ZEIT Bühne – You can write mails with Rock 'n' Roll, but not fiction
#043

You can write mails with Rock 'n' Roll, but not fiction

ZEIT Bühne / 23. Juni 2023 / 9 Medien

Roman Pletter, Volker Weidermann & T. C. Boyle

Volker Weidemann trifft T. C. Boyle vor mehr als 1.000 Zuschauern im Audimax der Universität Hamburg anlässlich von Boyles neuem Roman »Blue Skies«. Darin beschreibt Boyle eine Familie zwischen Kalifornien und Florida, die in einer Welt lebt, in der Insekten tot vom Himmel fallen und invasive Arten die Kontrolle übernehmen — eine Welt, die erschreckend nahe an seinen Science-Fiction-Roman »A Friend of the Earth« von 2000 herangerückt ist. Die Themen suchen T. C. Boyle, nicht umgekehrt: Biologen, die mit ihren alarmierenden Forschungsergebnissen auf taube Ohren stoßen, inspirierten ihn zu diesem Buch über das neue Normal.

„Der grauenvolle Zustand der Welt, das ist das neue Normal.“
🗣 Volker Weidemann

Erwähnte Medien (9)

Krefelder Studie zum Insektensterben

Krefelder Studie zum Insektensterben

Krefelder Entomologischer Verein

Die Langzeitstudie des Krefelder Entomologischen Vereins dokumentiert den dramatischen Rückgang fliegender Insektenpopulationen über Jahrzehnte. Zentrales Ergebnis: Ein Verlust von etwa 80 Prozent in der Insektenbiomasse. Die Studie zeigt die katastrophalen Auswirkungen von Umweltveränderungen auf die Nahrungskette.

🗣 T. C. Boyle zitiert daraus bei ⏱ 00:13:58 „Eine andere Sache, die dieses Buch motiviert hat, war ein Bericht im Jahr 2017 oder so von der Greffald Society, einer deutschen entomologischen Amateur-Sozietät, die Insekten-Populationen, fliegende Insekten, seit vielen, vielen Jahren betrachtet hat. Und es gab einen katastrophalen Verlust, einen Verlust von 80 Prozent in fliegenden Insekten.“

Boyle nennt die Langzeitstudie des Krefelder Entomologischen Vereins als eine der konkreten Inspirationen für Blue Skies. Der dramatische Rückgang von 80 Prozent bei fliegenden Insekten habe ihn zum Nachdenken gebracht, was passiert, wenn der Boden der Nahrungskette wegbricht – und dieses Alarmgefühl habe er in einen Roman verwandeln müssen.

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Frank Lloyd Wright - George Stewart House (Butterfly Woods)

Frank Lloyd Wright - George Stewart House (Butterfly Woods)

Frank Lloyd Wright

Das George Stewart House in Südkalifornien ist Frank Lloyd Wrights erste kalifornische Residenz von 1909 und ein einzigartiges Beispiel seiner Designphilosophie, wonach die natürliche Umgebung als zentrales Gestaltungselement fungiert. Konstruiert aus Redwood und in native Wälder integriert, verkörpert es Wrights Überzeugung, dass Natur statt Kunstwerke den Raum definieren sollte. Das Haus zeigt die innovative Architektur des frühen 20. Jahrhunderts und bleibt ein bedeutendes Zeugnis organischen Bauens.

🗣 T. C. Boyle referenziert bei ⏱ 00:34:01 „This is his first California house, the only prayer-style house west of the Rockies. It's made entirely of redwood and it is standing in a native woods, so it's very vulnerable to fire.“

Boyle beschreibt sein Zuhause, ein von Frank Lloyd Wright 1909 entworfenes Haus namens 'Butterfly Woods' in Südkalifornien. Er erklärt Wrights Designphilosophie – keine Bilder an den Wänden, stattdessen die Natur als Bild – und erzählt, dass er dort seit 30 Jahren lebt.

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When the Killing's Done (Wenn das Schlachten vorbei ist)

When the Killing's Done (Wenn das Schlachten vorbei ist)

T. C. Boyle · 2012

The island of Anacapa, off the coast of California, is overrun with black rats which are threatening the ancient population of ground-nesting birds. Alma Boyd Takesue of the National Park Service is campaigning to exterminate them once and for all, but her systematic plan is in danger of sabotage by two notorious environmental activists, Anise Reed and Dave LaJoy.

🗣 T. C. Boyle referenziert bei ⏱ 00:39:04 „Wenn der Schlacht in Vorbeist, you may know my book about the invasive species on the Channel Islands, California Channel Islands. Wir bringen Tiere in Orte, in denen sie nicht gehören.“

Boyle verweist auf seinen Roman über invasive Arten auf den kalifornischen Channel Islands, als er über seine Faszination für Schlangen und invasive Spezies spricht. Das Buch wird als thematischer Vorläufer von 'Blue Skies' positioniert.

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Frage 62

Frage 62

T. C. Boyle · 2012

Ein entlaufener Tiger in einem Vorgarten und eine verwitwete Altenpflegerin, die sich mit einem vagabundierenden Katzenhasser einlässt. T. C. Boyle At His Best.

🗣 T. C. Boyle referenziert bei ⏱ 00:39:16 „Aber auch, wenn man sich daran erinnert, manche von euch kennen eine Geschichte von mir von einigen Jahren her, und die heißt Frage 62. Frage 62 war eine Vorschläge im Staate Wisconsin für die Verteidigung von Votern. Sollten Katzen, alle Katzen, alle Hauskatzen, die außerhalb des Hauses gesehen werden, geschossen und getötet werden, ohne Abstand?“

Boyle erzählt von seiner Kurzgeschichte 'Frage 62', die auf einer realen Abstimmung in Wisconsin basiert, ob freilaufende Hauskatzen als invasive Spezies abgeschossen werden dürften. Er nutzt das Beispiel, um seine Faszination für invasive Arten und deren Auswirkungen auf die Umwelt zu illustrieren.

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Paul Klee-Druck

Paul Klee-Druck

Paul Klee

Ein Paul Klee-Druck, dessen abstrakte Formen und Farbtöne in der Romanlesung »Blue Skies« als künstlerisches Gegenstück zur lebenden Schlange Willi interpretiert werden. Das Kunstwerk verkörpert die künstlerische Gegenwart, während die Schlange das lebendige, dynamische Pendant darstellt – eine poetische Gegenüberstellung von statischer Kunst und lebender Natur.

🗣 T. C. Boyle zitiert daraus bei ⏱ 00:41:52 „dass, wie er jetzt einfiel, perfekt zu dem Paul Klee-Druck passen würde. Oder vielmehr, Willi würde perfekt dazu passen. Er war wie das Negativ von Klees Bild. Und auch die Farbtöne waren genau richtig. Nur, dass das Bild statisch war und Willi nicht.“

In der Romanlesung aus 'Blue Skies' vergleicht der Charakter Todd die Schlange Willi mit einem Paul Klee-Druck, der in ihrer Wohnung hängt. Die Schlange erscheint ihm wie das Negativ des Bildes – eine Verbindung von Kunst und lebendiger Natur.

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Esquire-Kurzgeschichte über MAGA und Schmetterlingsschutzgebiet

Esquire-Kurzgeschichte über MAGA und Schmetterlingsschutzgebiet

T. C. Boyle

Umfassender Index aller Kurzgeschichten von T. C. Boyle mit alphabetischer Sortierung und Sammelbandangaben. Der Autor hat neue Geschichten geschrieben, darunter eine für Esquire im Juli, die von einem realen Zwischenfall an der amerikanisch-mexikanischen Grenze inspiriert wurde, bei dem rechtsextreme Aktivisten ein Schmetterlingsschutzgebiet attackierten.

🗣 T. C. Boyle referenziert bei ⏱ 00:55:57 „So, immediately on finishing it, I've been writing new stories, one of which will appear in Esquire in July. And it is inspired by this far-right fascist MAGA thing going on in America. I read a story in the paper, you may know it. Some right-wing MAGA-types attacked a butterfly preserve on the Mexican border in Texas.“

Boyle kündigt eine neue Kurzgeschichte an, die im Juli im Esquire erscheinen wird. Sie ist inspiriert von einem realen Vorfall, bei dem MAGA-Anhänger ein Schmetterlingsschutzgebiet an der mexikanischen Grenze in Texas attackierten und behaupteten, es diene als Tarnung für illegale Einwanderung.

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Zeitungsartikel über Angriff auf Schmetterlingsschutzgebiet in Texas

Zeitungsartikel über Angriff auf Schmetterlingsschutzgebiet in Texas

Der Artikel berichtet über einen Angriff rechter MAGA-Anhänger auf ein Schmetterlingsschutzgebiet an der texanisch-mexikanischen Grenze in Texas. Die Angreifer behaupteten, das Schutzgebiet diene als Fassade für illegale Einwanderung. Die Geschichte inspirierte den Autor zu einer neuen Kurzgeschichte für das Esquire-Magazin.

🗣 T. C. Boyle erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:56:16 „I read a story in the paper, you may know it. Some right-wing MAGA-types attacked a butterfly preserve on the Mexican border in Texas, claiming that this was really just a front for bringing in illegal immigrants and so on and so on.“

Boyle erwähnt einen Zeitungsartikel, der ihn zu seiner neuen Esquire-Kurzgeschichte inspiriert hat. Der Artikel berichtete über den Angriff rechter MAGA-Anhänger auf ein Schmetterlingsschutzgebiet an der texanisch-mexikanischen Grenze.

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D Rede

Don Winslows Ankündigung, mit dem Schreiben aufzuhören

Don Winslow

Der amerikanische Schriftsteller Don Winslow kündigte bei einem ZEIT-Bühne-Auftritt in Hamburg an, das Schreiben von Belletristik aufzugeben und sich stattdessen der Politik zu widmen. Auslöser ist die seiner Ansicht nach unerträgliche politische Situation, die ihn dazu bewegt, seine Karriere neu auszurichten. Die Aussage zeigt, wie tiefgreifend die politischen Entwicklungen selbst etablierte Künstler in ihren beruflichen Entscheidungen beeinflussen.

🗣 Roman Pletter referenziert bei ⏱ 01:01:16 „Ich war vor einigen Monaten hier auf der Bühne in Hamburg mit Ihrem Kollegen Don Winslow, der uns hier erzählt hat, dass wir die Fiktion stoppen werden, weil die Zeiten so schlecht und so hart sind, dass er sich in die Politik wechseln will.“

Roman Pletter erwähnt einen früheren ZEIT-Bühne-Auftritt von Don Winslow in Hamburg, bei dem dieser ankündigte, das Schreiben von Fiktion aufzugeben und sich der Politik zu widmen, weil die politischen Zeiten zu dramatisch seien. Pletter konfrontiert Boyle mit dieser Haltung.

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John Coltranes Musik

John Coltranes Musik

John Coltrane

John Coltrane war für den Podcaster Boyle der Musiker, der ihm im Teenageralter erstmals offenbarte, dass es echte Kunst gibt. Durch Coltranes Saxophonspiel verstand Boyle, dass Musik weit über Unterhaltung hinausgeht und echte künstlerische Ausdruckskraft besitzt. Dieses Erweckungserlebnis mit etwa 14 oder 15 Jahren prägte seine Entscheidung, selbst Künstler zu werden.

🗣 T. C. Boyle empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:01:59 „Mein Musiker, John Coltrane, das erste Mal, als ich verstanden habe, dass es Kunst gibt. Ich war vielleicht 14 oder 15 Jahre alt, um mein Saxophon zu spielen. Und ich habe gemerkt, das ist Kunst. Es gibt keinen Weg, dich zu stoppen.“

Boyle beschreibt John Coltrane als seinen prägenden Musiker und erzählt, wie er als 14- oder 15-Jähriger durch Coltranes Musik erstmals verstand, was Kunst ist. Dieses Erweckungserlebnis war für ihn der Moment, in dem klar wurde, dass er Künstler sein würde.

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