Unter Pfarrerstöchtern – Ein Prophet wird vom Walfisch verschluckt
#093

Ein Prophet wird vom Walfisch verschluckt

Unter Pfarrerstöchtern / 07. April 2023 / 9 Medien

Sabine Rückert & Johanna Haberer

In der Osterfolge geht es um den Propheten Jona, der von Gott nach Ninive geschickt wird — die assyrische Hauptstadt, die als Inbegriff von Verderbnis gilt und deren Schlechtigkeit wie ein Gestank zum Himmel aufsteigt. Das Buch Jona wird dabei als bewusst verfasste Novelle mit Lehrauftrag eingeordnet, die im 4. oder 3. Jahrhundert vor Christus entstand und an eine knappe Erwähnung in den Königsbüchern anknüpft.

„Man muss sich das als einen Gestank vorstellen, der da in den Himmel steigt und die Nase des Herrn belästigt.“
🗣 Johanna Haberer

Erwähnte Medien (9)

Artikel über das Buch Jona am Versöhnungstag

Artikel über das Buch Jona am Versöhnungstag

Das Buch Jona wird traditionell am Nachmittag von Jom Kippur (Versöhnungstag) in der Synagoge als Haftara vorgelesen. Der Artikel erklärt die theologische Bedeutung dieser Praxis: Jona, der vor seinem göttlichen Auftrag flieht, gilt als Symbol für das Volk Israel, das seiner Berufung immer wieder ausweicht. Die Parallele zwischen Jona und Israel macht den Text zu einem zentralen Buß- und Umkehrtext des höchsten jüdischen Feiertags. Johanna Haberer las den Artikel 2022 zur Vorbereitung auf eine Sendung oder einen Vortrag über das Buch Jona.

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:06:46 „Und ich habe im Vorfeld in der Vorbereitung einen Artikel in der Jüdischen Allgemeinen über, warum lesen wir das am Versöhnungstag vor. Da wird dann darauf hingewiesen, dass das Volk Israel ist wie der Jona und will immer weglaufen.“

Johanna Haberer erwähnt einen 2022 in der Jüdischen Allgemeinen erschienenen Artikel, den sie zur Vorbereitung gelesen hat. Der Artikel erklärt, warum das Buch Jona am Jom Kippur (Versöhnungstag) in der Synagoge vorgelesen wird – betone aber nur die Parallele zwischen Israel und Jona, nicht die eigentliche Pointe der Umkehr der Heiden in Ninive.

Zum Artikel bei Juedische-allgemeine.de Details
Artikel in der Jüdischen Allgemeinen über Jona am Versöhnungstag

Artikel in der Jüdischen Allgemeinen über Jona am Versöhnungstag

Das Buch Jona wird traditionell am Nachmittag des Versöhnungstags (Jom Kippur) in der Synagoge vorgelesen. Der Artikel erklärt die theologische Bedeutung dieser Lesung: Jona als Symbol für Reue, Umkehr (Teschuwa) und Gottes Bereitschaft zur Vergebung – auch gegenüber Nichtjuden wie den Einwohnern Ninives. Die Geschichte verdeutlicht, dass aufrichtige Umkehr ausreicht, um Gottes Urteil abzuwenden, was zum Kernthema von Jom Kippur passt.

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:07:37 „ich habe im Vorfeld in der Vorbereitung einen Artikel in der Jüdischen Allgemeinen über, warum lesen wir das am Versöhnungstag vor“

Johanna Haberer erwähnt einen Artikel aus der Jüdischen Allgemeinen von 2022 über die Lesung des Buches Jona am Versöhnungstag

Zum Artikel bei Juedische-allgemeine.de Details
Psalmen

Psalmen

With an introd. by James Muilenburg. Translated by Thomas M. Horner.

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:17:11 „Wie gesagt, man sagt, es ist eine theologische Nachrüstung dieser wilden Geschichte. Solche Texte kann man auch in den Psalmen finden.“

Johanna Haberer erklärt, dass das Gebet Jonas im Bauch des Fisches von vielen Auslegern als spätere Einfügung betrachtet wird – eine ‚theologische Nachrüstung', um aus der Abenteuergeschichte einen theologischen Text zu machen. Formal sei es ein Dankpsalm, vergleichbar mit Texten aus dem Buch der Psalmen.

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Pinocchio

Pinocchio

Carlo Collodi

A wooden puppet full of tricks and mischief wants more than anything else to become a real boy.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:17:22 „Es erinnert mich auch an Pinocchio. Sitzt nicht der Vater des Pinocchio, der Geppetto, auch in einem großen Fisch für mehrere Tage fest? Und schreibt da sogar an einem Schreibtisch, soweit ich mich erinnere.“

Als Jona im Bauch des Fisches sitzt, fällt Sabine Rückert die Parallele zu Pinocchio ein: Auch dort wird Geppetto auf der Suche nach seinem hölzernen Sohn von einem Fisch verschluckt und wieder ausgespuckt. Sie erinnert sich nostalgisch an ihre Kindheitslektüre, in der die Namen noch eingedeutscht waren und Pinocchio ‚Zepfelkern' hieß.

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Herakles- und Hesione-Sage

Herakles- und Hesione-Sage

Der Artikel behandelt die Herakles- und Hesione-Sage sowie die Perseus- und Andromeda-Sage aus der griechischen Mythologie. Diese antiken Geschichten zeigen Parallelen zum Verschlingungsmotiv in der biblischen Geschichte des Propheten Jona, wo eine Person von einem Meerestier verschlungen wird. Der Vergleich verdeutlicht, wie unterschiedliche Kulturen ähnliche mythologische Muster zur Darstellung von Gefahr, Rettung und göttlichem Eingreifen nutzen. Dies macht den Artikel für das Verständnis kulturübergreifender religiöser Narrative relevant.

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:18:13 „da gibt es die Herakles- und Hesiones-Sage und die Perseus- und Andromeda-Sage“

Griechische Mythologie-Parallelen zum Verschlingungsmotiv im Buch Jona

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Perseus- und Andromeda-Sage

Perseus- und Andromeda-Sage

Dr Day examines God's conflict with a dragon and the sea in the Old Testament.

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:18:13 „da gibt es die Herakles- und Hesiones-Sage und die Perseus- und Andromeda-Sage“

Griechische Mythologie-Parallelen zum Seeungeheuer-Motiv

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Herakles und Hesione

Herakles und Hesione

· 1994

Die antike griechische Sage von Herakles und Hesione erzählt von einem Meeresungeheuer, das die Prinzessin Hesione bedroht und als Opfer fordert. Herakles rettet die Frau und bezwingt das Monster. Diese Sage ist ein klassisches Beispiel für das mythologische "Verschlingungsmotiv", das zeigt, wie Helden und Götter ihre Herrschaft über chaotische Naturkräfte und Meeresungeheuer demonstrieren. Das Motiv findet sich in verschiedenen Kulturen wieder, beispielsweise auch in der biblischen Jonas-Geschichte und der Perseus-Andromeda-Sage.

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:18:30 „In der Mythosforschung heißt das das Verschlingungsmotiv. Das gibt es, um zu zeigen, dass Gott der Herr über die Meeresungeheuer ist. Und da gibt es die Herakles- und Hesiones-Sage und die Perseus- und Andromeda-Sage.“

Johanna Haberer ordnet die Verschlingung Jonas durch den Fisch in die Motivgeschichte ein und verweist auf die Herakles-und-Hesione-Sage aus der griechischen Mythologie, in der ebenfalls ein Meeresungeheuer eine Rolle spielt und eine Frau geopfert werden soll, aber gerettet wird.

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Perseus und Andromeda

Perseus und Andromeda

· 2012

Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Latein, Note: 1,7, Friedrich-Schiller-Universität Jena (Institut für Altertumswissenschaften: Latinistik), Veranstaltung: Proseminar: Ovid, Metamorphosen, Sprache: Deutsch, Abstract: Im Proömium der Metamorphosen bezeichnet Ovid sein Werk selbst als carmen perpetuum, ein ununterbrochenes Gedicht, dessen zentrales Thema Verwandlungen seien.

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:18:30 „Und da gibt es die Herakles- und Hesiones-Sage und die Perseus- und Andromeda-Sage. In beiden Fällen soll die Frau geopfert werden und wird dann gerettet.“

Als zweites Beispiel für das Verschlingungsmotiv in der griechischen Mythologie nennt Johanna Haberer die Perseus-und-Andromeda-Sage. Auch hier geht es um ein Meeresungeheuer und die Rettung einer Frau – ein Motiv, das laut Mythosforschung möglicherweise aus indischen Märchentraditionen herübergewandert sei.

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Jona-Gedicht

Jona-Gedicht

Hans-Peter Müller

Das Gedicht über die Jona-Geschichte des ostdeutschen Alttestamentlers Hans-Peter Herzsch erzählt die biblische Geschichte in humorvollen, bildreichen Reimen mit augenzwinkerndem Ton. Von Jonass Flucht über seinen Aufenthalt im Fischbauch bis zur göttlichen Pointe mit dem Rizinusstrauch – das Versgedicht arbeitet besonders gut die Leichtigkeit und den Witz dieser Bibelgeschichte heraus. Johanna Haberer trägt das Gedicht vor, das durch seinen besonderen Tonfall und die geistreiche Auslegung besonders zu Ostern passt.

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:35:14 „Das Gedicht über den Jona, das ist von einem Alttestamentler geschrieben, der in Ostdeutschland gelehrt hat, Hans-Peter Herzsch, ein wunderbarer Mann, er ist schon verstorben. Aber er hat so dieses Augenzwinkern, das auch in dieser Jona-Geschichte drin ist, wunderbar herausgearbeitet.“

Johanna Haberer trägt zum Abschluss der Episode ein langes Versgedicht über die gesamte Jona-Geschichte vor, verfasst vom ostdeutschen Alttestamentler Hans-Peter Herzsch. Sabine Rückert hatte sie darum gebeten, weil das Gedicht mit seinem augenzwinkernden Ton besonders gut zu Ostern passe. Das Gedicht erzählt die komplette Jona-Handlung in humorvollen, bildreichen Reimen – von der Flucht über den Fischbauch bis zur göttlichen Pointe mit dem Rizinusstrauch.

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