Lahme gehen und Tote leben
Sabine Rückert, Johanna Haberer, Erzähler
In dieser Folge über biblische Wunderheilungen und Auferweckungen eröffnet ein Gedicht von Heinrich Heine das Elend, das den Hintergrund für Jesu Taten bildet: eine Welt ohne Ärzte, ohne Sozialversicherung, in der Menschen an Armut und Hunger starben. Von der Heilung eines Aussätzigen ausgehend, diskutieren die Schwestern, was Wunder in einer Zeit bedeuteten, in der Krankheit gleichbedeutend mit sozialem Tod war.
„Die Leute lebten von der Hand in den Mund. Wenn es nicht mehr ging, dann starben sie eben.“
Erwähnte Medien (8)
Jammertal
Heinrich Heine
Heines Gedicht „Jammertal" schildert das Schicksal zweier armer, kranker Menschen in der Antike, die ohne medizinische Hilfe in Elend sterben. Das Gedicht wird als literarische Einleitung für eine Sendung über Wunderheilungen verwendet, um die Lebensbedingungen und Heilungsbedürfnisse in der biblischen Zeit nachvollziehbar zu machen. Es kontrastiert die hoffnungslose Realität der damaligen Zeit mit den später beschriebenen wundersamen Heilungen.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:01:16 „Deswegen möchte ich diese Sendung beginnen mit einem Gedicht von Heinrich Heine. Das heißt Jammertal. Ich finde unsere Heilungen, um die es heute gehen wird, Wunderheilungen, kann man mal anders eröffnen.“
Sabine Rückert trägt das vollständige Gedicht 'Jammertal' von Heinrich Heine vor, um die Sendung über Wunderheilungen einzuleiten. Das Gedicht beschreibt zwei arme, kranke Menschen, die in Armut sterben – als Illustration für die erbärmlichen Lebensbedingungen in der Antike ohne medizinische Versorgung, in der die biblischen Wunderheilungen verortet sind.
Wunderheilungen von Lourdes
Die katholische Kirche hat eine 70. Heilung im französischen Wallfahrtsort Lourdes anerkannt. Die heute 79-jährige Franziskanerin Bernadette Moriau war seit 1987 gelähmt und wurde 2008 nach einer Lourdes-Pilgerfahrt unerwartet geheilt. Ärzte können diesen Heilungsprozess medizinisch nicht erklären und das Anerkennungsschreiben von Bischof Jacques Benoit-Gonnin von Beauvais stuft ihn daher als „Wunder" ein. Die Anerkennung erfolgte passend zum 160. Jahrestag der Erscheinungen von Lourdes. Besonders hervorzuheben ist, dass Moriau zu dieser Zeit nicht einmal um ein Wunder gebetet hatte.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:11:23 „Die ist erschienen in der Welt im Dezember 23.“
Sabine Rückert liest einen ausführlichen Artikel aus der Tageszeitung Die Welt vor, der die Geschichte der Wunderheilungen in Lourdes beschreibt, u.a. den Fall von Delizia Ciroli.
Die Wunderheilung von Lourdes
Die katholische Kirche hat die 70. Heilung im französischen Wallfahrtsort Lourdes offiziell anerkannt. Bischof Jacques Benoit-Gonnin von Beauvais bestätigte die Anerkennung pünktlich zum 160. Jahrestag der Erscheinungen in Lourdes. Betroffen ist die 79-jährige Franziskanerin Bernadette Moriau, die 2008 von einer langjährigen Lähmung geheilt wurde – seit 1987 hatte sie nicht laufen können. Ein internationales Ärztekomitee prüfte den Fall und kam zu dem Ergebnis, dass der Heilungsprozess medizinisch nicht erklärbar ist. Bemerkenswerterweise hatte Moriau bei ihrer Wallfahrt nach Lourdes nicht einmal um ein Wunder gebetet.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:11:41 „Und in Lourdes gibt es folgende Geschichte. Die ist erschienen in der Welt im Dezember 23. Delizia Ciroli ist zwölf Jahre alt und wiegt nur noch 22 Kilo, als ihre Mutter nach sizilianischem Brauch das Totenkleidchen für sie vorbereitet.“
Sabine Rückert zitiert ausführlich aus einem Artikel der Zeitung 'Die Welt' vom Dezember 2023 über Wunderheilungen in Lourdes. Der Artikel beschreibt den dokumentierten Fall der zwölfjährigen Delizia Ciroli, deren Krebsheilung 1989 offiziell als Wunder anerkannt wurde, sowie die Geschichte der Ordensschwester Bernadette Moriot.
Der Zufall, das Universum und du
· 2017
Ein Physiker untersucht statistisch die Heilungsrate am Wallfahrtsort Lourdes und hinterfragt damit die Existenz von Wundern. Seine Analyse zeigt, dass spontane Heilungen bei Pilgern nicht häufiger auftreten als in der Normalbevölkerung. Das Buch stellt damit wissenschaftlich infrage, ob übernatürliche Phänomene wirklich eine Rolle spielen, und beleuchtet stattdessen die Bedeutung des Zufalls in unserem Leben.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:13:50 „Ein Physiker hat ein Buch geschrieben über die Bedeutung des Zufalls im Leben und da hat er sich auch mit diesen ganzen Millionen Menschen auseinandergesetzt, die nach Lourdes fahren. Und da schreibt er, jedes Jahr machen sich Millionen Menschen auf den Weg nach Lourdes, dem wohl berühmtesten Wallfahrtsort der Welt.“
Sabine Rückert zitiert aus einem Buch eines Physikers über die Rolle des Zufalls, in dem statistisch untersucht wird, ob die Heilungsrate in Lourdes über dem Zufall liegt. Das Buch kommt zum Schluss, dass die Rate spontaner Remissionen unter Lourdes-Pilgern nicht höher ist als in der Normalbevölkerung. Der Autor wird nicht namentlich genannt, der genaue Titel bleibt unklar.
Die Heilung der blutflüssigen Frau
William Blakes großformatiges Wandgemälde zeigt die biblische Heilungsszene aus einer ungewöhnlichen Bodenperspektive: nur riesige Männerfüße in Sandalen und eine kleine Hand, die nach dem Gewandsaum Jesu greift. Das Werk befindet sich in der Unterkirche der Kirche von Magdala in Israel und beeindruckt durch seine emotionale Wirkung und originelle Komposition, die den spirituellen Moment aus einer neuen Sichtweise darstellt.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:30:20 „Da gehst du die Treppe runter und da ist da unten eine kleine Kapelle und da ist riesengroß an der Wand ein Gemälde. Das heißt, die Heilung der blutflüssigen Frau. Und da siehst du nur Füße, riesige Füße.“
Sabine Rückert beschreibt ein großformatiges Wandgemälde in der Unterkirche der Kirche von Magdala in Israel, das sie im Oktober besucht hat. Das Bild zeigt die biblische Szene aus einer ungewöhnlichen Bodenperspektive: Nur riesige Männerfüße in Sandalen sind zu sehen, und dazwischen eine kleine Hand, die nach dem Gewandsaum Jesu greift. Rückert ist von der Perspektive und der emotionalen Wirkung des Gemäldes begeistert.
Wunder (Titelgeschichte Die Zeit)
Tilman Prüfer
Die Reportage erzählt von einem Zahnarzt, bei dem ein lebensbedrohliches Sarkom diagnostiziert wird. Nach gemeinsamer Meditation mit einem Freund findet sich bei der Operation kein Krebs mehr. Der Text erkundet diesen Fall als modernes Wunder und stellt Fragen darüber, wie wir Heilung verstehen und wahrnehmen.
🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:32:44 „Ich habe zwei Geschichten dabei, zwei Wundergeschichten, die in der Zeit gestanden haben. Wir haben mal eine Titelgeschichte gemacht über Wunder. Und die Geschichte, die ich jetzt vorlese, ist von Tilman Prüfer recherchiert worden.“
Sabine Rückert liest eine Reportage von Tilman Prüfer aus einer Titelgeschichte der ZEIT über Wunder vor. Die Geschichte handelt von dem Zahnarzt Jörn Krieger, bei dem ein lebensbedrohliches Sarkom diagnostiziert wird, der mit einem Freund meditiert – und bei der Operation kein Krebs gefunden wird. Rückert nutzt die Geschichte als modernes Pendant zu den biblischen Heilungswundern, die in der Episode besprochen werden.
Titelgeschichte über Wunder
Tilman Prüfer
Ein Titelessay über Wunder in der Bibel und ihre Bedeutung für die heutige Zeit. Die Autorinnen Sabine Rückert und Johanna Haberer untersuchen, wo Wunder in der Bibel auftauchen und welche Lektionen wir daraus heute noch lernen können. Wunder markieren häufig Aufbrüche in neue Zeiten und werfen die zentrale Frage auf, was wir von ihnen heute halten sollten.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:32:54 „Wir haben mal eine Titelgeschichte gemacht über Wunder.“
Sabine Rückert verweist auf eine von ihr und Kollegen produzierte Titelgeschichte der ZEIT zum Thema Wunder. Sie liest daraus eine von Tilman Prüfer recherchierte Geschichte über einen Zahnarzt vor, der ein Wunder erlebte.
Das verlorene Mädchen
Martin Neetzschleba
Die achtzehnjährige Julia verirrte sich im tschechisch-bayerischen Grenzwald und verbrachte zwei Nächte unter eisigen Temperaturen allein in der Natur. Ein Förster entdeckte sie und rettete sie vor dem Erfrieren. Martin Neetzchleba erzählt diese wahre Auferstehungsgeschichte als Reportage in der Wunder-Ausgabe der ZEIT.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:39:18 „Ich habe noch eine Geschichte, das ist aber jetzt eine Auferstehungsgeschichte. Und das verlorene Mädchen heißt das. Und das ist von Martin Neetzchleba geschrieben worden, einem ganz lieben Kollegen aus Leipzig.“
Sabine Rückert liest aus der ZEIT-Titelgeschichte über Wunder eine weitere Reportage vor. Es geht um ein achtjähriges Mädchen namens Julia, das sich im tschechisch-bayerischen Grenzwald verirrte und nach zwei Nächten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt von einem Förster lebend gefunden wurde. Die Geschichte erschien in derselben Wunder-Ausgabe der ZEIT wie der Beitrag von Tilman Prüfer.