In unserer letzten Folge geht die Welt unter
Sabine Rückert, Johanna Haberer, Erzähler
In der Abschlussfolge widmen sich die Pfarrerstöchter der Offenbarung des Johannes — dem kryptischsten, buntesten und verrücktesten Buch der Bibel. Bevor sie in den Text eintauchen, kündigen sie eine Pause und eine neue Reihe über außergewöhnliche Heilige an, die sie selbst auswählen werden — von Hildegard von Bingen bis Alexej Nawalny. Als Einstieg liest Sabine Rückert aus einem Reportage-Dossier, das sie vor über 25 Jahren über eine Berliner Familie schrieb, die ernsthaft an den Weltuntergang zur Jahrtausendwende glaubte.
„Wir wählen die Heiligen aus, nicht mehr der Papst, sondern das machen jetzt wir.“
Erwähnte Medien (5)
Die Schule der Nacht
Karl Ove Knausgård · 2025
„Die Schule der Nacht" ist der neueste Roman von Karl Ove Knausgård, der seine apokalyptische Romanreihe fortsetzt. Das Werk behandelt religiöse und eschatologische Themen, insbesondere die Rolle des Antichristen und apokalyptische Motive aus der christlichen Tradition. Der Roman zeichnet sich durch literarische Lesepassagen aus, die tiefgreifende existenzielle und theologische Fragen aufwerfen.
🗣 Sabine Rückert zitiert daraus bei ⏱ 00:30:52 „Bevor ich jetzt das nächste Stück vorlese und zwar aus dem nächsten Buch von Karl-Owe Knausgart, das heißt Die Schule der Nacht. Und daraus wollte ich was vorlesen, aber vorher wollte ich dich fragen, welche Rolle der Antichrist in der Offenbarung des Johannes spielt.“
Sabine Rückert kündigt an, aus Knausgårds neuestem Buch 'Die Schule der Nacht' vorzulesen, das offenbar die apokalyptische Romanreihe fortsetzt. Sie wird jedoch zunächst vom Thema Antichrist abgelenkt, sodass die Lesung in diesem Abschnitt noch nicht stattfindet.
Klassiker der Weltliteratur
Iris Radisch
Die Vorleserin ist eine Kolumnenreihe der ZEIT-Autorin Iris Radisch, in der sie Klassiker der Weltliteratur in kurzen, prägnanten Texten vorstellt und nahebringt. Die Serie macht komplexe literarische Werke wie Samuel Becketts Drama "Warten auf Godot" für ein breites Publikum zugänglich und beleuchtet ihre zeitlose Relevanz für Fragen von Hoffnung, Warten und menschlicher Existenz.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:42:37 „Weil wir vom Warten reden und da auf die Wiederkehr Christi warten und alle warten und es kommt nichts, habe ich einen wunderbaren Text dabei. Der ist von meiner Kollegin Iris Radisch. Sie stellt Klassiker der Weltliteratur vor in kleinen Kolumnen.“
Sabine Rückert zitiert aus einer Kolumnenreihe ihrer ZEIT-Kollegin Iris Radisch, in der diese Klassiker der Weltliteratur in kurzen, zugänglichen Texten vorstellt. Die vorgelesene Kolumne behandelt Becketts 'Warten auf Godot'.
Warten auf Godot
Samuel Beckett
Absurdistisches Meisterwerk von Samuel Beckett über zwei Männer, die auf der Landstraße auf Godot warten – eine Person, die möglicherweise nie kommt. Das Stück erforscht Themen von Sinnlosigkeit, Hoffnung und endlosem Warten auf Erlösung als philosophische Metapher für das menschliche Dasein.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:43:46 „Estragon und Wladimir sind dafür weltberühmt. Das sind zwei Männer in einem Theaterstück, das Samuel Beckett vor über 70 Jahren geschrieben hat. Die beiden haben überhaupt nichts zu tun. Sie stehen den ganzen Tag nur auf einer Landstraße herum.“
Sabine Rückert liest eine Kolumne von Iris Radisch vor, die das Theaterstück 'Warten auf Godot' vorstellt. Sie verbindet es mit dem Thema der Apokalypse-Sendung: das endlose Warten auf Erlösung, auf Godot, der nie kommt – analog zum christlichen Warten auf die Wiederkehr Christi. Johanna Haberer ergänzt, dass Jesus selbst eine andere Botschaft hatte: Das Reich Gottes ist schon da.
Die Frage nach der Technik
Martin Heidegger
Der Artikel untersucht Heideggers Gestell-Konzept aus seiner Technikphilosophie und deren Anwendung auf moderne Technologien wie Solarenergie. Heidegger sieht darin ein ambivalentes Verhältnis: Der Mensch nutzt Technik, um die Natur auszubeuten und deren Wesen zu 'entbergen'. Die Frage bleibt offen, ob Solartechnik diese problematische Instrumentalisierung der Natur fortsetzt oder eine mögliche Versöhnung zwischen Mensch, Technik und Umwelt darstellt.
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:52:09 „Also der Heidegger, wenn der sagt, alle Technik entfremdet uns von uns selbst.“
Johanna Haberer zieht eine Parallele zwischen apokalyptischer Weltabgewandtheit und säkularer Technikfeindlichkeit in der westlichen Philosophie. Sie nennt Heidegger als Beispiel für eine gegenwartsverachtende Strömung, die auch ohne Gott funktioniert.
Das größte Geschenk, das der Mensch je erhalten hat
Moritz Eislinger
Ein ZEIT-Dossier von Moritz Eislinger über die Entstehung und Bedeutung des Meeres. Der Text untersucht die menschliche Beziehung zum Meer von der Furcht bis zur Liebe und zeichnet dabei die gesamte Erdgeschichte nach, in die die Menschheit erst am Ende passt. Durch wissenschaftliche und philosophische Perspektiven wird die Magie des Meeres ergründet.
🗣 Sabine Rückert zitiert daraus bei ⏱ 00:56:20 „Ich habe einen Text dabei von Moritz Eislinger, das größte Geschenk, das der Mensch je erhalten hat. Es ist ein Dossier über das Meer. Und es geht so. Wie das Meer entstanden ist, weiß allein das Meer. Kein Mensch. Es gibt nur Theorien.“
Als Abschluss der letzten Folge liest Sabine Rückert ein ZEIT-Dossier von Moritz Eislinger über die Entstehung des Meeres und des Lebens vor. Der Text schlägt den Bogen zurück zur Schöpfungsgeschichte, mit der die Reihe begonnen hat: Die gesamte Erdgeschichte wird auf ein Jahr verdichtet, wobei der Mensch erst am 31. Dezember erscheint – passend zur Silvesterausgabe.