Lanz & Precht – Volkssport Gruenen-Bashing
#141

Volkssport Gruenen-Bashing

Lanz & Precht / 17. Mai 2024 / 11 Medien

Markus Lanz, Richard David Precht

Was mit Meerfenchel, uigurischer Minze und der Austernpflanze beginnt — Precht hat seine Terrasse in Blau-Grau-Silber begrünt und schwärmt von essbaren Kräutern, die kaum jemand kennt — mündet schnell in die Frage, warum die Grünen zum Sündenbock der Nation geworden sind. Ob schwächelnde Wirtschaft, Inflation oder Flüchtlingszahlen: Für alles werden wahlweise die Grünen oder die AfD verantwortlich gemacht, und Politiker beider Parteien sind überproportional von Gewalt betroffen.

„Es gibt einen neuen Volkssport, Grünen-Bashing. Es gibt kaum ein echtes oder irgendwie auch nur gefühltes Problem, ob das jetzt die schwächelnde Wirtschaft ist, die Inflation, die Flüchtlingszahlen, das Erstarken der AfD — im Grunde sind an allem immer die Grünen schuld.“
🗣 Markus Lanz

Erwähnte Medien (11)

A Studie

Allensbach-Analyse zur Parteienbewertung

Das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) ist eine etablierte Forschungseinrichtung, die ihre Umfrageergebnisse durch verschiedene Publikationskanäle der Öffentlichkeit zugänglich macht. Ein Kernkanal sind monatliche Analysen zu gesellschaftlichen und politischen Themen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, für die ausführliche Dokumentationen mit vollständigen Tabellenbelegen erstellt werden. Das Institut publiziert zudem einzelne Studienberichte, unregelmäßig erscheinende Kurzberichte zu überraschenden Ergebnissen und Jahrbücher, die mehrere Jahrzehnte der deutschen Geschichte dokumentieren. Die jährliche Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) stellt ein weiteres wichtiges Publikationsformat dar. Allensbacher Befragungsergebnisse finden sich auch in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und der WirtschaftsWoche.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:06:55 „Allensbach, 2019. Da war in einer Analyse von Allensbach, waren die Grünen, 2019, die mit Abstand am positivsten bewertete Partei. 2023 wurden sie dann am zweitschlechtesten bewertet.“

Lanz verweist auf eine Allensbach-Umfrage, die den dramatischen Ansehensverfall der Grünen zwischen 2019 und 2023 belegt

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FAZ-Artikel zur Allensbach-Analyse

FAZ-Artikel zur Allensbach-Analyse

Der Artikel berichtet über Ergebnisse der Allensbach-Umfrage zur Bewertung von Politikern und Parteien. Laut der Umfrage wünschen sich Bürger mehr Planbarkeit und Verlässlichkeit von der Regierung. Die FAZ ordnet die Umfragedaten ein und zeigt, welche Parteien und Politiker am schlechtesten bewertet wurden.

🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:06:55 „Du ahnst, wer am schlechtesten bewertet wurde, ist ein FAZ-Stück dazu gewesen.“

Lanz verweist auf einen FAZ-Artikel, der die Allensbach-Daten zur Parteienbewertung aufbereitet hat

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Allensbach-Analyse zur Parteienbewertung

Allensbach-Analyse zur Parteienbewertung

Eine Allensbach-Umfrage zeigt den dramatischen Imageverfall der Grünen zwischen 2019 und 2023. Waren sie 2019 noch die mit Abstand am positivsten bewertete Partei in Deutschland, rutschten sie bis 2023 auf den zweitletzten Platz ab. Nur eine Partei wurde noch schlechter bewertet. Die Analyse belegt einen fundamentalen Stimmungswandel in der Bevölkerung gegenüber den Grünen innerhalb weniger Jahre.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:06:56 „Allensbach, 2019. Da war in einer Analyse von Allensbach, waren die Grünen, 2019, die mit Abstand am positivsten bewertete Partei. 2023 wurden sie dann am zweitschlechtesten bewertet. Du ahnst, wer am schlechtesten bewertet wurde, ist ein FAZ-Stück dazu gewesen.“

Lanz verweist auf eine Allensbach-Umfrage, die in der FAZ veröffentlicht wurde, um den dramatischen Ansehensverfall der Grünen mit Zahlen zu belegen. Die Analyse zeigt den Absturz von der positivst bewerteten Partei 2019 zur zweitschlechtesten 2023 — ein Beleg für den Stimmungswandel, der im Gespräch über Grünen-Bashing diskutiert wird.

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Die Grünen als Sündenbock

Die Grünen als Sündenbock

Bernd Ulrich

Der Artikel analysiert, warum die Grünen in der öffentlichen Debatte zum Sündenbock gemacht werden. Nach Bernd Ulrich liegt die intensive Kritik nicht primär an konkreten Fehlern der Partei, sondern daran, dass sie unbequeme Realitäten wie den Klimawandel verkörpert. Die Gesellschaft wehrt sich gegen die Grünen als Träger dieser unbequemen Wahrheiten, denen sie sich lieber nicht stellen möchte.

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:13:27 „Es ist wahr, die Grünen sind teilweise ideologisch, sie pflegen mitunter einen nervigen Habitus. Und sie hätten diese drei verdammten Atomkraftwerke einfach weiterlaufen lassen sollen. Aber, dass sie derart angefeindet werden, liegt nicht in erster Linie an ihnen. Es liegt daran, dass all jene Realitäten durch sie hindurchschimmern, denen sich diese Gesellschaft bisher nicht wirklich stellen will.“

Markus Lanz zitiert ausführlich aus einem Artikel von Bernd Ulrich, Zeitautor, der analysiert, warum die Grünen so stark angefeindet werden. Die zentrale These: Die Grünen werden nicht primär für ihre Fehler attackiert, sondern weil sie unbequeme Realitäten wie den Klimawandel verkörpern, denen sich die Gesellschaft nicht stellen will. Precht stimmt der These im Kern zu, schränkt aber ein, dass sie nicht für alle grünen Themen gleichermaßen gelte.

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Artikel über die Grünen als Sündenbock

Artikel über die Grünen als Sündenbock

Bernd Ulrich

Bernd Ulrich analysiert, warum die Grünen zur bevorzugten Zielscheibe gesellschaftlicher Aggressionen geworden sind. Die Partei wird für Probleme verantwortlich gemacht, die weit über ihren tatsächlichen politischen Einfluss hinausgehen. Ulrich argumentiert, dass diese Sündenbock-Funktion ein Symptom tieferer gesellschaftlicher Spannungen und Orientierungslosigkeit ist. Der Artikel hinterfragt, ob die heftigen Anfeindungen sachlich begründet sind oder eher psychologisch-politische Projektionen darstellen.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:13:44 „Die Frage ist, ob jemand wie Bernd Ulrich, Richard, Zeitautor, der immer wieder sehr originell schreibt, ob der recht hat, wenn er folgendes sagt“

Lanz zitiert ausführlich einen ZEIT-Artikel von Bernd Ulrich über die Anfeindungen gegen die Grünen und deren Rolle als gesellschaftlicher Sündenbock

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Shell-Report zum Klimawandel (1988)

Shell-Report zum Klimawandel (1988)

Vertraulicher Forschungsbericht von Shell-Wissenschaftlern (1988) zur Analyse der Treibhausgasfolgen fossiler Energieverbrennung. Die Studie dokumentierte detaillierte wissenschaftliche Erkenntnisse über den Klimawandel, die Shell intern bekannt waren, aber nicht öffentlich machte.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:28:45 „wo sie unter anderem eine vertrauliche Shell-Studie zitiert, die zeigt, dass die schon vor 30 Jahren im Detail über den Treibhauseffekt eigentlich Bescheid wussten und schwiegen“

Lanz beschreibt eine vertrauliche Shell-Studie von 1988, in der konzerneigene Wissenschaftler die Folgen der Verbrennung fossiler Energien detailliert darlegten

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K Buch

Die Klimalüge

Stella Levantesi

Die italienische Journalistin Stella Levantesi dokumentiert, wie die Öl- und Gasindustrie bereits seit den 1980er Jahren über den Klimawandel Bescheid wusste, ihre Erkenntnisse aber bewusst unterdrückte. Basierend auf vertraulichen Unternehmensunterlagen wie einer Shell-Studie von 1988 zeigt das Werk, wie Konzerne Desinformationskampagnen betrieben, um wissenschaftliche Fakten zu verschweigen.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:33:08 „Es gibt ein neues interessantes Buch von einer italienischen Journalistin, Stella Levantesi, ich weiß nicht genau, wie man sie ausspricht, »Die Klimalüge«, wo sie genau das beschreibt und wo sie unter anderem eine vertrauliche Shell-Studie zitiert, die zeigt, dass die schon vor 30 Jahren im Detail über den Treibhauseffekt eigentlich Bescheid wussten und schwiegen.“

Lanz bringt das Buch als Beleg dafür, dass Öl- und Gaskonzerne seit Jahrzehnten über den Klimawandel Bescheid wussten und die Erkenntnisse bewusst unterdrückten. Er nutzt es als Ausgangspunkt für eine ausführliche Darstellung der Shell-Studie von 1988 und der systematischen Klimaleugnung durch die fossile Industrie. Das Buch dient ihm als zentrale Quelle für die These, dass die heutige Klimadebatte durch gezielte Desinformation vergiftet wurde.

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S Studie

Shell-Report zum Klimawandel

Shell (Arbeitsgruppe Treibhauseffekt)

Vertraulicher Forschungsbericht des Ölkonzerns Shell von 1988, verfasst von sechs Konzernwissenschaftlern. Der 31-seitige Report dokumentiert präzise die Folgen der Verbrennung fossiler Energien – vom Korallenriffsterben bis zum Meeresspiegelanstieg – und gilt als Beweis für die frühe Kenntnis und bewusste Vertuschung von Klimawandel-Erkenntnissen durch die fossile Industrie.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:34:03 „Und das Interessante ist, dass dieser alte Bericht von 88, der ist jetzt wieder aufgetaucht, kann man einsehen im Netz zu sehen. Und wenn du diesen sogenannten Shell-Report zum Klimawandel mal liest, dann hast du 31 Seiten richtige Schockerlektüre plus Anhang. Da wird sehr hellsichtig und in glasklarer Sprache von diesen Konzernforschern ohne einen Anflug von Zweifel dargelegt, was bei der Verbrennung von fossilen Energien passiert.“

Lanz beschreibt ausführlich den vertraulichen Shell-Bericht von 1988, der von sechs konzerneigenen Wissenschaftlern verfasst wurde. Der Bericht sagte auf 31 Seiten präzise die Folgen des Klimawandels voraus – vom Absterben der Korallenriffe bis zum steigenden Meeresspiegel – doch die Shell-Manager ignorierten die Erkenntnisse. Lanz nutzt den Bericht als Beweis für die bewusste Vertuschung durch die fossile Industrie.

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Strategiepapier zur Klimakommunikation für die Republikanische Partei

Strategiepapier zur Klimakommunikation für die Republikanische Partei

Frank Luntz · 2012

Despite three decades of scientists' warnings and environmentalists' best efforts, the political will and public engagement necessary to fuel robust action on global climate change remain in short supply. Katharine K. Wilkinson shows that, contrary to popular expectations, faith-based efforts are emerging and strengthening to address this problem. In the US, perhaps none is more significant than evangelical climate care.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:39:05 „Es gibt ein bekanntes Strategiepapier für die Republikanische Partei, das später dann durch einen Leak öffentlich geworden ist. Da hat er damals die Republikaner davor gewarnt, dass sie die Debatte um Umweltfragen sozusagen verloren haben. Und dann hat er denen geraten, ihre Anstrengungen zu intensivieren, den wissenschaftlichen Konsens einfach zu leugnen.“

Lanz beschreibt das 2002 verfasste und später geleakte Strategiepapier des Meinungsforschers Frank Luntz, in dem dieser den Republikanern riet, den wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel gezielt infrage zu stellen. Luntz empfahl, das ‚Fehlen wissenschaftlicher Sicherheit' zum Kernaspekt der Debatte zu machen. Lanz zieht die Parallele zu heutigen Argumentationsmustern, die er bei AfD-Politikern und in Fernsehdiskussionen wiedererkennt.

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Wandel durch Annäherung

Wandel durch Annäherung

Egon Bahr · 1991

„Wandel durch Annäherung“ ist ein politisches Konzept, das in der Bundesrepublik Deutschland im Kalten Krieg im Zuge der „neuen Ostpolitik“ zum Tragen kam. Die Formulierung und auch die Erarbeitung gehen zurück auf den Leiter des Presse- und Informationsamtes des Landes Berlin, den SPD-Politiker Egon Bahr.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:43:14 „Oder ich denke an Wandel durch Annäherung, wie das damals hieß. Zwischen den politischen Systemen, die Welt im Wandel.“

Precht diskutiert die sprachliche Verharmlosung des Begriffs 'Klimawandel' und zieht als Vergleich Egon Bahrs berühmtes politisches Konzept heran, um zu zeigen, dass das Wort 'Wandel' positiv und harmlos konnotiert ist – im Gegensatz zur tatsächlichen Klimakatastrophe.

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Anhörung im US-Senat zum Klimawandel

Anhörung im US-Senat zum Klimawandel

Frank Luntz · 2024

Politische Themen mit wissenschaftlichem Bezug werden medial immer präsenter. In Talkshows, Zeitungen und politischen Beratungsgremien finden oft Expertinnen und Experten mit Physikausbildung Gehör. Egal, ob es um Klimawandel, Finanzmarktcrashs, Pandemiepolitik oder erneuerbare Energien geht: wir müssen den Aussagen dieser Expertinnen und Experten blind vertrauen, wenn wir selbst kein Fachwissen besitzen.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:43:47 „2019 hat derselbe Mann dann bei einer Anhörung im US-Senat zugegeben, dass er bei seinen Aussagen falsch gelegen hat, dass er das absichtlich auch so formuliert hat und so weiter und hat damals Politiker aufgefordert, seine eigenen Ratschläge bitte nicht mehr zu beherzigen.“

Lanz berichtet über Frank Luntz' Kehrtwende 2019, als dieser vor dem US-Senat einräumte, dass seine früheren Empfehlungen zur Leugnung des wissenschaftlichen Klimakonsenses falsch waren. Danach wechselte Luntz die Seiten und beriet ein Klimakomitee der Demokraten.

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