Erst das Land dann die Partei
Markus Lanz & Richard David Precht
Die Episode beginnt mit der Enthüllung von Prechts legendärer Kemenate auf Social Media — zur Freude der Fans, aber zum Leidwesen des Geheimnisses. Nach einer kulinarischen Liebeserklärung an den Salzburger Koch Sepp Schellhorn und dessen Einladung zum Kochen wendet sich das Gespräch der großen Frage zu: Was haben sie da gerade in Berlin angerichtet?
„Ich finde ja immer, dass ein Geheimnis hundertmal spannender ist als seine Auflösung.“
Erwähnte Medien (6)
Sepp, was machst du?
Sepp Schellhorn
Kochbuch des österreichischen Spitzenkochs mit Fokus auf feine österreichische Küche. Das Werk verbindet traditionelle Gourmetrezepte mit der politisch engagierten Philosophie des Autors, der auch vegetarische Ansätze ernst nimmt und in der gehobenen Gastronomie Kontinuität bewahrt.
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:01:58 „Er hat uns dann wiederum erwähnt und hat sich offenbar sehr gefreut, hat mir ein schönes Kochbuch zugeschickt, das bescheidenerweise heißt, Sepp, was machst du? Und darunter ein richtig gutes Kochbuch.“
Markus Lanz erzählt, dass der österreichische Koch Sepp Schellhorn ihm nach einer früheren Erwähnung im Podcast sein Kochbuch geschickt hat. Lanz schätzt Schellhorn als politisch engagierten Koch, der aus der feinen österreichischen Küche kommt und Vegetarismus zwar belächelt, aber insgeheim auch ernst nimmt.
Lindner-Papier
Christian Lindner
Positionspapier zur Wirtschaftspolitik von Christian Lindner, das wirtschaftliches Wachstum und Stabilisierung in den Vordergrund stellt. Das Papier betont pragmatische wirtschaftliche Reformen gegenüber dem Klimafokus der Grünen und war zentral für den Bruch der Ampelkoalition.
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:16:44 „Wenn man jetzt mit Friedrich Merz für den Klima überhaupt kein Thema ist, wo es jetzt darum geht, die Wirtschaft ordentlich wieder flott zu machen, also auch eine Politik zu machen, die nicht so ganz weit entfernt ist von dem Lindner-Papier.“
Precht verweist auf das politische Positionspapier von Christian Lindner, das maßgeblich zum Bruch der Ampelkoalition beigetragen hat. Er nutzt es als Referenzpunkt, um zu zeigen, dass die wirtschaftspolitische Ausrichtung einer möglichen CDU-geführten Regierung nicht weit von Lindners Vorstellungen entfernt wäre, und argumentiert, dass die Grünen in einer solchen Koalition erneut ihre Klimaziele nicht durchsetzen könnten.
Maybrit Illner
Maybrit Illner · 1999
Polit-Talk zu aktuellen Themen moderiert von Maybrit Illner.
🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:19:40 „Und dann sitzt Friedrich Merz bei Maybrit Illner, schöne Grüße an Maybrit an der Stelle, und sagt, diese Windräder, die werden wir dann irgendwann auch mal abbauen, weil die sind außerdem hässlich.“
Lanz verweist auf einen Auftritt von Friedrich Merz in der ZDF-Talkshow Maybrit Illner, um den Widerspruch zwischen Merz' öffentlicher Rhetorik zur Atomkraft und Windenergie und seinen tatsächlichen Aussagen auf einem CDU-internen Symposium aufzuzeigen.
Grundsatzprogramm der CDU
CDU · 2004
Die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) ist eine zwischen 1945 und 1950 gegründete, christdemokratische, konservative und wirtschaftsliberale (Sammlungs-)Partei in Deutschland. Sie wird im politischen Spektrum mitte-rechts verortet. Im Verbund mit ihrer Schwesterpartei, der Christlich-Sozialen Union (CSU), wird die nach Mitgliedern größte deutsche Partei (Stand 2024) auch als „Union“ bezeichnet.
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:22:16 „Und jetzt habe ich mir das Parteiprogramm und das Grundsatzprogramm der CDU angeguckt und geschaut, was sind die Ideen, ein System, das offensichtlich völlig an die Wand fährt, zu reformieren. Und da kommt als Vorschlag zusätzlich eine kapitalgedeckte Rentenversicherung abzuschließen.“
Precht berichtet, dass er das CDU-Grundsatzprogramm studiert hat, um deren Vorschläge zur Rentenreform zu prüfen. Er kritisiert die darin enthaltenen Ideen als unzureichend und vergleicht sie mit älteren Vorschlägen von Wolfgang Schäuble.
World Energy Outlook (Präsentation der Internationalen Energieagentur)
IEA-Präsentation zur globalen Energiewende, die zeigt, dass Wind- und Solarenergie weltweit boomen und eine Trendwende einleiten. Die Studie untersucht die Expansion erneuerbarer Energien und prognostiziert, dass China bis 2030 durch Solarstrom allein den gesamten US-Strombedarf decken könnte.
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:36:43 „In dem Zusammenhang, das ist fast untergegangen, deswegen sage ich es einmal an der Stelle, gab dieser Tage eine große Präsentation der Internationalen Energieagentur. Und die glauben tatsächlich, dass wir an einem Punkt sind, an dem die Trendwende tatsächlich kommt, weil die Stromproduktion aus Wind- und Sonnenkraft weltweit boomt.“
Lanz referiert ausführlich die Ergebnisse einer aktuellen IEA-Präsentation zur globalen Energiewende. Er hebt hervor, dass China allein mit Solarstrom bis 2030 rechnerisch den gesamten US-Strombedarf decken könnte, und ordnet die Zahlen in die Klimadebatte ein, die Precht zuvor als vernachlässigtes Jahrhundertproblem beschrieben hatte.
Volker-Wissing-Interview in der Zeit
Volker Wissing erläutert in einem Zeit-Interview, warum er als FDP-Minister im Kabinett verblieb, nachdem andere Parteikollegen ausgetreten sind. Der ehemalige Ampel-Architekt begründet seine Entscheidung mit dem Prinzip, dass die Verantwortung für das Land vor Parteiräson steht. Das Interview analysiert Wissings Charakter als pflichtbewussten Politiker und beleuchtet die strategischen Fehler der FDP beim Scheitern der Koalition.
🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:43:21 „Und der sagt ein paar ganz klare und eindeutige Sätze in einem Interview, sehr lesenswert, bei den Kollegen der Zeit. Bei meiner Entscheidung, das Amt fortzuführen, habe ich mich vom Grundsatz leiten lassen, erst das Land, dann die Partei.“
Lanz empfiehlt ein Zeit-Interview mit Volker Wissing, in dem dieser seinen Verbleib im Kabinett nach dem Austritt aller anderen FDP-Minister erklärt. Lanz zitiert daraus wörtlich und nutzt es als Ausgangspunkt für ein ausführliches Porträt Wissings als pflichtbewussten, kalvinistisch geprägten Politiker, der Parteiräson hinter Verantwortung zurückstellt.