den Text als 'unglaublich' und nutzt ihn als Beleg für das Leid der Hinterbliebenen, die bis heute keine Aufklärung über die Morde erhalten haben.

Zum Artikel bei ZEIT Online Details
Stumme Gewalt

Stumme Gewalt

Carolin Emcke · 2009

Am 30. November 1989 wurde der Vorstandssprecher der Deutschen Bank Alfred Herrhausen in Bad Homburg mit einer Sprengladung getötet – einer der letzten Morde der Rote Armee Fraktion. Achtzehn Jahre lang hat die Journalistin und Autorin Carolin Emcke geschwiegen zu dem Terror der RAF und damit auch über das Attentat an ihrem Patenonkel Alfred Herrhausen.

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:45:11 „Karolin Imke hat das auch so geschrieben, gibt ein tolles Buch von ihr auch zu dem Thema, Stumme Gewalt und sagt sie kaum jemand, der nicht Opfer dieser stummen Gewalt geworden ist und ich finde das trifft es so perfekt. Eine stumme Gewalt. Keiner redet, keiner sagt irgendwas.“

Lanz empfiehlt Emckes Buch als eindringliche Beschreibung des Leidens der RAF-Opfer-Angehörigen. Der Begriff 'stumme Gewalt' beschreibt das jahrzehntelange Schweigen der Täter, das die Hinterbliebenen quält. Lanz liest anschließend eine bewegende Passage daraus vor, in der Emcke als Patentochter von Alfred Herrhausen beschreibt, dass sie keine Reue, sondern die Geschichte der Täter braucht, um den Mord verarbeiten zu können.

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Die bleierne Zeit

Die bleierne Zeit

Margarethe von Trotta · 1981

Marianne und Juliane sind Schwestern. Geboren im Krieg und aufgewachsen in der „bleiernen Zeit“ der 50er-Jahre kämpfen beide im Zuge der 68er-Bewegung für gesellschaftliche Veränderungen. Doch ihre Wege sind so unterschiedlich, dass sie zu Gegnerinnen werden. Während sich Juliane als Redakteurin einer feministischen Frauenzeitschrift engagiert, schließt sich Marianne einer Untergrundorganisation an.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:49:45 „Es gibt ja den sehr schönen Begriff, die bleiernde Zeit, in ihrer ganzen Doppeldeutigkeit, vom Munitionsblei bis zu der bleiernden Stimmung.“

Precht verwendet den Begriff 'die bleierne Zeit' zur Beschreibung der Atmosphäre in Deutschland während der RAF-Jahre. Der Ausdruck ist untrennbar mit Margarethe von Trottas gleichnamigem Film von 1981 verbunden, auch wenn Precht ihn hier primär als geflügeltes Wort für die bedrückende Stimmung der Epoche nutzt.

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