Unter Pfarrerstöchtern – Ein König wird von Würmern zerfressen
#159

Ein König wird von Würmern zerfressen

Unter Pfarrerstöchtern / 05. September 2025 / 2 Medien

Sabine Rückert, Johanna Haberer, Erzähler

Apostelgeschichte Kapitel 11: Die frühe Gemeinde streitet darüber, ob Heidenchristen — also Menschen ohne jüdische Vorgeschichte, die bis dahin Jupiter oder Zeus verehrt haben — überhaupt ins Christentum aufgenommen werden können, ohne die Geschichte Israels zu kennen, Speisegesetze einzuhalten und sich beschneiden zu lassen. Johanna Haberer gibt den Kritikern dabei durchaus recht: Wer die Erzählung von der Befreiung aus Ägypten nicht kennt, kann den neuen Weg kaum verstehen. Der Episodentitel deutet voraus auf das grausame Ende von Herodes Agrippa in Apostelgeschichte 12 — ein König, der sich göttlich dünkt und dafür von Würmern gefressen wird.

„Da habe ich gedacht, jetzt kann ich nicht mal in Ruhe krank sein.“
🗣 Sabine Rückert

Erwähnte Medien (2)

Der Großinquisitor

Der Großinquisitor

Fjodor Dostojewski

In der Erzählung "Der Großinquisitor", einem Teil von Fjodor Michailowitsch Dostojewskis Meisterwerk "Die Brüder Karamasow", entfaltet sich ein intensiver Dialog zwischen Freiheit und Autorität in der Person des Großinquisitors, der Jesus Christus in die Inquisition vorführt. Dostojewski nutzt eine tiefgründige, philosophische Prosa und dichte Symbolik, um zentrale Themen wie Glauben, Zweifel und die menschliche Natur zu thematisieren.

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:21:43 „Und was wir tun würden, wenn plötzlich es hieße, da ist der Jesus wieder da und er läuft hier rum, das hat ja eigentlich der Dostoyevsky in einmaliger Weise beschrieben. Wo der Jesus kommt und der Großinquisitor der katholischen Kirche sperrt ihn ein und sagt, warum bist du gekommen, uns zu stören? Also ich glaube, das kann man nicht toppen.“

Im Gespräch über die Frage, wie die heutige Kirche reagieren würde, wenn Jesus tatsächlich wiederkäme, verweist Johanna Haberer auf Dostojewskis berühmte Parabel 'Der Großinquisitor' aus den 'Brüdern Karamasow'. Darin sperrt der Großinquisitor den wiedergekehrten Jesus ein, weil er die institutionelle Kirche stört. Haberer hält diese literarische Antwort für unübertrefflich — und Sabine Rückert stimmt zu.

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Jüdische Altertümer (Antiquitates Judaicae)

Jüdische Altertümer (Antiquitates Judaicae)

Flavius Josephus · 1899

Flavius Josephus (altgriechisch Φλαύιος Ἰώσηπος Flavios Iṓsēpos; geboren 37/38 n. Chr. in Jerusalem; gestorben um 100 vermutlich in Rom) war ein jüdisch-hellenistischer Historiker. Als junger Priester aus der Jerusalemer Oberschicht hatte Josephus eine aktive Rolle im Jüdischen Krieg: Er verteidigte Galiläa im Frühjahr 67 gegen die römische Armee unter Vespasian. In Jotapata geriet er in römische Gefangenschaft. Er prophezeite dem Feldherrn Vespasian dessen künftiges Kaisertum.

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:51:53 „Josephus ist ein jüdischer Geschichtsschreiber. Er ist ein Jude gewesen, der die römische Geschichte aufgeschrieben hat und der mit dem Titus dann übrigens den Untergang Jerusalems geschildert hat. Der beschreibt eben die jüdische Geschichte und das Wirken Roms in heutigen Israel.“

Sabine Rückert liest eine ausführliche Passage aus Josephus' Geschichtswerk vor, die den Tod des Herodes Agrippa in Caesarea schildert – mit dem silbernen Gewand, den Schmeichlern, dem Uhu als Unheilszeichen und dem qualvollen Sterben. Die Schwestern vergleichen diese Darstellung mit dem Parallelbericht in der Apostelgeschichte und diskutieren, ob beide Quellen voneinander abhängen oder unabhängig dieselbe Sensation dokumentieren.

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