Die magischen Taten des Elischa
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Mit Elischa betritt ein neuer Prophetentyp die biblische Bühne: Statt großer Politik reiht sich Alltagswunder an Alltagswunder. Seine erste Tat — er heilt das schlechte Wasser von Jericho mit einer Schüssel Salz — zeigt einen Propheten, der nah bei den einfachen Leuten ist und sie sogar mithelfen lässt. Johanna Haberer erklärt, warum Elischas Biografie vermutlich aus mehreren Prophetengestalten zusammengeschrieben wurde und die Wundergeschichten erstaunlich praktisches Alltagswissen verraten.
„Es sind Alltagsgeschichten, es sind Geschichten für, ich sage jetzt mal, für die normalen kleinen Leute. Es ist nicht große Politik, sondern wir befinden uns jetzt in der Normalität.“
Erwähnte Medien (2)
Erlkönig
Johann Wolfgang von Goethe · 2021
Erlkönig ist eine Ballade von Johann Wolfgang von Goethe, die er im Jahr 1782 verfasste. Sie gehört zu seinen bekanntesten Werken und wurde unter anderem von Franz Schubert und Carl Loewe vertont.
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:31:15 „wer reitet zu spät durch Nacht und Wind? Erlkönig. Genau, die Erlkönigin-Geschichte, die reitet da zwar nicht mit ihrem toten Kind, sondern hat das Kind oben ins Zimmer vom Elisha gesperrt.“
Johanna Haberer zieht eine Parallele zwischen dem hektischen Ritt der Schunemiterin zum Propheten Elisha und Goethes Ballade vom Erlkönig, in der ebenfalls ein Vater mit seinem Kind nachts reitet.
Dracula
Bram Stoker · 2026
Das Original in überarbeiteter deutscher Fassung mit zahlreichen Anmerkungen. Als Jonathan Harker als junger Anwalt nach Transsilvanien reist, ahnt er nicht, dass seine Mission, einen englischen Anwaltshandel für einen exzentrischen Grafen zu regeln, ihn in einen Strudel aus Furcht und Faszination reißen wird. Die Reise führt ihn in abgelegene Dörfer voller Aberglaube und warnender Einwohner, bis hin zu einem Schloss, dessen Bewohner bei Tageslicht nie in Erscheinung treten.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:48:35 „Dracula reist ja, das hatten wir auch schon mal, Dracula reist ja in seiner eigenen Erde, in der sogenannten Mutter Erde, die er mitnimmt in seinem Sarg. In dem Sarg, in dem er liegt tagsüber, der ist voller Erde und da liegt er oben drauf.“
Als Naaman Erde aus Israel mitnehmen will, um den Gott Israels gleichsam mitzunehmen, zieht Sabine Rückert eine überraschende literarische Parallele zu Dracula, der ebenfalls in seiner Heimaterde reist. Johanna Haberer lenkt schmunzelnd zurück zur biblischen Deutung, aber die Assoziation zeigt, wie tief das Motiv der heiligen Erde in der Literaturgeschichte verwurzelt ist.